Förderatlas 2015 - page 44

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2 Öffentlich geförderte Forschung in Deutschland – ein Überblick
Vergleich zum vorherigen Berichtszeitraum
auf den zweiten Rang verbessert (vgl. Tabelle
Web-27 unter
).
Dies unterstreicht die hohe Attraktivität
deutscher Forschungsstandorte im internati-
onalen Vergleich, lässt sich aber auch auf die
in den letzten Jahren intensivierten und
professionalisierten Informations- und Bera-
tungsmaßnahmen zu den ERC-Fördermög-
lichkeiten in Deutschland zurückführen.
Tabelle 2-7 informiert weiterhin über
die Zielländer deutscher ERC-Geförderter.
Etwa zwei von drei dieser ERC Grantees ent-
scheiden sich für eine Forschungseinrich-
tung im eigenen Land. Unter den weiteren
Zielländern schaffen vor allem Großbritan-
nien sowie die Schweiz und Österreich (36
Grants) für eine größere Zahl an deutschen
ERC-Geförderten attraktive Rahmenbedin-
gungen.
Verteilung der ERC Grants nach
Wissenschaftsbereichen und Ländern
zeigt klare Akzentuierungen
Die Verteilung der ERC-Bewilligungen in den
einzelnen Zielländern aufgeschlüsselt nach
Wissenschaftsbereichen zeigt ein weiter diffe-
renziertes Bild (vgl. Abbildung 2-10).
Großbritannien erweist sich in dieser Be-
trachtung beispielsweise als Land mit einer
relativ gleichmäßigen und dabei hohen Betei-
ligung in allen vier Bereichen. ERC Grantees
in Deutschland und in Frankreich sind dage-
gen relativ häufig in den Lebens- oder Natur-
wissenschaften aktiv.
Im Bereich der Ingenieurwissenschaften
weisen sie einen hohen, aber unter dem briti-
schen Gesamtschnitt liegenden Anteil von
etwa 20 Prozent auf. Dagegen liegt die
Schweiz mit 8 Prozent in diesem Wissen-
schaftsbereich oberhalb ihres durchschnitt-
lichen Anteils an den ERC-Bewilligungen.
ERC Grants – komplementäre
Bausteine eines ausdifferenzierten
Förderraums in Europa
Die DFG hat die Etablierung des Europäi-
schen Forschungsrats von Beginn an unter-
stützend begleitet und betrachtet ERC Grants
als ein komplementäres Förderangebot für
deutsche Spitzenforscherinnen und -for-
scher auf europäischer Ebene. Für die For-
scherinnen und Forscher erhöht sich mit
den ERC Grants die Vielfalt der Förderange-
bote – und die Wissenschaftseinrichtungen
werden in die Lage versetzt, ihre internatio-
nale Sichtbarkeit durch Erfolge in diesem
europäischen Exzellenzwettbewerb weiter
zu stärken.
Während der Aufbauphase des ERC im
7. EU-Forschungsrahmenprogramm (2007
bis 2013) hat die DFG gemeinsam mit dem
EU-Büro des BMBF die Funktion einer Na-
tionalen Kontaktstelle übernommen. Damit
sollten Forscher und Forschungsstandorte
über die ERC-Förderprogramme informiert
sowie hinsichtlich einer erfolgreichen Be-
teiligung an den ERC-Ausschreibungen un-
terstützt werden. Der ERC ist inzwischen
ein etablierter Akteur in der europäischen
Förderlandschaft. Gleichzeitig hat sich die
deutsche Beteiligung an den ERC-Aus-
schreibungen auf einem guten Niveau sta-
bilisiert. Seit 2014 nimmt nun die von der
DFG finanzierte „Kooperationsstelle EU der
Wissenschaftsorganisationen“ (KoWi) ge-
meinsam mit dem EU-Büro des BMBF die
Aufgaben der Nationalen Kontaktstelle ERC
wahr.
2.3.5 FuE-Projektförderung des Bundes
Die Förderung von Forschung und Entwick-
lung durch den Bund kann in drei grund-
sätzlich unterschiedliche Mechanismen auf-
geteilt werden. Zum einen ist dies die mit-
tel- und langfristig angelegte institutionelle
Förderung, bei der eine gesamte Forschungs-
einrichtung über einen längeren Zeitraum
vom Bund oder gemeinsam von Bund und
Ländern gefördert wird. Dazu zählen die
Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft
(FhG), der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF),
der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) sowie der
Max-Planck-Gesellschaft (MPG) (vgl. auch
Kapitel 3.5).
Weiterhin ist dies die Auftragsforschung,
die im Rahmen des Vergaberechts For-
schungsaufträge an Dritte vergibt, und zuletzt
die projektorientierte Förderung.
Die Projektförderung des Bundes richtet
sich an Hochschulen, außeruniversitäre For-
schungseinrichtungen und Unternehmen der
gewerblichen Wirtschaft. Diese können im
Rahmen von Förder- und Fachprogrammen
Anträge für zeitlich befristete Forschungsvor-
haben stellen. Dabei werden sowohl Einzel-
projekte als auch Verbundprojekte mit meh-
reren Partnern gefördert. Unterschieden wird
1...,34,35,36,37,38,39,40,41,42,43 45,46,47,48,49,50,51,52,53,54,...199
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