Förderatlas 2015 - page 75

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3.7 Forschungsprofile von Regionen
außeruniversitären Forschungseinrichtungen
mit ihren verschiedenen Adressen der Analy-
se zugrunde. Wiederum am Beispiel der Regi-
on München bilden so insgesamt rund 1.600
Adressen die Analysebasis.
Als Regionen mit sehr hoher Einrichtungs-
dichte klar zu erkennen sind Berlin, München
und Hamburg, aber auch das Rhein-Ruhr-Ge-
biet mit den Regionen Bochum/Hagen und
Dortmund sowie den Regionen Köln und
Bonn. Die Regionen Stuttgart, Neckar-Alb so-
wie die Region Unterer Neckar mit den beiden
größeren Städten Mannheim und Heidelberg
und die Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge
(rund um Dresden) weisen ebenfalls eine
hohe Forschungsinfrastrukturdichte auf. Dies
gilt auch, von Norden kommend, für die Regi-
onen Hannover, Münster, Göttingen, West-
sachsen, Halle/Saale, Ostthüringen, Rhein-
Main (mit Zentrum in Frankfurt) und Süd-
licher Oberrhein (rund um Freiburg).
Der polyzentrische Charakter des deut-
schen Wissenschaftssystems zeigt sich dar-
über hinaus in einer Vielzahl weiterer Unter-
zentren mit einer kleineren Anzahl dort an-
gesiedelter Forschungseinrichtungen. In allen
Regionen, zu erkennen an den kleinen Mar-
kierungen außerhalb der durch die Dichte-
darstellung herausragenden Ballungszentren,
sind wenigstens vereinzelt Standorte von
Forschungseinrichtungen angesiedelt, also
beispielsweise auch im Emsland, in der Alt-
mark oder im Allgäu.
Wie die Gesamtbetrachtung der verschie-
denen Dichtegebiete zeigt, sind diese in der
Regel mit ihrem Zentrum in einer einzelnen
Raumordnungsregion verortet, in einigen
Fällen ergeben sich aber auch Ausstrahlun-
gen über Regionengrenzen hinaus. Insgesamt
lässt sich festhalten, dass mit dem ROR-Kon-
zept Forschungsregionen gut abzubilden sind.
3.7 Forschungsprofile
von Regionen
Nachdem in den vorangegangenen Kapiteln
einzelne Forschungseinrichtungen und Wis-
senschaftsorganisationen im Fokus der Be-
trachtung standen, richten die folgenden
Analysen die Aufmerksamkeit auf die For-
schungsprofile von Regionen. Auch hier lie-
gen wiederum Daten zugrunde, die über Be-
teiligungen an den Programmen der drei gro-
ßen Drittmittelgeber für Forschungsprojekte
in Deutschland, also der DFG, des Bundes
sowie der EU, Auskunft geben.
Die Gegenüberstellung dieser Forschungs-
profile macht es zum einen möglich, Regio-
nen bezüglich ihrer Drittmittelaktivität zu
unterscheiden, zum anderen lassen sich aber
auch regionen- und fördererspezifische fach-
liche und thematische Akzentuierungen er-
kennen. Zu erinnern ist dabei an die in die-
sem Kapitel einleitend herausgestellten
Kennzahlenprofile (vgl. Tabelle 3-1): Wäh-
rend eine Darstellung auf Basis von DFG-Be-
willigungen überwiegend zum Ausdruck
bringt, wie Hochschulen und in geringeren
Anteilen außeruniversitäre Forschungsein-
richtungen das Profil einer Region prägen,
werden in der Bundes- und EU-Förderung zu
großen Teilen auch Beträge durch wirtschafts-
und industriegetragene Einrichtungen einge-
worben. Gerade mit Blick auf diese Daten
macht die regionenspezifische Betrachtung
auch das Potenzial deutlich, das diese Regio-
nen für einrichtungsübergreifende Zusam-
menarbeit und Transfer zwischen Hochschu-
len, außeruniversitären Einrichtungen sowie
Industrie und Wirtschaft bieten.
3.7.1 Forschungsprofile
der DFG-Förderung
Die in Abbildung 3-7 präsentierte kartografi-
sche Darstellung weist aus, wie sich die DFG-
Bewilligungen nach Förderinstrumenten auf
verschiedene Regionen und Forschungsstand-
orte in Deutschland verteilen. In der Abbil-
dung wird sichtbar, welche Regionen bezogen
auf die DFG-Förderung sowie die Förderung
im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes
und der Länder besonders forschungsaktiv
sind. Die Differenzierung nach Förderinstru-
menten lässt erkennen, wie erfolgreich einzel-
ne Regionen etwa in der Exzellenzinitiative
sind, aber auch, welchen Stellenwert die etab-
lierten DFG-Verfahren einnehmen. Basis der
Analyse bilden Mittel in Höhe von insgesamt
7.675 Millionen Euro für den Zeitraum 2011
bis 2013.
DFG-Einzelförderung übt in allen
Forschungsregionen prägenden
Einfluss aus
Abbildung 3-7 lässt zunächst erkennen, dass
die DFG in praktisch allen Regionen, die über
eine ausgebaute Forschungsinfrastruktur ver-
fügen, als Drittmittelgeber in Anspruch ge-
nommen wird. Als bewilligungsstarke Regio-
1...,65,66,67,68,69,70,71,72,73,74 76,77,78,79,80,81,82,83,84,85,...199
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