Aus der DFG

Auszeichnung für japanisch-deutsche Kooperation

27. September 2019 Eugen und Ilse Seibold-Preis

Am 9. September 2019 ist im Bonner Hotel Bristol der Eugen und Ilse Seibold-Preis der DFG verliehen worden. Die Auszeichnung erhielten der Politik- und Verwaltungswissenschaftler Prof. Dr. Kōichirō Agata und der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Harald Baum für ihr jahrelanges erfolgreiches Engagement, das zum deutsch-japanischen Wissenschaftsaustausch ebenso wie zu einem kulturellen Austausch beigetragen hat.

(v.l.n.r.) Prof. Dr. Kōichirō Agata, Dr. Ilse Seibold, DFG-Vizepräsidentin Prof. Dr. Katja Becker, Prof. Dr. Harald Baum

Die Preisverleihung fand im Rahmen des JSPS-Abends statt – die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) ist eine langjährige Partnerorganisation der DFG und hat ein eigenes Büro im Bonner Wissenschaftszentrum, so dass es nur natürlich erschien, die Kräfte zu bündeln und eine gemeinsame Veranstaltung auszurichten. Und so richteten die zahlreichen japanischen und deutschen Gäste, an festlich gedeckten Tischen sitzend, ihre Aufmerksamkeit zunächst auf die Grußworte von Noriyoshi Masuko, Senior Managing Director des JSPS, bevor die Seibold-Preisverleihung, moderiert von der Leiterin des DFG-Büros in Tokyo, Dr. Ingrid Krüßmann, begann.

DFG-Vizepräsidentin Prof. Dr. Katja Becker lobte in ihrer Rede zunächst die Zusammenarbeit zwischen DFG und JSPS: „Unsere fruchtbare Zusammenarbeit und die Gemeinsamkeiten zwischen unseren Organisationen sind der Grund, warum wir heute Abend hier sind.“ Danach sprach sie über die Entstehung des Seibold-Preises und begrüßte Dr. Ilse Seibold, die Co-Stifterin, die zusammen mit ihrem Ehemann, dem verstorbenen Professor Eugen Seibold, DFG-Präsident von 1980 bis 1985, bereits Mitte der 1990er Jahre ein Zeichen zur Förderung des Verständnisses zwischen Japan und Deutschland gesetzt hatte. „Mit der Stiftung dieses Preises haben Sie ein Beispiel für die Förderung der Verständigung zwischen den Kulturen unserer beiden Länder gegeben. Ihr Engagement hat den Austausch von Ideen und wissenschaftlichen Projekten zwischen Deutschland und Japan angeregt. Ihre Bemühungen tragen sicherlich Früchte“, sagte Becker.

Der mit 10.000 Euro dotierte Seibold-Preis wurde in diesem Jahr zum elften Mal verliehen. In ihrer Laudatio auf den deutschen Preisträger, Prof. Dr. Harald Baum, hob Becker hervor, dass seine profunde Kenntnis des japanischen Rechts zu zahlreichen Monographien, Sammelbänden, Artikeln und Gutachten geführt habe. „Diese haben das Verständnis für das moderne Japan stark gefördert“, so Becker. Es sei ihm gelungen, „der deutschen Forschung zum japanischen Recht im globalen Diskurs eine Stimme zu geben.“

Die Laudatio auf den japanischen Preisträger, Prof. Dr. Kōichirō Agata, hielt der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch. Der japanische Wissenschaftler war erst im Februar 2019 zu einem von insgesamt 14 „Bonn University Ambassadors" ernannt worden und hat eine besondere Beziehung zur Universität Bonn. Hoch würdigte ihn deshalb als „bedeutenden Brückenbauer zwischen Deutschland und Japan“ und als „guten Freund und Kenner unserer Universität“. Er lobte nicht nur seine wissenschaftlichen Leistungen, sondern mit einem Augenzwinkern auch sein Engagement im rheinischen Karneval.

Im Anschluss würdigte auch Prof. Dr. Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, die beiden Preisträger, die beide zu dem Alumni-Netzwerk, den Humboldtianern, gehören, bevor Baum und Agata in Kurzvorträgen ihre Forschungen vorstellten. Abgerundet wurde der Abend durch ein festliches Dinner und die musikalische Untermalung von Ayane Okabe (Violine) und Atsuko Ota (Klavier).Interner Lin