Förderatlas 2015 - page 93

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3.8 Fokus Exzellenzinitiative
schungsstätte gewonnen werden konnten.
Richtet man den Blick zunächst auf die Regi-
onen mit besonders personalstarker Exzel-
lenzbeteiligung, fallen vor allem Berlin, Mün-
chen und die Region Unterer Neckar ins Auge.
Letztere umfasst die beiden Universitäten
U Heidelberg
und
U Mannheim,
mit Betei-
ligung an vier Graduiertenschulen und zwei
Exzellenzclustern.
Wie die kartografische Darstellung im Mit-
tel aller Regionen zeigt, sind drei von vier an
den Förderlinien der Exzellenzinitiative be-
teiligte Wissenschaftlerinnen und Wissen-
schaftler an der Hochschule tätig, die auch
die jeweilige Schule oder der jeweilige Clus-
ter trägt. Etwa gleich große Anteile zwischen
7 und 8 Prozent entfallen auf Beteiligte an
regionalen Hochschulen, regionalen Max-
Planck-Instituten oder auf überregional Be-
teiligte in Nachbarregionen. Insgesamt nur in
geringem Umfang eingebunden sind Wissen-
schaftlerinnen und Wissenschaftler, deren
primäre Forschungsstelle an Instituten der
Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), der Helm-
holtz-Gemeinschaft (HGF), der Leibniz-Ge-
meinschaft (WGL) sowie an weiteren regio-
nalen außeruniversitären Forschungsein-
richtungen liegt.
Vergleicht man die Regionen, fallen zu-
nächst die Standorte mit mehreren Universitä-
ten auf, also insbesondere München und Ber-
lin, aber auch Hannover
(U Hannover und
MedH Hannover)
und Bremen
(U Bremen
und
JU Bremen).
Hier entfällt ein jeweils
substanzieller Anteil der Beteiligungen auf die
an einer Schule oder einem Cluster eingebun-
denen Partnerhochschulen in der Region. Die
besonderen Potenziale für Zusammenarbeit
zwischen benachbarten Universitäten, wie sie
anhand von Abbildung 3-1 herausgearbeitet
wurden, werden also genutzt.
Standorte mit starker Einbindung von Wis-
senschaftlerinnen und Wissenschaftlern an in
der Region angesiedelten Max-Planck-Institu-
ten finden sich in der Region Saar, der Region
um Dresden (Oberes Elbtal/Osterzgebirge) so-
wie vor allem in der Region Göttingen. Für
diese Region hat bereits Abbildung 3-12 den
besonderen Stellenwert dort angesiedelter
Max-Planck-Institute für das Forschungsprofil
der Region ausgewiesen – in diesem Fall an-
hand der organisationsspezifischen Beteiligun-
gen am 7. EU-Forschungsrahmenprogramm.
Eine über die Region hinausreichende Ein-
bindung ist vor allem für die großen Metro-
polregionen in Deutschland zu erkennen, die
durch fließende Übergänge geprägt sind, bei-
spielsweise Rhein-Main mit der benachbar-
ten Region Mittelhessen und Rhein-Ruhr so-
wie die ebenfalls benachbarten Regionen
Köln und Bonn.
Für nur wenige Regionen ergibt sich aus
dem DFG-Monitoring eine rein hochschulin-
terne Beteiligung an den dort angesiedelten
Graduiertenschulen beziehungsweise Exzel-
lenzclustern. Hierzu zählen Bielefeld, Ober-
franken-Ost und Würzburg. Eine sehr hohe
hochschulinterne Konzentration zeigen dar-
über hinaus aber auch die Regionen Aachen,
Stuttgart, Südlicher Oberrhein
(U Freiburg),
Hochrhein-Bodensee
(U Konstanz)
und
Münster. In allen diesen Fällen ist zu beach-
ten, dass Regionen, deren Universitäten erst
in der zweiten Phase der Exzellenzinitiative
(2012) erfolgreich waren, in der statistischen
Betrachtung nur in geringem Maße aufschei-
nen können, da sich die hier neu entstande-
nen Verbünde der Exzellenzinitiative zum
Zeitpunkt des DFG-Monitorings noch im Auf-
bau befanden. Dies gilt zum Beispiel für die
Region Oberfranken-West mit der
U Bam-
berg
sowie für die Region um die
U Regens-
burg
und die
TU Chemnitz
(Südsachsen).
3.8.3 Internationale Zusammenarbeit
in Graduiertenschulen
und Exzellenzclustern
Wurde im vorherigen Kapitel die Frage der
regionalen Effekte der Exzellenzinitiative
schlaglichtartig beleuchtet, gilt die Aufmerk-
samkeit im Folgenden ihrer Internationalität.
Ein wichtiges Motiv der Exzellenzinitiative
war und ist es, mit den dort angebotenen Pro-
grammen neue Möglichkeiten der internatio-
nalen Zusammenarbeit zu schaffen. Im Rah-
men der Förderlinien Graduiertenschulen
(GSC) und Exzellenzcluster (EXC) wird dies
auf verschiedenen Wegen erreicht. Sei es
durch eine Zusammenarbeit mit internatio-
nal angesehenen Arbeitsgruppen, im Recrui-
ting internationaler Spitzenwissenschaftlerin-
nen und -wissenschaftler für mit der Exzel-
lenzinitiative neu geschaffene Professuren
oder andere Leitungsstellen, in der Durchfüh-
rung internationaler Tagungen und Work-
shops usw. – Internationalität kennt vielerlei
Facetten und Möglichkeiten der Ausgestal-
tung.
Für diesen Förderatlas wurde ein einzelner
Aspekt herausgegriffen. Betrachtet wird hier,
wiederum unter Zugriff auf Daten des DFG-
Monitorings, die personelle Zusammenset-
1...,83,84,85,86,87,88,89,90,91,92 94,95,96,97,98,99,100,101,102,103,...199
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