Förderatlas 2015 - page 70

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3 Einrichtungen und Regionen der Forschung in Deutschland
3.5 Förderprofile
außeruniversitärer
Forschungsorganisationen
In Kapitel 3.2 wurde bereits darauf verwiesen,
dass die außeruniversitären Wissenschaftsor-
ganisationen in unterschiedlichem Umfang
an den Förderprogrammen der DFG, des
Bundes und der EU partizipieren. Die Mittel
der DFG entfallen mit rund 6.750 Millionen
Euro, also einem Anteil von 88 Prozent, vor
allem auf erkenntnisgeleitete Projekte an
Hochschulen. Mit knapp 930 Millionen Euro
liegt der absolute Betrag, den Wissenschaftle-
rinnen und Wissenschaftler an außeruniver-
sitären Forschungseinrichtungen für einen
Zeitraum von drei Jahren bei der DFG einge-
worben haben, gleichwohl nur wenig unter
dem bei der EU eingeworbenen Volumen
(knapp 1.050 Millionen Euro). Deutlich um-
fangreicher sind demgegenüber die Mittel,
die außeruniversitäre Forschungseinrichtun-
gen über die direkte FuE-Förderung des Bun-
des eingeworben haben. Hier summiert sich
der Betrag im 3-Jahreszeitraum (2011 bis
2013) auf fast 2.900 Millionen Euro (vgl. Ta-
belle 3-1 in Kapitel 3.2).
Tabelle Web-19, Web-24 und Web-28 (vgl.
weisen nach den
einzelnen Forschungsorganisationen differen-
ziert und für jedes partizipierende Institut im
Detail aus, wie sich diese Summen auf die von
den einzelnen Förderern unterschiedenen
Fach- beziehungsweise Fördergebiete auftei-
len. Die Werte liegen auch der folgenden Ab-
bildung 3-5 zugrunde. Sie macht deutlich, in
welchen Wissenschaftsbereichen die vier Wis-
senschaftsorganisationen sowie die Bundes-
forschungseinrichtungen bei jeweils welchem
Förderer besonders aktiv sind.
Für die Abbildung wurde das aus dem
DFG-Förderatlas 2012 bekannte Format des
Radargrafen ausgewählt. Diese Darstellungs-
methode erlaubt es, auf einen Blick zu erken-
nen, welche Förderer in welchen Wissen-
schaftsbereichen von den betrachteten Orga-
nisationen jeweils präferiert werden. Die vier
Wissenschaftsbereiche markieren die Achsen
des Grafen, die farbigen Linien repräsentieren
die Anteile der drei Mittelgeber DFG, Bund
und EU. Angegeben sind jeweils die Anteile
eines Wissenschaftsbereichs an der Gesamt-
förderung des Mittelgebers in Prozent, sodass
sich die vier Prozentwerte eines Vierecks, das
durch die Werte aufgespannt wird, zu 100
Prozent addieren.
Ein Lesebeispiel: Knapp 50 Prozent der
DFG-Förderung an die
Helmholtz-Gemein-
schaft (HGF)
entfällt auf die Lebenswissen-
schaften, etwa 40 Prozent auf die Naturwis-
senschaften und die verbleibenden 10 Pro-
zent auf die Ingenieurwissenschaften. Diese
Verteilung und ebenso die Verteilungen auf
Bund und EU entsprechen weitgehend der
im Förderatlas 2012 erfolgten Darstellung
(DFG, 2012: 100). Auch das Drittmittelprofil
der HGF ist somit, ähnlich wie oben für ein-
zelne Hochschulen mit Blick auf die DFG fest-
gestellt, über die Zeit weitgehend stabil.
Dies gilt auch für die
Fraunhofer-Gesell-
schaft (FhG).
Diese ist bei allen drei Förde-
rern ganz überwiegend auf ingenieurwissen-
schaftliche Fach- und Fördergebiete ausge-
richtet. Auch das Profil der
Max-Planck-Ge-
sellschaft (MPG)
ist im Zeitvergleich sehr
stabil – mit hohen Anteilen an den Lebens-
und Naturwissenschaften gewidmeten Förder-
programmen des Bundes und der DFG und
einer sowohl die Lebens- wie die Ingenieur-
wissenschaften umfassende Partizipation an
den EU-Programmen.
Leichte Akzentverschiebungen ergeben
sich für die
Leibniz-Gemeinschaft (WGL)
und die
Bundesforschungseinrichtungen.
Im Gegensatz zu den drei vorgenannten Or-
ganisationen partizipieren diese bei allen drei
Mittelgebern in sichtbarem Umfang auch an
Programmen, die Projekte in den Geistes-
und Sozialwissenschaften fördern. Im Ver-
gleich zum Förderatlas 2012 tritt die WGL bei
der DFG etwas stärker in den Lebenswissen-
schaften in Erscheinung – bei entsprechend
relativem Rückgang der Einwerbungen für
naturwissenschaftlich ausgerichtete For-
schungsprojekte. Und die Bundesforschungs-
einrichtungen haben ihr EU-Profil gegenüber
dem Förderatlas 2012 zulasten der Lebens-
wissenschaften stärker auf die Ingenieurwis-
senschaften ausgerichtet. Sonst gilt auch hier
weitgehende Profilstabilität.
Beteiligung an ERC-Programmen
Oben wurde bereits für Hochschulen ausge-
wiesen, in welchem Umfang diese von den
Programmen des European Research Coun-
cils (ERC) profitieren. Tabelle 3-6 bietet eine
entsprechende Übersicht für außeruniversitä-
re Wissenschaftsorganisationen. Schon aus
Tabelle 3-2 ist bekannt, dass diese etwa ein
Drittel aller in Deutschland im Berichtszeit-
raum vom ERC geförderten Personen auf sich
1...,60,61,62,63,64,65,66,67,68,69 71,72,73,74,75,76,77,78,79,80,...199
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