GAIN26 in San Francisco
Im Zentrum der 26. Jahrestagung des German Academic International Network (GAIN) vom 21. bis 23. August standen die Vernetzung und Karriereberatung der über 300 anwesenden Postdocs. Das Interesse an der größten Netzwerkveranstaltung für deutsche Wissenschaftskarrieren außerhalb Europas war bereits im GAIN-Jubiläumsjahr 2025 mit mehr als insgesamt 600 Teilnehmer*innen so groß wie noch nie und ist auch in diesem Jahr nochmals leicht gestiegen.
Neben den Wissenschaftler*innen in der Postdoc-Phase nahmen Vertreter*innen aus Hochschulen, Förderorganisationen und außeruniversitärer Forschung sowie aus der Politik, darunter eine Delegation des Bundestagsausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung, Vertreter*innen des Bundesforschungsministeriums sowie acht Wissenschaftsminister*innen verschiedener Bundesländer teil. Sie beteiligten sich unter anderem an den regen Diskussionen zu den veränderten politischen Rahmenbedingungen von Wissenschaft auf beiden Seiten des Atlantiks, die auch in diesem Jahr wieder ein wichtiges Thema der Tagung bildeten.
Bei der Eröffnung der gemeinsamen Veranstaltung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und der DFG am 21. August begrüßte DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker die Teilnehmer*innen.
Transatlantische Zusammenarbeit
„Jahr für Jahr würdigt die GAIN-Tagung die Errungenschaften und das Potenzial von Wissenschaftler*innen in einer frühen Karrierephase. Zugleich verdeutlicht sie eindringlich das globale Wesen von Wissenschaft“, sagte die DFG-Präsidentin an die Postdocs aus Deutschland gewandt, die auf dem nordamerikanischen Kontinent forschen sowie an die internationalen Postdocs in den USA und Kanada, die sich für den Wissenschaftsstandort Deutschland interessieren. „Sie alle sind Botschafter*innen dieser wissenschaftlichen Weltoffenheit und unvoreingenommenen Wissenschaft.“
Gemeinsam mit den Präsidenten von DAAD und AvH und dem Staatssekretär des BMFTR begrüßte DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker die nach San Francisco gereisten Gäste.
© Barak Shrama
Wissenschaftsfreiheit und internationale Zusammenarbeit bildeten die Basis wissenschaftlichen Arbeitens wie auch gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritts, so Becker. „Wir dürfen niemals erlauben, dass man uns diese Freiheiten nimmt, da sie auch Eckpfeiler der Demokratie sind, wie wir sie kennen.“
Becker zeigte sich „hocherfreut“, dass das Bekenntnis zur transatlantischen Zusammenarbeit „gerade in herausfordernden Zeiten” auf beiden Seiten des Atlantiks fortbestehe. Dies sei auch bei einem Round Table der DFG zur Rolle der Universitäten in zukünftigen strategischen Allianzen deutlich geworden, sagte Becker. Kurz vor der GAIN-Tagung hatten an diesem Austausch hochrangige Vertreter*innen der deutschen und nordamerikanischen Wissenschaftscommunitys sowie Landeswissenschaftsminister*innen mehrerer Bundesländer in Washington teilgenommen. Dies sei ein „starkes politisches Signal zur Stärkung der Wissenschaftsfreiheit”, so Becker.
Austausch, Beratung und Networking
Wie die Wissenschaft auf die veränderten politischen Rahmenbedingungen und großen aktuellen Herausforderungen reagieren kann, war Gegenstand eines prominent besetzten Workshops am 22. August. Unter dem Titel „Widerstandsfähige Wissenschaft – starke Demokratie“ diskutierten die Landeswissenschaftsminister*innen Timon Gremmels (Hessen), Falko Mohrs (Niedersachsen), Petra Olschowski (BaWü), Dr. Manja Schüle (Brandenburg) und Jakob von Weizsäcker (Saarland) sowie Dr. Marcus Pleyer (Staatssekretär, BMFTR) und Professor Dr. Walther Rosenthal (HRK-Präsident) angeregt mit Postdocs über ihre Erfahrungen und Erwartungen für eine resiliente Wissenschaft.
Ein weiteres aktuelles Thema, das in verschiedenen Formaten der GAIN aufkam, waren die rasanten Entwicklungen von Künstlicher Intelligenz und zugleich die Herausforderungen, die sie mit sich bringen. Darüber und über die Chancen und Risiken für die verschiedenen Wissenschaftsbereiche diskutierten am 23. August DFG-Abteilungsleiterin Dr. Ulrike Eickhoff, Dr. Matthias Haury (Biohub), und Dr. Claudia Willmes (Elsevier) in dem Workshop „Generative KI im Publizieren und Peer Review: Erlaubt, Sinnvoll, Riskant?!“. Unter der Moderation von Professor Dr. Gerhard Kramer, TU München, erläuterte Frau Eickhoff unter anderem die seit April eingeführten Öffnungen für KI im Begutachtungsprozess der DFG.
Neben der Diskussion aktueller wissenschaftspolitischer Themen sind Vernetzung und Beratung zentrale Bestandteile von GAIN. So wurden in den 40 Workshops unter anderem Einblicke in Berufungsverfahren und Tipps zum Aufbau einer Nachwuchsgruppe gegeben. Auf der jährlichen „Talent Fair“ stellten wiederum gut 90 Einrichtungen aus Deutschland den Postdocs Karrieremöglichkeiten vor und präsentierten über 270 offene Stellen. Über die Perspektiven, die die Global Minds Initiative, an der sich auch die DFG beteiligt, den international mobilen Wissenschaftler*innen bietet, wurde ebenfalls ausgiebig informiert.
Wie in den Vorjahren lud die DFG ihre Geförderten am Rande der GAIN26 zu einem Stipendiat*innen-Abend ein, bei dem DFG-Generalsekretärin Heide Ahrens den fruchtbaren Austausch zwischen den Postdocs und der DFG würdigte: „Unser Engagement für Sie hält uns neugierig und offen für Neues.“ Die Arbeit der DFG und der Austausch mit den Geförderten sei „für Sie und für uns ebenso wie für das US-amerikanische und das deutsche Wissenschaftssystem eine echte Bereicherung.“
Weitere Informationen
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- (externer Link) (17.09.2026, offen für interessierte Postdocs weltweit)
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