Förderatlas 2015 - page 83

81
3.7 Forschungsprofile von Regionen
sam mit vielen anderen Unternehmen und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen
mit Schwerpunkt in der Luft- und Raumfahrt
in diesem Bereich in größerem Umfang Mit-
tel der direkten FuE-Projektförderung des
Bundes einwirbt. Große Wirkung zeigt hier
insbesondere der in Kapitel 2.3 vorgestellte
Spitzencluster-Wettbewerb: Der Luftfahrt-
cluster der Metropolregion Hamburg wurde
im Jahr 2008 als einer der ersten von insge-
samt 15 in drei Wettbewerbsrunden ausge-
wählten Verbünden in Deutschland prämiert.
Für Hamburg prägend ist aber auch die
Bundesförderung für Großgeräte der Grund-
lagenforschung – vor allem der Bau des Euro-
päischen Röntgenlasers XFEL am
Deutschen
Elektronen-Synchrotron (DESY)
bean-
sprucht einen großen Anteil der eingeworbe-
nen Fördermittel.
Viele Regionen stark auf einzelne
Fördergebiete konzentriert
Die Region Stuttgart setzt einen klaren
Schwerpunkt auf das Fördergebiet Energie-
forschung und Energietechnologie. Dies be-
ruht auf einer Reihe von Forschungsprojek-
ten im Bereich der Erneuerbaren Energien,
zum Teil unter Beteiligung von in der Region
ansässigen Unternehmen wie beispielsweise
der Daimler AG.
In der Region Berlin ist, wie schon bei den
DFG-Bewilligungen, das Fördergebiet Geis-
teswissenschaften/Wirtschafts- und Sozial-
wissenschaften absolut am stärksten vertre-
ten. Es ist mit seinem sowohl generell wie
auch an diesem Standort sehr geringen An-
teil am Gesamtvolumen nicht wirklich pro-
filprägend. Weit größeres Gewicht nehmen
hier Mittel für Projekte auf dem Gebiet der
Informations- und Kommunikationstechno-
logie ein, etwa in Gestalt des
Gauss Centre
for Supercomputing (GCS),
das seinen
Hauptsitz in der Bundeshauptstadt hat
14
.
Auch viele weitere Regionen weisen einen
Fokus auf wenige Fördergebiete auf. Hervor-
heben lässt sich etwa die Region Oberfran-
ken-West, die mit dem an der
U Bamberg
14
Das Gauss Centre for Supercomputing (GSC) führt
die drei nationalen Supercomputing-Zentren
in Stuttgart, Jülich und Garching bei München
zusammen. Neben der Förderung durch den Bund
erhält es insbesondere Mittel durch die für For-
schung zuständigen Ministerien der Länder Baden-
Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen
(vgl.
.
angesiedelten Nationalen Bildungspanel
(NEPS)
15
das Fördergebiet Innovation in der
Bildung prägt. Ein weiteres Beispiel findet
sich in der Region Unterer Neckar (Heidel-
berg und Mannheim) mit dem Schwerpunkt
in der Gesundheitsforschung und Gesund-
heitswirtschaft. Zurückzuführen ist dies unter
anderem auf das Bernstein Netzwerk Compu-
tational Neuroscience
16
mit weiteren Zentren
in Berlin, Freiburg, Göttingen, München und
Tübingen.
3.7.3 Forschungsprofile der EU-
Förderung im 7. Forschungs-
rahmenprogramm
Am Beispiel der Förderung im 7. EU-For-
schungsrahmenprogramm bieten die hier
präsentierten Karten die Möglichkeit, zum
einen die fördergebietsspezifischen Schwer-
punktsetzungen der verschiedenen For-
schungsregionen zu erkennen (vgl. Abbil-
dung 3-11). Zum anderen lässt sich ablesen,
mit welchen Anteilen die verschiedenen ins-
titutionellen Akteure – Hochschulen, die vier
großen außeruniversitären Wissenschaftsor-
ganisationen sowie Industrie und Wirtschaft
– das regionale EU-Forschungsprofil prägen
(vgl. Abbildung 3-12).
Bei der regionalen Betrachtung der Vertei-
lung der EU-Fördermittel stehen, mit gerin-
gen Unterschieden, die gleichen Regionen im
Fokus wie bei der in den vorherigen Kapiteln
erfolgten Betrachtung der DFG-Bewilligun-
gen und der direkten FuE-Projektförderung
des Bundes. Die fünf Regionen mit der höchs-
ten Beteiligung am 7. EU-Forschungsrah-
menprogramm sind München, Berlin, Unte-
rer Neckar, Stuttgart und Köln. Auffällig ist
hier der große Erfolg der Region Köln, der
insbesondere durch das
Deutsche Zentrum
für Luft- und Raumfahrt (DLR)
in Köln
begründet ist. In der Region Unterer Neckar
(mit den Universitätsstädten Heidelberg und
Mannheim) hat das
Europäische Laborato-
rium für Molekularbiologie (EMBL)
ei-
nen großen Anteil am Erfolg im 7. EU-Rah-
menprogramm. Aber auch die dort angesie-
delten Hochschulen vereinen gut ein Viertel
der eingeworbenen EU-Mittel auf sich.
15
Seit Januar 2014 wird das Nationale Bildungspanel
am neu gegründeten Leibniz-Institut für Bildungs-
verläufe (LIfBi) betreut.
16
Vgl.
1...,73,74,75,76,77,78,79,80,81,82 84,85,86,87,88,89,90,91,92,93,...199
Powered by FlippingBook