Förderatlas 2015 - page 191

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7.2 Methodenglossar
zum anderen die mittelempfangenden Hoch-
schulen in Form von Kreisdiagrammen. Da-
bei variiert die Größe der mit fachlichen Kür-
zeln versehenen Kreissymbole mit der Höhe
des Bewilligungsvolumens je Fördergebiet
(14 Fachgebiete beziehungsweise 48 Fachkol-
legien/Forschungsfelder der DFG, 16 Förder-
gebiete des Bundes, 11 Fördergebiete der EU).
Die Höhe der fächerübergreifenden Bewilli-
gungssumme je Hochschule wird entspre-
chend durch die Größe der hochschulspezi-
fischen Kreisdiagramme veranschaulicht. Die
Segmente der Kreisdiagramme zeigen die
prozentuale Verteilung der Fördergebiete für
jede einzelne Hochschule an.
Die Positionierung dieser Fächersymbole
und Kreisdiagramme in der Fläche wird in
mehreren Iterationen so optimiert, dass
Ähnlichkeitsstrukturen in den Schwerpunk-
ten zwischen den Hochschulen – unter Be-
rücksichtigung von Aspekten der Lesbarkeit
und Darstellbarkeit – sichtbar werden. Die
Nähe einer Hochschule zu einem Förderge-
biet korreliert mit ihrer Schwerpunktset-
zung in diesem Fördergebiet. Je näher zwei
Hochschulen nebeneinander liegen, desto
ähnlicher sind sich ihre fachliche Ausrich-
tung und/oder ihre fachliche Akzentuie-
rung. Umgekehrt gilt: Je weiter die Kreis-
symbole voneinander entfernt platziert sind,
desto unterschiedlicher sind die fachlichen
Profile der Hochschulen. Zudem werden im
Außenraum der Grafik eher die Hochschu-
len platziert, die eine Besonderheit aufwei-
sen, im Innenraum der Grafik eher die
Hochschulen, deren Fächerprofil dem
Durchschnitt ähnelt.
Regionen
Im Förderatlas wird anhand von kartografi-
schen Abbildungen dargestellt, wie sich die
DFG-Bewilligungen, die Fördermittel des
Bundes und die EU-Förderung auf Regionen
in Deutschland verteilen. Die Analyseeinheit
bilden die Raumordnungsregionen (ROR)
des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und
Raumforschung (BBSR). Mit insgesamt 96
solcher Regionen erfolgt die Betrachtung in
diesem Förderatlas insgesamt großräumig.
Die Raumordnungsregionen sind, entgegen
einer möglichen Assoziation, keine Pro-
grammregionen des Bundes. Die Raumord-
nungsregionen dienen als Beobachtungs-
und Analyseraster für die räumliche Bericht-
erstattung. Dabei stellen, mit Ausnahme der
Stadtstaaten, die Raumordnungsregionen
großräumige, funktional abgegrenzte Raum-
einheiten dar, die im Prinzip durch ein öko-
nomisches Zentrum und sein Umland be-
schrieben werden. Sie ermöglichen die flä-
chendeckende Klassifizierung der Bundesre-
publik und können für die unterschiedlichen
Daten zur Forschungsförderung beziehungs-
weise zur Wissenschaftslandschaft verwendet
werden, da sie auf bestehenden administra-
tiven Grenzen (Stadt- und Kreisgrenzen) be-
ruhen. Weiterhin sind die Raumordnungs-
regionen länderscharf, sodass keine bundes-
landübergreifenden Regionen ausgewiesen
werden. Die Raumordnungsregionen sind
aufgrund ihrer räumlichen Ausdehnung gut
geeignet, um Forschungskennzahlen im
deutschlandweiten Maßstab kartografisch
darzustellen, und tragen darüber hinaus
meist aussagekräftige Namen, die die Orien-
tierung und Lesbarkeit auf einer Karte er-
leichtern.
Dabei werden für die kartografischen
Darstellungen der Förderung durch DFG,
Bund und EU die ausführenden For-
schungseinrichtungen mit ihrer räumlichen
Lage berücksichtigt. Durch die in der
DFG-
Einrichtungsdatenbank hinterlegte Raum-
ordnungsregion je Einrichtung werden die
Daten auf dieser Ebene zusammengefasst.
Ein Forschungsinstitut beziehungsweise
eine Hochschuleinrichtung geht somit ex-
akt mit der jeweiligen Adresse in die regio-
nale Darstellung ein und nicht mit der Ad-
resse der übergeordneten Organisationsein-
heit.
Die Dichteanalyse in Kapitel 3.6 beruht
auf georeferenzierten Adressen von rund
28.000 Forschungseinrichtungen aus der
DFG-Einrichtungsdatenbank. Die Dichteana-
lyse visualisiert solche Regionen, die durch
eine sehr hohe Dichte von Forschungsein-
richtungen geprägt sind. Je Einrichtung wird
in einem Suchradius von 30 Kilometer die
Anzahl weiterer Einrichtungen je Flächen-
einheit ermittelt und mit zunehmendem Ab-
stand degressiv gewichtet. Der Suchradius
von 30 Kilometer entspricht ungefähr dem
Doppelten der bundesweiten durchschnitt-
lichen Pendeldistanz von 16,6 Kilometer
(BBSR, 2012: 77). Der gewählte Suchradius
stellt somit eine plausible Annahme zu den
Interaktionsdistanzen der handelnden Perso-
nen in den Forschungseinrichtungen dar. Die
kontinuierlichen Dichtewerte sind zur bes-
seren Anschaulichkeit in eine diskrete Farb-
abstufung umgesetzt worden.
1...,181,182,183,184,185,186,187,188,189,190 192,193,194,195,196,197,198,199
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