Förderatlas 2015 - page 35

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unterscheidet die beiden Förderlinien „For-
schungsgroßgeräte“ und „Wissenschaftliche Lite-
raturversorgungs- und Informationssysteme“.
Beide Verfahren waren bisher ausgeschlos-
sen, weil im Fokus der Betrachtungen des För-
deratlas die Frage steht, wie die verschiedenen
Fach-Communities von den Mitteln der DFG
profitieren. Hierzu sind auf Basis der infra-
strukturellen DFG-Förderinstrumente keine
Aussagen möglich, da diese in der Regel fach-
übergreifenden Zwecken dienen. In der DFG-
Datenbank werden daher hier auch keine
Fachzuordnungen erfasst. In den auf fachliche
Profile fokussierenden Analysen des Kapitels 4
bleibt die Infrastrukturförderung somit nach
wie vor ausgeklammert.
Bei den monetär begründeten DFG-Kenn-
zahlen weiterhin nicht berücksichtigt werden
im Förderatlas die wissenschaftlichen Preise,
die Förderung von internationalen wissen-
schaftlichen Kontakten sowie von Ausschüs-
sen und Kommissionen. Diese machen insge-
samt nur etwa 2 Prozent der DFG-Bewilli-
gungen aus und werden in Tabelle 2-4 nur
nachrichtlich aufgeführt.
Zu dem besonders prominenten Preis im
Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm bietet des-
sen 30-jähriges Jubiläum im Jahr 2015 gleich-
wohl Anlass für die folgende Sonderanalyse.
30 Jahre Leibniz-Preis
Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der re-
nommierteste Forschungsförderpreis in
Deutschland. Ziel des 1985 eingerichteten
Leibniz-Programms ist es, die Arbeitsbedin-
gungen herausragender Wissenschaftlerin-
nen und Wissenschaftler zu verbessern. Der
Preis soll ihre Forschungsmöglichkeiten er-
weitern und ihnen die Beschäftigung beson-
ders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerin-
nen und Wissenschaftler erleichtern. In 30
Jahren Leibniz-Programm wurden genau 354
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ge-
fördert. Etwa jeder achte Preis ging bisher an
eine Wissenschaftlerin, ein Wert, der weitge-
hend dem Anteil an den zur Preisverleihung
vorgeschlagenen Kandidatinnen entspricht.
Fast 82 Prozent aller Preisträgerinnen und
Preisträger waren zum Zeitpunkt der Aus-
zeichnung an einer Hochschule tätig. Bei den
außeruniversitär tätigen Personen ragt die Max-
Planck-Gesellschaft mit 13 Prozent aller Leib-
niz-Preise deutlich hervor (vgl. Tabelle 2-5).
Unter den Institutionen nimmt die
LMU
München
mit 18 Preisträgerinnen und Preis-
trägern in 30 Jahren den ersten Platz ein, ge-
folgt von der
U Bonn
mit 14 Prämierungen.
Im außeruniversitären Bereich war das
Max-
Planck-Institut für biophysikalische Che-
mie
in Göttingen mit sechs Ausgezeichneten
bisher am erfolgreichsten. An der Spitze der
Tabelle 2-5 finden sich zum einen Hochschu-
len, die auch in anderen Tabellen des Förder-
atlas eine führende Position besetzen. Aber
auch Hochschulen, die dort weniger promi-
nent in Erscheinung treten, verzeichnen in
großer Zahl Leibniz-Preisträger. Für die exzel-
Tabelle 2-5:
Leibniz-Preisträgerinnen und -Preisträger
1986 bis 2015 nach institutioneller Zuordnung
Institutionelle Zuordnung
Preisträgerinnen
und Preisträger
N
%
Hochschulen
290
81,9
München LMU
18
5,1
Bonn U
14
4,0
Heidelberg U
13
3,7
Frankfurt/Main U
12
3,4
Freiburg U
12
3,4
Berlin FU
11
3,1
Münster U
11
3,1
Köln U
10
2,8
Marburg U
10
2,8
München TU
10
2,8
Tübingen U
10
2,8
Aachen TH
9
2,5
Göttingen U
9
2,5
Würzburg U
9
2,5
Bielefeld U
8
2,3
Saarbrücken U
8
2,3
Berlin HU
7
2,0
Berlin TU
7
2,0
Weitere Hochschulen
102
28,8
Außeruniversitäre Einrichtungen
64
18,1
Fraunhofer-Gesellschaft (FhG)
1
0,3
Helmholtz-Gemeinschaft (HGF)
10
2,8
Leibniz-Gemeinschaft (WGL)
5
1,4
Max-Planck-Gesellschaft (MPG)
46
13,0
Bundesforschungseinrichtungen
1
0,3
Weitere Einrichtungen
1
0,3
Insgesamt
354
100,0
Datenbasis und Quelle:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Leibniz-Preisträgerinnen
und -Preisträger 1986 bis 2015
Berechnungen der DFG
2.3 Im Förderatlas berücksichtigte Förderer und Programme
1...,25,26,27,28,29,30,31,32,33,34 36,37,38,39,40,41,42,43,44,45,...199
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