Förderatlas 2015 - page 28

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2 Öffentlich geförderte Forschung in Deutschland – ein Überblick
aufweisen. Dieser fällt jedoch deutlich schwä-
cher aus als bei den Drittmitteln.
Die Entwicklung einer zunehmenden Ab-
hängigkeit von Drittmitteln wird auch im
„Positionspapier der DFG zur Zukunft des Wis-
senschaftssystems“ (DFG, 2013b: 1) und im
DFG-Jahresbericht 2013 (DFG, 2014b: 13)
aufgegriffen. Die dort festgestellte „Erosion
der Grundfinanzierung“ ist für das Wissen-
schaftssystem insgesamt mit zunehmenden
Lasten verbunden.
DFG-Anteil an Drittmitteleinnahmen
der Hochschulen auf stabilem Niveau
Von den 6,8 Milliarden Euro Drittmittelein-
nahmen der Hochschulen im Jahr 2012 entfiel
gut ein Drittel auf Fördermittel von der DFG.
Sie stellt damit den größten Anteil an den
Drittmitteleinnahmen der Hochschulen (vgl.
Abbildung 2-5). Der Bund verzeichnet einen
Anteil von 25 Prozent, Industrie und Wirt-
schaft von 20 Prozent. Ein weiterer wichtiger
Mittelgeber ist die EU mit knapp 10 Prozent.
Im betrachteten Zeitverlauf zwischen 2003
und 2012 ist der Anteil der DFG am Drittmit-
telvolumen mit leichten Schwankungen auf
einem stabilen Niveau geblieben. Der in den
Jahren 2003 bis 2006 zu beobachtende Rück-
gang wird seit 2007 durch die Exzellenzinitia-
tive sowie die Einführung der Programmpau-
schale (Hochschulpakt 2020) ausgeglichen.
Seither ist der Anteil der DFG am gesamten
Drittmittelvolumen wieder auf einem Niveau,
wie es Ende der 1990er-Jahre typisch war
(DFG, 2012: 31).
Der Anteil des Bundes an den Drittmittel-
einnahmen der Hochschulen hat sich deut-
lich erhöht. Lag dieser im Jahr 2006 mit
19 Prozent auf dem niedrigsten Stand im be-
trachteten 10-Jahreszeitraum, ist für das Jahr
2012 ein Anteil von 25 Prozent dokumentiert.
Zugenommen hat auch die Bedeutung der
Tabelle 2-2:
Einnahmen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen 2012
Art der Einrichtung
Gesamt
davon
Finanzierung durch
Weitere Einnahmen
1)
Öffentlichen Bereich
Sonstige Quellen
Mio €
Mio €
% von gesamt
Mio €
% von gesamt
Mio €
% von gesamt
Fraunhofer-Gesellschaft (FhG)
1 875,4
1 135,1
60,5
53,8
2,9
686,5
36,6
Helmholtz-Gemeinschaft (HGF)
3 879,2
2 909,6
75,0
189,2
4,9
780,5
20,1
Leibniz-Gemeinschaft (WGL)
1 441,5
1 114,6
77,3
139,5
9,7
187,4
13,0
Max-Planck-Gesellschaft (MPG)
1 704,2
1 532,3
89,9
36,8
2,2
135,0
7,9
Bundesforschungseinrichtungen
2 686,2
2 234,2
83,2
282,7
10,5
169,4
6,3
Landesforschungseinrichtungen
461,6
399,9
86,6
17,6
3,8
44,1
9,6
Akademien
97,2
91,3
94,0
3,2
3,3
2,6
2,7
Wissenschaftliche Bibliotheken
und Museen
1 115,9
958,5
85,9
50,3
4,5
107,0
9,6
Sonstige Einrichtungen ohne
Erwerbszweck
1 311,7
746,9
56,9
165,6
12,6
399,2
30,4
Insgesamt
14.573,0
11.122,4
76,3
938,8
6,4
2.511,8
17,2
1)
Die weiteren Einnahmen setzen sich zusammen aus Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit und Vermögen sowie aus Zuweisungen und Zuschüssen aus dem Ausland
Datenbasis und Quelle:
Statistisches Bundesamt (DESTATIS): Finanzen und Steuern Ausgaben, Einnahmen und Personal der öffentlichen und öffentlich geförderten Einrichtungen für Wissenschaft,
Forschung und Entwicklung 2012 Fachserie 14, Reihe 3 6
Berechnungen der DFG
1...,18,19,20,21,22,23,24,25,26,27 29,30,31,32,33,34,35,36,37,38,...199
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