Förderatlas 2015 - page 36

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2 Öffentlich geförderte Forschung in Deutschland – ein Überblick
lenten Wissenschaftlerinnen und Wissen-
schaftler, die die Empfänger des Preises zwei-
fellos sind, spielen neben der Hochschule ins-
gesamt vor allem auch die Rahmenbedingun-
gen am jeweiligen Fachbereich oder Institut
eine entscheidende Rolle. Mit den im Leibniz-
Programm vergebenen Mitteln war und ist es
den Ausgezeichneten möglich, eben diese Be-
dingungen in einer Weise zu gestalten, die ex-
zellente Forschung befördert.
7
2.3.2 Exzellenzinitiative
des Bundes und der Länder
Die international stark beachtete Exzellenz-
initiative des Bundes und der Länder wurde
2005 ins Leben gerufen mit dem primären Ziel,
herausragende Forschung an Universitäten in
Deutschland zu fördern und international
sichtbar zu machen. Die Förderung erfolgte in
bisher zwei Phasen: Bund und Länder stellten
in der ersten Phase 2007 bis 2012 für das Pro-
gramm 1,9 Milliarden Euro bereit, für die Jah-
re 2012 bis 2017 waren es 2,4 Milliarden Euro.
Die Exzellenzinitiative umfasst drei Förder-
linien: Graduiertenschulen zur Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses, Exzellenz-
cluster zur Förderung der Spitzenforschung
und Zukunftskonzepte zum projektbezogenen
Ausbau der universitären Spitzenforschung.
Graduiertenschulen (GSC) sind ein we-
sentliches Instrument zur Förderung des wis-
senschaftlichen Nachwuchses in Deutschland.
Sie tragen zu international wettbewerbsfähi-
gen Standorten bei und stärken deren Profil-
bildung. Sie sind dem Prinzip verbunden, dass
herausragende Doktorandinnen und Dokto-
randen sich innerhalb eines exzellenten For-
schungsumfelds qualifizieren. Sie sollen opti-
male Promotionsbedingungen in einem brei-
ten Wissenschaftsgebiet bieten und werden
von ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern geleitet. Nach der Ent-
scheidung in der zweiten Phase werden aktu-
ell 45 Graduiertenschulen gefördert.
Exzellenzcluster (EXC) sollen international
sichtbare und konkurrenzfähige Forschungs-
und Ausbildungseinrichtungen an deutschen
Universitätsstandorten bilden. Sie bündeln das
Forschungspotenzial eines Standorts und bieten
die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Ver-
7
Weitere Informationen zum Leibniz-Preis finden
sich unter
netzung und Kooperation in besonders zu-
kunftsträchtigen Forschungsfeldern. Durch-
weg sind neben der Kooperation der ver-
schiedenen Einrichtungen der Universitäten
auch außeruniversitäre Forschungseinrich-
tungen in Exzellenzcluster eingebunden. Den
jeweiligen Hochschulen bieten die Exzellenz-
cluster die Möglichkeit, thematische Schwer-
punkte zu setzen und ihre strategische Profil-
bildung zu fördern. Nach der Entscheidung in
der zweiten Phase werden derzeit 43 Exzel-
lenzcluster gefördert.
Zukunftskonzepte (ZUK) stärken Universi-
täten als ganze Institution. Sie sollen sich im
internationalen wissenschaftlichen Wettbe-
werb in der Spitzengruppe behaupten. Die
Universitäten entwickeln langfristige Strate-
gien, um Spitzenforschung und Nachwuchs-
förderung zu stärken. Um in einem Zukunfts-
konzept gefördert zu werden, müssen Uni-
versitäten weiterhin mindestens jeweils eine
Graduiertenschule und einen Exzellenzclus-
ter aufweisen. Nach der Entscheidung in der
zweiten Phase werden elf Universitäten mit
ihren Zukunftskonzepten gefördert.
Für die Durchführung der Exzellenzinitia-
tive sind die DFG sowie der Wissenschaftsrat
gemeinsam verantwortlich. Der Wissenschaft-
rat ist das zentrale Beratungsgremium der
deutschen Bundesregierung und der Bundes-
länder zu Fragen der inhaltlichen und struk-
turellen Entwicklung der Hochschulen, der
Wissenschaft und der Forschung
8
. Er ist ver-
antwortlich für die dritte Förderlinie, die Zu-
kunftskonzepte. Die Förderlinien Graduier-
tenschulen und Exzellenzcluster werden von
der DFG betreut.
Weitere Informationen zu den drei Förder-
linien sowie zu den Entscheidungen der Ex-
zellenzinitiative finden sich unter
Abbildung 2-7 weist die nach den Ent-
scheidungen in der zweiten Programmphase
der Exzellenzinitiative geförderten Einrich-
tungen in einer kartografischen Übersicht
aus. Dabei werden die Sprecherhochschulen
nach den drei Förderlinien unterschieden
und auch die mitantragstellenden Hochschu-
len abgebildet
9
.
Von den 45 in der zweiten Phase bewillig-
ten Graduiertenschulen wurden 33 bereits in
der ersten Programmphase gefördert, zwölf
8
Vgl.
.
9
Die Entscheidungen der Exzellenzinitiative finden
sich in Tabelle A-2 im Anhang.
1...,26,27,28,29,30,31,32,33,34,35 37,38,39,40,41,42,43,44,45,46,...199
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