Förderatlas 2015 - page 63

61
3.3 DFG-Bewilligungen an Hochschulen
Hochschulen treten die drei Universitäten als
DFG-drittmittelaktivste Hochschulen in Er-
scheinung (auch ohne die beiden neu be-
rücksichtigten Infrastrukturprogramme, wo-
bei hier der für die
TH Aachen
und
U Hei-
delberg
ermittelte Gesamtbeitrag bei jeweils
263 Millionen Euro, für die
LMU München
bei 268 Millionen Euro läge).
Die zweite bemerkenswerte Veränderung
ergibt sich für die
TU Dresden.
Wurde für
diese Universität schon im Förderatlas 2012
hervorgehoben, dass sie seit Beginn der
Berichtsreihe eine Ausnahmeentwicklung
durchlaufen hat – von Rang 35 in der ersten
Hälfte der 1990er-Jahre auf Rang 13 im Be-
richtszeitraum 2008 bis 2010 –, ist sie nun
Teil der zehn bewilligungsaktivsten DFG-
Hochschulen. Größere Veränderungen erge-
ben sich schließlich weiterhin für die
TU
Berlin
(plus 5 Rangplätze), die
U Marburg
(plus 6 Rangplätze) sowie insbesondere für
die
U Leipzig
(plus 7 Rangplätze).
Die Zahl der Hochschulen mit DFG-
geförderten Projekten nimmt nach
wie vor zu, die Unterschiede in den
Bewilligungsvolumina je Standort
werden geringer
DFG-Bewilligungen verteilen sich ungleich-
mäßig auf die rund 420 Hochschulen in
Deutschland. Insgesamt sind von der DFG im
Zeitraum 2011 bis 2013 Forschungsvorhaben
an 210 Hochschulen, davon 105 Universitä-
ten, 82 Fachhochschulen und 23 Musik- und
Kunsthochschulen, gefördert worden. Diese
partizipieren allerdings in höchst unterschied-
lichem Umfang an der DFG-Förderung. Wis-
senschaftlerinnen und Wissenschaftler aller
Hochschulen gemeinsam warben im Berichts-
zeitraum 6.746 Millionen Euro bei der DFG
ein. Davon entfielen 6.713 Millionen Euro auf
Universitäten, die damit innerhalb des Hoch-
schulsektors 99,5 Prozent des Bewilligungs-
volumens auf sich verbuchen können. Auf die
40 bewilligungsaktivsten Hochschulen entfällt
ein Betrag von 5.841 Millionen Euro. Dies
entspricht einem Anteil von 86,6 Prozent an
den im Förderatlas 2015 betrachteten Bewilli-
gungen der DFG für den Hochschulsektor.
Dabei lässt sich eine interessante Entwick-
lung beobachten: Im Förderatlas 2012 sum-
mierte sich das DFG-Bewilligungsvolumen
der auf dem ersten Rang platzierten TH
Aachen noch auf einen um das 4,52-fach hö-
heren Betrag als dem der Universität auf
Rang 40 (TU Braunschweig). Aus den Werten
der 2009er-Ausgabe errechnet sich ein Quoti-
ent von 4,92. In der aktuellen Übersicht liegt
der Faktor im Vergleich der Ränge 1 (LMU
München) und 40 (U Halle-Wittenberg) bei
4,06 und damit deutlich niedriger. Die „Dritt-
mittel-Hochburgen“ entfernen sich also nicht
immer weiter von den kleineren Hochschu-
len. Vielmehr schließen Letztere auf, und der
Abstand verringert sich.
Derzeit ist es noch zu früh, hieraus auf ei-
nen Trend zu schließen. Für den Moment
lässt sich festhalten, dass es zwar eine unglei-
che institutionelle Beteiligung an der Exzel-
lenzinitiative gibt, aber keine Entwicklung
hin zu einem Auseinanderdriften zuneh-
mend drittmittelstarker versus zunehmend
drittmittelschwacher Einrichtungen – zumin-
dest bezogen auf die DFG-Förderung.
3.3.2 DFG-Rangreihen von
Hochschulen im Vergleich der
Wissenschaftsbereiche
Abbildung 3-3 veranschaulicht, dass sich das
DFG-Bewilligungsvolumen der dort ausgewie-
senen Universitäten sehr unterschiedlich auf
die Fächer verteilt. Dabei wird deutlich, wie
wichtig es ist, bei Forschungskennzahlen ge-
nerell, aber insbesondere auch bei Kennzah-
len, die sich auf Drittmitteldaten stützen, den
sehr unterschiedlichen Stellenwert zu berück-
sichtigen, der Drittmitteln in den verschiede-
nen Fachkulturen zukommt (vgl. auch Kapi-
tel 4.1). Bezogen auf DFG-Bewilligungen ist
beispielsweise zu beachten, dass Hochschulen
mit universitätsmedizinischem Schwerpunkt
und Technische Hochschulen in der Regel
überdurchschnittlich von DFG-Mitteln profi-
tieren, zum einen, weil auf die Medizin gene-
rell ein großer Anteil der Bewilligungen der
DFG entfällt (vgl. Abbildung 4-2), zum ande-
ren, weil für Teile der Ingenieurwissenschaf-
ten besonders hohe Pro-Kopf-Bewilligungen
typisch sind (vgl. Abbildung 4-1).
Um diesen Umstand zu berücksichtigen,
stellt Tabelle 3-3 der aus der vorherigen Ab-
bildung bekannten Übersicht für Universitä-
ten insgesamt hier die Rangreihen der vier
von der DFG unterschiedenen Wissenschafts-
bereiche gegenüber.
In Kapitel 4 werden diese fachbezogenen
Analysen weiter vertieft und die hochschul-
spezifischen Fördermittel weiter nach ver-
schiedenen Forschungsfeldern unterschieden.
Die in der Tabelle angegebenen Fördersum-
1...,53,54,55,56,57,58,59,60,61,62 64,65,66,67,68,69,70,71,72,73,...199
Powered by FlippingBook