Förderatlas 2015 - page 91

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3.8 Fokus Exzellenzinitiative
der Exzellenzinitiative gibt es einen engen
Bezug. Die in den Tabellen ausgewiesenen
Zusammenhänge sind daher ursächlich weni-
ger der Initiative zuzurechnen als vielmehr
der Größe der an diesen Programmen partizi-
pierenden Universitäten. Große Hochschulen
verfügen in der Regel über bessere Ressour-
cen (beispielsweise Geräte und Bibliotheken)
und sie bieten dank ihrer meist in Metropo-
lenregionen erfolgenden Ansiedlung oft eine
größere Auswahl an potenziellen Kooperati-
onspartnern vor Ort. Diese Regionen sind be-
liebte Zieladresse für ausländische Gastwis-
senschaftlerinnen und -wissenschaftler und
bieten auch ERC-geförderten Spitzenwissen-
schaftlerinnen und -wissenschaftlern attrak-
tive Arbeitsmöglichkeiten. Verschiedene Fak-
toren kumulieren und schaffen wechselseitig
gute Rahmenbedingungen für Forschung –
und so eben auch für eine Beteiligung an der
Exzellenzinitiative.
3.8.2 Regionale Zusammenarbeit im
Rahmen der Exzellenzinitiative
Für die Exzellenzinitiative spielt der Aspekt
der Kooperation eine zentrale Rolle. Die Ex-
zellenzinitiative baut in der Regel auf vor-
handene Netzwerke, die im Rahmen des
Programms verstärkt und in ihren Beziehun-
gen intensiviert werden, schafft aber auch
Rahmenbedingungen für neue Formen der
Kooperation. Das Spektrum reicht dabei
von der Intensivierung inneruniversitärer
Arbeitskontakte über Institute und Fachbe-
reiche hinweg (und somit auch zwischen
Fächern, vgl. hierzu die Analysen in Kapitel
5), bindet andere Hochschulen sowie außer-
universitäre Forschungseinrichtungen der
Region ein und attrahiert schließlich auch,
mit Blick auf die internationale Vernetzung,
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
aus anderen Ländern und Kontinenten (vgl.
Kapitel 3.8.3).
In diesem Kapitel wird die Frage beleuch-
tet, in welchem Umfang die Exzellenzini-
tiative zur regionalen Vernetzung von For-
schungsaktiven beiträgt. Auch dieser Aspekt
kennt viele Facetten, etwa bezüglich der ge-
meinsamen Nutzung von Forschungsinfra-
strukturen, der Kooperation mit regionalen
Wirtschaftspartnern sowie mit Museen und
anderen kulturellen Einrichtungen. Raum
bietet sie dabei etwa auch für die Interaktion
mit regionalen Schulen, etwa im Format von
Schülerlabors, Studium-Generale-Program-
men oder Beteiligungen an Programmen wie
Kinderuniversität usw.
Für diesen DFG-Förderatlas wurde aus dem
weiten Spektrum an Aktivitäten mit primär
regionaler Ausrichtung ein Aspekt herausge-
griffen, der die aktiv an Graduiertenschulen
und Exzellenzclustern beteiligten Wissen-
schaftlerinnen und Wissenschaftler in den
Mittelpunkt stellt. Basierend auf den jähr-
lichen Erhebungen des DFG-Monitorings der
Exzellenzinitiative
19
wurde für diese Personen
die Forschungseinrichtung ermittelt, an der sie
während ihrer Beteiligung primär tätig waren
beziehungsweise sind. Dabei lassen sich zu-
nächst grundsätzlich drei Personengruppen
unterscheiden:
Personen, die an der Universität wissen-
schaftlich aktiv sind, die auch den Verbund
beheimatet. Diese Personen werden als
„hochschulintern“ eingebunden betrachtet.
Personen mit einer Tätigkeit außerhalb
dieser Universität, aber innerhalb der Regi-
on gelten als „regional“ eingebunden.
Verbundbeteiligte Personen außerhalb der
Region werden dementsprechend der Rub-
rik „überregional“ zugeordnet.
Zu beachten ist, dass diese Betrachtung Gast-
wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler
nicht berücksichtigt und ebenso nicht aus
Mitteln der Exzellenzinitiative finanzierte
Kooperationspartnerinnen und -partner, zum
Beispiel aus Industrie und Wirtschaft sowie
aus dem Ausland.
Mit Blick auf die Regionen ist bei dieser Be-
trachtung von Interesse, inwieweit es den
dort angesiedelten Schulen und Clustern ge-
lingt, Wissenschaftlerinnen und Wissen-
schaftler an anderen Hochschulen oder
außeruniversitären Forschungseinrichtungen
in ihren Verbund aktiv einzubinden. Die fol-
gende Abbildung 3-13 differenziert daher
nicht nur nach hochschulintern, regional und
überregional eingebunden, sondern mit Blick
auf die Region auch danach, ob es sich um
eine andere Hochschule handelt oder ein Ins-
titut der vier großen außeruniversitären Wis-
senschaftsorganisationen.
Der Abbildung liegen Daten zu insgesamt
knapp 21.000 an 49 Graduiertenschulen und
49 Exzellenzclustern beteiligten Personen zu-
grunde, für die im Rahmen des DFG-Moni-
torings Informationen zur primären For-
19
Siehe auch das Methodenglossar im Anhang unter
dem Stichwort „DFG-Monitoring der Exzellenziniti-
ative“.
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