Förderatlas 2015 - page 89

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3.8 Fokus Exzellenzinitiative
Kennzahlenvergleich macht große
Profilunterschiede entlang der
Typologie zur Hochschulbeteiligung an
der Exzellenzinitiative deutlich
Mit der Typologie ist es nun möglich, die ver-
schiedenen in diesem DFG-Förderatlas zum
Einsatz gebrachten Kennzahlen gegenüber-
zustellen und hinsichtlich der Beteiligungs-
merkmale von Hochschulen an der Exzellenz-
initiative zu vergleichen. Das Ergebnis halten
die hier gezeigten drei Tabellen 3-7 bis 3-9
fest. Als feste Bezugsgröße für eine Relativie-
rung der Kennzahlen weist Tabelle 3-7 die
Anteile der je Kategorie tätigen Personalzah-
len aus.
An den 45 Hochschulen mit Beteiligung
an der Exzellenzinitiative sind mit Stand
2012 knapp 150.000 Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler tätig, was etwa einem
Anteil von zwei Dritteln am wissenschaft-
lichen Personal deutscher Hochschulen ent-
spricht. Bezogen auf Professuren liegt der
Anteil bei 38 Prozent. Der Unterschied in
den Anteilen deutet bereits auf einen gene-
rell wichtigen Unterschied hin: Universitä-
ten und hierunter insbesondere die großen,
an der Exzellenzinitiative beteiligten Ein-
richtungen verfügen über eine bessere Per-
sonalausstattung im Mittelbaubereich. Hier
ergibt sich ein direkter Bezug zu den einge-
worbenen Drittmitteln, da diese zu großen
Teilen der Finanzierung befristeter Projekt-
stellen dienen. Weil die Zahlen für wissen-
schaftliches Personal somit in gewissem Um-
fang eine abhängige Größe der eingeworbe-
nen Drittmittel darstellen, konzentrieren
sich die folgenden Vergleiche auf die Zahlen
zur Professorenschaft.
Bereits der Vergleich mit den DESTATIS-
Zahlen zu den Drittmitteleinnahmen der
Hochschulen in Tabelle 3-7 ergibt den Befund
einer hohen Konzentration auf an der Exzel-
lenzinitiative beteiligte Einrichtungen. 5.141
von insgesamt 6.760 Millionen Euro Drittmit-
teleinnahmen des Jahres 2012 entfallen auf
dieses Segment, mithin gut drei Viertel des
Gesamtvolumens. Die 14 Universitäten mit
Zukunftskonzept vereinen knapp 38 Prozent
aller Drittmittel auf sich. Das ist mehr als dop-
pelt so viel, wie es dem Anteil der an diesen
Universitäten tätigen Professorenschaft ent-
spricht. Universitäten mit Zukunftskonzepten
sind somit also stark überdurchschnittlich
drittmittelaktiv.
Mit Blick auf die weiteren Kategorien der
Typologie übersteigt auch bei Universitäten
mit zwei und mehr GSC/EXC (ohne ZUK) der
Anteil an den Drittmitteleinnahmen (27 Pro-
zent) den an der Professorenschaft ausgerich-
teten Erwartungswert (15 Prozent) um fast
das Doppelte. Bei Universitäten mit einer
Tabelle 3-8:
Beteiligung an Förderprogrammen für Forschungsvorhaben von DFG, Bund und EU
nach Beteiligungsform an der Exzellenzinitiative
Art der Hochschule
DFG-
Bewilligungen
1)
Direkte
FuE-Projektförderung
des Bundes
FuE-Förderung
im 7. EU-FRP
2)
Mio €
% Mio €
% Mio €
%
Universitäten
6.712,5
99,5 3.190,6
92,2
1.096,2 98,4
davon mit Beteiligung an der Exzellenzinitiative 5.839,8
86,6
2.534,1
73,2
954,1 85,7
Zukunftskonzept-Universitäten
2 953,7
43,8
1 196,8
34,6
518,8
46,6
Universitäten mit zwei und mehr GSC/EXC
2 049,9
30,4
916,8
26,5
318,8
28,6
Universitäten mit einer GSC oder einem EXC
836,2
12,4
420,5
12,2
116,5
10,5
davon ohne Beteiligung an der Exzellenzinitiative
872,7
12,9
656,5
19,0
142,1 12,8
Weitere Hochschulen
33,8
0,5
270,0
7,8
17,4
1,6
Hochschulen insgesamt
6.746,2 100,0 3.460,6 100,0
1.113,6 100,0
1)
Einschließlich 1 076,1 Millionen Euro im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder
2)
Die ausgewiesenen Fördersummen zum 7 EU-Forschungsrahmenprogramm sind auf einen 3-Jahreszeitraum entsprechend den Fördersummen von DFG
und Bund umgerechnet Insgesamt haben die betrachteten Hochschulen 2 598,5 Millionen Euro in diesem Programm erhalten (vgl Methodenglossar)
Datenbasis und Quellen:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): Direkte FuE-Projektförderung des Bundes 2011 bis 2013 (Projektdatenbank PROFI)
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): DFG-Bewilligungen für 2011 bis 2013
EU-Büro des BMBF: Beteiligungen am 7 EU-Forschungsrahmenprogramm (Laufzeit: 2007 bis 2013, Projektdaten mit Stand 21 02 2014)
Berechnungen der DFG
1...,79,80,81,82,83,84,85,86,87,88 90,91,92,93,94,95,96,97,98,99,...199
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