Förderatlas 2015 - page 94

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3 Einrichtungen und Regionen der Forschung in Deutschland
zung der im Rahmen der Exzellenzinitiative
geförderten Graduiertenschulen und Exzel-
lenzcluster. Diese Verbünde rekrutieren ihr
wissenschaftliches Personal international. Für
das Jahr 2013 konnten über das DFG-Moni-
toring Daten zu rund 2.400 in GSC und rund
1.600 in EXC eingebundenen Wissenschaftle-
rinnen und Wissenschaftlern gewonnen wer-
den, die vor ihrem Eintritt in diese Program-
me in einem anderen Land tätig waren. Bei
diesen Personen mit Auslandsherkunft han-
delt es sich zum Teil um Personen der ent-
sprechenden Nationalität, zum Teil aber auch
um Deutsche, die die Exzellenzinitiative zum
Anlass nahmen, nach einem in der Regel län-
geren Auslandsaufenthalt in ihre Heimat zu-
rückzukehren.
Insgesamt liegt der Anteil der an GSC und
EXC beteiligten Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler mit Auslandsherkunft bei
23 Prozent. Ordnet man Verbünde nach ih-
rer fachlichen Schwerpunktsetzung den vier
von der DFG unterschiedenen Wissen-
schaftsbereichen zu, ergibt sich eine gewisse
Spannweite: Der Anteil der Beteiligten mit
Auslandsherkunft bewegt sich zwischen 10
Prozent im Wissenschaftsbereich Lebenswis-
senschaften und 43 Prozent im Wissen-
schaftsbereich Ingenieurwissenschaften.
Zu den großen Herkunftsländern der Be-
teiligten an der Exzellenzinitiative zählen in
Europa Großbritannien, Italien und Frank-
reich, aber auch kleinere Länder wie die Nie-
derlande und die deutschsprachigen Nach-
barländer Österreich und die Schweiz. Über
Europa hinaus rekrutieren Exzellenzpro-
gramme junge Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler insbesondere in Indien und
China, aber auch in den USA.
Abbildung 3-14 weist alle Länder aus, die
im DFG-Monitoring für das Jahr 2013 von
mindestens fünf Beteiligten an Verbünden
der Exzellenzinitiative als Herkunftsland an-
gegeben wurden. Die Darstellung unterschei-
det nach den beiden Förderlinien GSC und
EXC sowie jeweils nach den vier Wissen-
schaftsbereichen.
In den meisten mitteleuropäischen Län-
dern halten sich GSC und EXC quantitativ die
Waage, das heißt beide Förderlinien rekrutie-
ren in ähnlichem Umfang im Ausland. Gra-
duiertenschulen rekrutieren tendenziell stär-
ker in Osteuropa, aber beispielsweise auch in
der Türkei und Griechenland, in den afrikani-
schen Ländern sowie im asiatischen Raum in
Indien, Taiwan oder Pakistan. Die Werte für
Exzellenzcluster liegen etwas höher in den
USA sowie in Schweden und Japan – und so-
mit in Ländern, die generell als sehr for-
schungsstark angesehen sind.
Mit Blick auf die Fächer ergeben sich weni-
ge Auffälligkeiten. Indische Nachwuchskräfte
fokussieren auf lebenswissenschaftlich ausge-
richtete GSC, Ähnliches gilt für Taiwan – in
beiden Fällen maßgeblich zulasten der Geis-
tes- und Sozialwissenschaften. Bei den afrika-
nischen Ländern zeigt sich eine vergleichs-
weise starke Ausrichtung auf geistes- und
sozialwissenschaftlich ausgerichtete GSC.
Generell ist festzuhalten, dass die Attraktivität
der Exzellenzinitiative im Vergleich der Wis-
senschaftsbereiche sehr homogen ist. In der
Regel entsenden Länder Forscherinnen und
Forscher aus allen vier Wissenschaftsberei-
chen und auch in ähnlichen Proportionen.
3.8.4 Exzellenzinitiative in der
bibliometrischen Betrachtung
Wissenschaftlicher Ertrag wird vor allem
dann fruchtbar, wenn er veröffentlicht wird.
Qualitativ hochwertige Publikationen sind
ein international anerkannter Maßstab für
Erfolge in der Forschung. Hervorragende
Publikationen waren daher bei den Begut-
achtungen von Anträgen auf Förderung im
Rahmen der Exzellenzinitiative ein wichtiger
Indikator für wissenschaftliche Leistungsfä-
higkeit. Dabei stützte sich die Bewertung auf
die Einschätzung der für das in einem Ver-
bund zu erforschende Thema international
ausgewiesenen Expertinnen und Experten.
Ausschlaggebend war allein die inhaltliche
Bewertung. Quantifizierende Kennzahlen
waren weder für die Gutachterinnen und
Gutachter noch für die anschließend mit der
Entscheidung befassten Gremien ausschlag-
gebend.
Für eine Betrachtung des Verlaufs der Ex-
zellenzinitiative und als Antwort auf die Fra-
ge, welche „messbaren“ Erfolge diese bisher
kennzeichnet, ist es gleichwohl naheliegend,
auf bibliometrische Kennzahlen zurückzu-
greifen. Neben den bekannten blinden Fle-
cken bibliometrischer Analyse gibt es eine
Reihe von Besonderheiten des Untersu-
chungsgegenstands „Exzellenzinitiative“, die
eine bibliometrische Betrachtung des Publi-
kationsoutputs der Exzellenzinitiative er-
schweren:
Der Versuch, ein komplexes Phänomen wie
„Publikationsqualität“ auf einfache Weise
messbar zu machen, gelingt in vorsichtiger
1...,84,85,86,87,88,89,90,91,92,93 95,96,97,98,99,100,101,102,103,104,...199
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