Förderatlas 2015 - page 99

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4 Fachliche Förderprofile von Forschungseinrichtungen
Das folgende Kapitel beschreibt im Schwer-
punkt die fachlichen Profile von Hochschu-
len und außeruniversitären Forschungsein-
richtungen. Hierfür herangezogen werden
die in Kapitel 2 beschriebenen Daten von
ausgewählten Forschungsförderern.
Die
Druckfassung des Berichts richtet ihre Auf-
merksamkeit vor allem auf die bei diesen
Förderern aktivsten Hochschulen. Der mit
diesem Förderatlas erstmals nur online ange-
botene Tabellenanhang macht auch die Da-
ten für weitere Hochschulen sowie für außer-
universitäre Forschungseinrichtungen zu-
gänglich.
Der Bund und die EU fördern Forschung in
erster Linie in thematisch definierten Förder-
gebieten. Daten hierüber werden gemäß ihrer
eigenen Systematik dokumentiert und soweit
möglich den vier von der DFG unterschiede-
nen Wissenschaftsbereichen zugeordnet.
Einleitend werden die unterschiedlichen
fachlichen Schwerpunktsetzungen der ver-
schiedenen Förderer mittels eines Kennzah-
lenvergleichs gegenübergestellt. Dem folgt
eine detaillierte Betrachtung der fachlichen
und fördergebietsspezifischen Profile der bei
diesen Förderern besonders aktiven Hoch-
schulen.
In diesem Förderatlas wird dabei auch
erstmals die Frage untersucht, wie sich die
fachlichen Profile von Hochschulen über die
Zeit entwickeln. Basis der Betrachtung bilden
Daten zur fachlichen Ausrichtung der von
der DFG geförderten Projekte an ausgewähl-
ten Hochschulen in einem 11-Jahreszeit-
raum (2003 bis 2013). Zum Einsatz kommt
dabei die DFG-Fachsystematik, die auch die
weitere Gliederungsstruktur des Kapitels
vorgibt.
Entsprechend der Unterscheidung nach
vier Wissenschaftsbereichen – Geistes- und
Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften,
Naturwissenschaften und Ingenieurwissen-
schaften – erfolgt ab Kapitel 4.4 eine detail-
lierte Betrachtung der Förderprofile von
Hochschulen und außeruniversitären For-
schungseinrichtungen.
Zur Betrachtung
kommen dabei auch die einrichtungsüber-
greifenden Vernetzungseffekte, die sich aus
der gemeinsamen Beteiligung an Koordinier-
ten Programmen der DFG sowie an Gradu-
iertenschulen und Exzellenzclustern je Wis-
senschaftsbereich ergeben. In der Differen-
zierung nach Forschungsfeldern (je nach
Wissenschaftsbereich zwischen sieben und
18 Kategorien) erfolgt dabei auch eine Detail-
betrachtung der in der DFG-Förderung je
Standort gesetzten fachlichen Akzente. Eine
tabellarische Betrachtung dieser Forschungs-
felder erfolgt schließlich auch in einer nach
14 Fachgebieten geordneten Weise.
4.1 Die DFG-Fachsystematik
Die in der Berichtsreihe DFG-Förderatlas be-
richteten Kennzahlen fokussieren auf Fächer
und tragen so dem Umstand Rechnung, dass
die Aussagekraft dieser Kennzahlen von Fach
zu Fach sehr unterschiedlich ist. Bezogen auf
die DFG profitiert die Reihe seit jeher von
dem Umstand, dass die Förderung von For-
schungsprojekten bei der DFG ebenfalls stark
fachbezogen organisiert ist. Das Gros der
DFG-Förderinstrumente wird in der DFG-
Geschäftsstelle in Fachreferaten betreut. Das
dort tätige wissenschaftliche Personal verfügt
über eine fundierte, dem betreuten Fächer-
spektrum zuzuordnende Ausbildung (min-
destens Promotion) sowie häufig auch über
mehrjährige eigene Forschungserfahrung.
Die Gutachterinnen und Gutachter, die die
Bewertung eines Förderantrags vornehmen,
werden aufgrund ihrer fachlich einschlägi-
gen Expertise ausgewählt. Liegen Anträge
„zwischen den Fächern“, hat auch dies Kon-
sequenzen für die Gutachterauswahl. Eine
Ende 2013 veröffentlichte DFG-Studie zeigt,
dass solche fachübergreifenden Begutach-
tungen von DFG-Anträgen tatsächlich eher
die Regel als die Ausnahme darstellen (DFG,
2013a).
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