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Übersicht über die Ergänzungen und Aktualisierungen
Zur besseren Orientierung sind die Ergänzungen und Aktualisierungen der
DFG-Empfehlungen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis nachfolgend
kurz zusammengefasst.
Besondere Bedeutung schenkt die Überarbeitung dem wissenschaftlichen
Nachwuchs. So wird betont, dass Nachwuchsförderung in der Wissenschaft als
Leitungsaufgabe wahrzunehmen ist. Doktorandinnen und Doktoranden tragen
durch ihre Forschungsaktivitäten und ihren Ideenreichtum zu kontinuierlicher
Wissensgenerierung bei. Betreuerinnen und Betreuer übernehmen dabei die
zentrale Aufgabe, hohe Qualitätsstandards durchzusetzen und Missbrauch zu
begegnen. Gerade die Verleihung des Doktorgrades sowie die Bewertung der
Qualität einer Promotion gehören dabei zum Kernbereich des Wissenschafts-
systems. Dieses Selbstverständnis zugrunde legend weisen die Empfehlungen
insbesondere auf ein Betreuungskonzept für Doktorandinnen und Doktoran-
den hin (Empfehlung 4).
Ferner enthält die Denkschrift nun Hinweise zum Umgang mit dem Whistle­
blower (Empfehlung 17), der einerseits für das System der Selbstkontrolle
unverzichtbar ist und daher besonderen Schutz verdient, der jedoch anderer-
seits auch sein eigenes Handeln an den Grundsätzen guter wissenschaftlicher
Praxis auszurichten hat. Das Ombudsverfahren ist dabei einer von mehreren
möglichen Wegen, zwischen denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
wählen können, um Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten zu geben.
Hinweise auf vermutetes wissenschaftliches Fehlverhalten im Rahmen von
Ombudsverfahren und die weiteren Formen wissenschaftlicher Selbstkontrolle
unterscheiden sich und sind komplementär. Der in Empfehlung 17 formulierte
Grundsatz der Vertraulichkeit gilt hier ausschließlich für das Ombudsverfahren,
die weiteren Formen der wissenschaftlichen Urteilsbildung und Selbstkontrolle
sind von ihm nicht berührt.
In Empfehlung 5 wird das Ombudswesen gestärkt. Die Hochschulen werden
ausdrücklich aufgefordert, sich der Ombudsperson verstärkt anzunehmen und
diese für den Wissenschaftsbetrieb sowie die Ratsuchenden der eigenen Ein-
richtung sichtbarer zu machen.
Fragen zur Aufbewahrung und Nutzung von Primärdaten werden in Emp-
fehlung 7 konkretisiert. Empfehlung 8 wird mit Einzelheiten zu Verfahren
bei wissenschaftlichem Fehlverhalten der Hochschulen und Forschungsein-
richtungen insoweit ergänzt, als Universitäten und Forschungseinrichtungen
eine Höchstdauer für die Durchführung des gesamten Verfahrens anstreben
sollen und auch komplexe Verfahren im Interesse aller Beteiligten in einem
absehbaren Zeitraum zu einem Abschluss zu bringen sind. Im Interesse ein-