Förderatlas 2015 - page 32

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2 Öffentlich geförderte Forschung in Deutschland – ein Überblick
tischer Dienste genutzt wird, in Auszügen
aber beispielsweise auch als Basis für im In-
ternet veröffentlichte Informationssysteme
dient (vgl. im Überblick Abbildung 2-6).
Dank der Zusammenarbeit mit anderen
nationalen und internationalen Forschungs-
förderern können im DFG-Förderatlas aber
auch Kennzahlen vorgestellt werden, die de-
ren Förderhandeln dokumentieren. Die fol-
genden Unterkapitel beschreiben, welche
Förderer und Instrumente dabei Berücksich-
tigung finden und welche spezifische Aus-
richtung diese jeweils auszeichnet.
2.3.1 Deutsche Forschungs-
gemeinschaft (DFG)
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die
zentrale Förderorganisation für die Forschung
in Deutschland. Ihre Kernaufgabe besteht in
der Finanzierung von erkenntnisgeleiteten
Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerin-
nen und Wissenschaftlern an Hochschulen
und außeruniversitären Forschungseinrich-
tungen. Ihren zentralen, in ihrer Satzung ver-
ankerten Auftrag, den Dienst an „der Wissen-
schaft in allen ihren Zweigen durch die finan-
zielle Unterstützung von Forschungsarbeiten
und durch die Förderung der nationalen und
internationalen Zusammenarbeit der For-
scherinnen und Forscher“ (DFG, 2014c: §1),
erfüllt die DFG im Sinne einer Selbstverwal-
tungsorganisation der deutschen Wissen-
schaft. Organisatorisch ist sie ein privatrecht-
licher Verein. Ihre Mitglieder sind die meisten
deutschen Universitäten, außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche
Verbände sowie Akademien der Wissenschaf-
ten
4
. Die DFG erhält ihre Mittel von Bund
und Ländern, die in allen Entscheidungsgre-
mien vertreten sind, wobei die Vertreter der
Wissenschaft die Mehrheit stellen.
Als Forschungsförderer unterstützt die
DFG mit einem Jahresbudget von etwa 2,7
Milliarden Euro gemäß der eben zitierten
Satzung alle Fachdisziplinen und Wissen-
schaftsbereiche. Ein wichtiges Spezifikum
der DFG-Förderung ist es, dass Forschungs-
vorhaben ganz überwiegend nach dem „res-
ponse mode“ gefördert werden. Die DFG-
Förderung sieht keine Konzentration auf
thematisch fokussierte Programmlinien vor.
4
Für einen Überblick vgl.
Sie ist vielmehr offen für alle Fächer und
Forschungsfragen.
Bei der Entscheidungsfindung stützt sich
die DFG daher ausschließlich auf Kriterien
der wissenschaftlichen Qualität. Bewertet
wird diese in einem mehrstufigen Prozess,
der zunächst maßgeblich auf das Urteil sach-
verständiger, ehrenamtlich tätiger Expertin-
nen und Experten baut (Peer-Review-Ver-
fahren). Pro Jahr ist dabei die Expertise von
rund 15.000 Gutachterinnen und Gutach-
tern die wesentliche Stütze für die Entschei-
dungsfindung in den Gremien der DFG. In
einer zweiten Stufe tragen die alle vier Jahre
durch die Scientific Communities gewählten
Mitglieder der Fachkollegien die Verantwor-
tung für die Qualitätssicherung und Bewer-
tung der herangezogenen Gutachten sowie
des gesamten Begutachtungsprozesses und
bereiten die abschließende Entscheidung in
den Gremien der DFG vor.
5
Statistisches Berichtsverfahren der DFG
fokussiert auf Förderentscheidungen
Der Förderatlas verwendet bei seiner Analyse
der DFG-Bewilligungen die Standards der all-
gemeinen DFG-Statistik. Diese berichtet
grundsätzlich auf der Basis von Entscheidun-
gen (Bewilligungen/Ablehnungen) und ist
somit nicht gleichzusetzen mit einer Ausga-
ben- beziehungsweise aus Empfängersicht
mit einer Einnahmenstatistik. Um hinsicht-
lich der Größenordnungen eine Näherung an
die Werte einer Ausgabenstatistik zu errei-
chen, werden in der Bewilligungsstatistik der
DFG seit 2010 nicht mehr die Beträge berich-
tet, über die in einem Jahr entschieden wur-
de, sondern die Bewilligungssummen, die
für
ein Jahr bewilligt wurden
6
. Diese Berech-
nungsweise bietet den Vorteil, dass sie Lauf-
zeitunterschiede in den verschiedenen För-
derprogrammen der DFG ausgleicht und
hieraus resultierende Jahresschwankungen
abfedert.
5
Eine ausführliche Darstellung der Arbeit der Fach-
kollegien findet sich unter
eine Übersicht zum Ent-
6
Siehe auch das Methodenglossar im Anhang unter
dem Stichwort „DFG-Förderung“.
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