Förderatlas 2015 - page 65

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3.3 DFG-Bewilligungen an Hochschulen
men zu den vier Wissenschaftsbereichen
schließen neben der Einzelförderung und
den Koordinierten Programmen auch die ers-
te und zweite Förderlinie der Exzellenzinitia-
tive ein, nicht jedoch die Fördersummen für
die hochschulweit ausgerichteten Zukunfts-
konzepte sowie die in diesem Förderatlas
erstmals betrachteten Infrastrukturprogram-
me, da diese fachlich nicht zuzuordnen sind.
Die Summe der Beträge in den vier Wissen-
schaftsbereichen je Hochschule fällt also ge-
ringer aus als der in der ersten Spalte ausge-
wiesene Betrag für DFG-Bewilligungen ge-
samt.
In den Geistes- und Sozialwissenschaften
stehen mit großem Abstand die
FU Berlin
und die
HU Berlin
an der Spitze der Rangrei-
he. Mit absolut hohen Summen sind weiter-
hin die
U Heidelberg, U Frankfurt/Main
und
U Münster
sowie die
LMU München
und die
U Tübingen
in dieser Übersicht ver-
treten.
Einen Schwerpunkt auf die Lebenswissen-
schaften setzen vor allem die
LMU Mün-
chen
sowie die
U Heidelberg, U Göttingen
und
U Freiburg
– jeweils mit Bewilligungs-
summen deutlich über 100 Millionen Euro in
den betrachteten drei Jahren.
Die meisten DFG-Fördermittel in den
Naturwissenschaften (einschließlich Mathe-
matik) konnten die
U Bonn, U Hamburg,
LMU München,
das
KIT Karlsruhe,
die
TU
München
sowie die
TU Berlin
einwerben.
Spitzenreiter in den Ingenieurwissenschaf-
ten (einschließlich Informatik) ist nach wie
vor die
TH Aachen,
die mit über 140 Millio-
nen Euro in drei Jahren die Rangreihe deut-
lich vor der
TU Darmstadt
sowie der
U Er-
langen-Nürnberg, U Stuttgart,
dem
KIT
Karlsruhe
und der
TU München
anführt.
In allen Fällen ergibt sich auch hier, mit
Blick auf die einzelnen Wissenschaftsbereiche,
eine große Ähnlichkeit mit den im Förderat-
las 2012 berichteten Rangreihen. Statistisch
kommt die hohe Übereinstimmung im bereits
bekannten Rangkorrelations-Koeffizienten
3
zum Ausdruck, der sich in den vier Wissen-
schaftsbereichen in einem Spektrum von
Spearman’s R = 0,94 bis 0,97 bewegt. Diese
Werte verweisen auf ein im Grunde hoch
stabiles System.
Mit Blick auf die oben wegen ihrer etwas
stärkeren Rangplatzveränderungen hervor-
3
Siehe auch das Methodenglossar im Anhang unter
dem Stichwort „Korrelationskoeffizient“.
gehobenen ostdeutschen Universitäten ergibt
sich für die
TU Dresden
sowohl eine höhere
Rangposition in den Geistes- und Sozialwis-
senschaften (Förderatlas 2012: Rang 27,
2015: Rang 21) wie in den Lebenswissen-
schaften (2012: Rang 16, 2015: Rang 10).
Auch die
U Leipzig
nimmt heute im Ver-
gleich stärker DFG-Mittel für geistes- und so-
zialwissenschaftliche Forschungsprojekte in
Anspruch als im 2012 betrachteten Berichts-
zeitraum (2012: Rang 21, 2015: Rang 17). Für
die anderen Wissenschaftsbereiche sind keine
auffälligen Veränderungen feststellbar. Die
TU Berlin
weist einen leichten Zuwachs in
den Ingenieurwissenschaften auf (2012: Rang
11, 2015: Rang 8), findet sich aber jetzt zum
ersten Mal in der Liste der 40 bewilligungs-
aktivsten Hochschulen der Geistes- und Sozial-
wissenschaften (Rang 35).
Ebenfalls deutlich mehr DFG-Bewilligun-
gen hat die
U Göttingen
erhalten, die in
den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie
in den Naturwissenschaften vom jeweils 16.
auf den 10. Rang aufstieg. In den Lebenswis-
senschaften gelang der Sprung vom 9. auf
den 3. Rang. In den Geistes- und Sozialwis-
senschaften haben darüber hinaus die
U Freiburg,
die
U Potsdam,
die
U Düssel-
dorf
und die schon erwähnte
TU Berlin
ihre Position ausgebaut. In den Lebenswis-
senschaften gelang dies neben den schon er-
wähnten Standorten auch der
U Hamburg,
in den Naturwissenschaften in besonderer
Weise der
TH Aachen
sowie der
TU Darm-
stadt
und der
U Freiburg.
In den Ingeni-
eurwissenschaften weist schließlich die
U Erlangen-Nürnberg
größere Zuwächse
auf (2012: Rang 8, 2015: Rang 3), und auch
die
HU Berlin
findet sich erstmals unter den
40 bewilligungsaktivsten Universitäten in
den Ingenieurwissenschaften (Rang 33) – in
diesem Fall zurückzuführen vor allem auf
Projekte im Fachgebiet Elektrotechnik, In-
formatik und Systemtechnik.
3.3.3 DFG-Bewilligungen an
Hochschulen in der relativen
Betrachtung
Einen weiteren Zugang zu der Frage, wie die
unterschiedlichen fachlichen Profile von
Hochschulen bei der Berechnung von Dritt-
mittelkennzahlen zu berücksichtigen sind,
bieten die folgenden Analysen. Die zugrunde
liegende Methodik wurde erstmals im Förder-
atlas 2012 angewandt, um eine möglichst
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