Förderatlas 2015 - page 97

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3.8 Fokus Exzellenzinitiative
Dies folgt schon früh entdeckten Wachstums-
gesetzen für wissenschaftliche Produktivität
(De Solla Price, 1963), hängt aber auch mit
der weltweit weiterhin wachsenden Zahl pu-
blizierender Wissenschaftlerinnen und Wis-
senschaftler zusammen. Insbesondere China
hat seinen Anteil am weltweiten Publikati-
onsaufkommen in den letzten Jahren ver-
vierfacht (OECD, 2014). Darüber hinaus wer-
den auch zunehmend sich verändernde
Kommunikations- und Anreizstrukturen als
Wachstumsfaktor diskutiert.
Auch die Publikationsaktivitäten an deut-
schen Forschungseinrichtungen haben sich
im betrachteten Zeitraum intensiviert: Wur-
den im Jahr 2002 insgesamt rund 22.000
Publikationen in den hier betrachteten Fach-
gebieten Chemie und Physik veröffentlicht,
waren es im Jahr 2013 annähernd 28.000
Aufsätze. Dies entspricht einem Wachstum
von rund 25 Prozent. Damit liegt der rein
quantitative Zuwachs in Deutschland unter
dem weltweiten Vergleichswert von 49 Pro-
zent, aber über dem Wert der Vergleichsgrup-
pe besonders forschungsstarker Länder (17
Prozent).
Hochschulen, die im Rahmen der Exzel-
lenzinitiative gefördert wurden, haben an
diesem Wachstum einen wesentlichen Anteil.
Während das Publikationsaufkommen bezo-
gen auf alle deutschen Universitäten um 34
Prozent zugenommen hat, betrug der Anstieg
der 21 hier betrachteten Universitäten mit
Beteiligung an der Exzellenzinitiative rund 43
Prozent.
Festhalten lässt sich also, dass das Publika-
tionsaufkommen in Deutschland in den be-
trachteten Fachgebieten in den letzten zwölf
Jahren deutlich und stärker als in anderen
forschungsstarken Ländern zugenommen hat.
Diejenigen Standorte, die im Rahmen der Ex-
zellenzinitiative gefördert werden, tragen in
besonderem Maße zu dieser Steigerung bei.
Schon im Jahr 2006 zählten die 21 betrachte-
Abbildung 3-15:
Entwicklung des Publikationsaufkommens (Chemie/Physik) 2002 bis 2013 weltweit,
in forschungsstarken Ländern sowie in Deutschland
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
Universitäten mit
Beteiligung an der
Exzellenzinitiative
Universitäten (DE)
Deutschland
USA, UK, CH, NL, DE
Welt
+42,8%
+23,7%
+8,5%
+34,1%
+19,8%
+6,5%
+24,5%
+16,4%
+6,5%
+17,1%
+14,7%
+9,0%
+14,1%
+34,9%
+49,2%
Weitere methodische Ausführungen zu den bibliometrischen Analysen sind dem Methodenglossar im Anhang zu entnehmen.
Datenbasis und Quelle:
SCIE, Publikationen in den Subject Categories Chemie und Physik mit mindestens einem Autor einer Forschungseinrichtung der jeweiligen Kategorie.
Publikationen können mehreren Kategorien zugeordnet sein.
Berechnungen der DFG.
Veränderung 2005 zu 2002
Veränderung 2009 zu 2002
Veränderung 2013 zu 2002
1...,87,88,89,90,91,92,93,94,95,96 98,99,100,101,102,103,104,105,106,107,...199
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