Förderatlas 2015 - page 19

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initiative erweiterten Datenbasis. Ergänzend
wird in dieser Ausgabe am Beispiel von
DFG-Bewilligungen die viel diskutierte Fra-
ge statistisch beleuchtet, in welcher Weise
sich im Zeitverlauf fachliche Profilverände-
rungen abzeichnen.
Für einen Zeitraum von elf Jahren (2003
bis 2013) wird dabei gezeigt, in welchem
Umfang sich an Hochschulen Konzentra-
tionsprozesse zugunsten eines enger wer-
denden Kreises „profilfokussierender“ Fä-
cher abzeichnen. Festgestellt wird auf der
anderen Seite aber auch, an welchen Orten
sich Hochschulen im Gegenteil durch eine
zunehmende fachliche Diversifizierung aus-
zeichnen.
Die Analysen leiten das Kapitel 4 „Fach-
liche Förderprofile von Forschungseinrich-
tungen“ ein. Dort werden in Unterkapiteln,
die sich nach den vier von der DFG unter-
schiedenen Wissenschaftsbereichen glie-
dern, verschiedene Profilaspekte insbeson-
dere von Hochschulen beschrieben.
Verschiedene Sonderanalysen
beleuchten die Exzellenzinitiative
Einen besonderen Aspekt der Fachlichkeit
von Forschung erlauben Analysen, die in
Kapitel 5 vorgestellt werden. Auf der Grund-
lage von bisher nicht für Analysezwecke ge-
nutzten Daten können erstmals empirisch
fundierte Aussagen zur Interdisziplinarität
der von der DFG geförderten Kooperations-
programme getroffen werden. Der Fokus
richtet sich auf die Förderlinien Graduier-
tenschulen und Exzellenzcluster der Exzel-
lenzinitiative des Bundes und der Länder.
Mit dem Verfahren der Netzwerkanalyse
werden dabei auch die Strukturen sichtbar
gemacht, die sich aus fächerübergreifender
Zusammenarbeit entwickeln.
Kapitel
3.8
dokumentiert
die
Befunde
ei-
ner
pilotförmigen
bibliometrischen
Studie.
In
ihr wird
für
die
zwei
Fächer
Physik
und Che-
mie
untersucht,
in
welchem
Umfang
sich
Standorte mit Beteiligung an der Exzellenzini-
tiative
von
anderen
Standorten
hinsichtlich
ihres
Publikationsaufkommens
unterschei-
den.
Die
Analyse
erfolgt
in
Form
einer
Zeit-
reihen-Betrachtung,
die
beginnend mit
dem
Jahr
2002
auch
einen
Blick
auf
die
Entwick-
lungen
vor
Beginn
der
Exzellenzinitative
er-
laubt.
Förderatlas macht einrichtungsüber-
greifende Zusammenarbeit in DFG-
geförderten Programmen sichtbar
Neben der schwerpunktmäßigen Betrach-
tung der fachlichen und thematischen Profil-
bildung von Hochschulen ist seit der Ausgabe
2003 auch das Kooperationsprofil von Hoch-
schulen ein wichtiges Thema des Förderatlas.
Die kartografischen Darstellungen in Kapitel 4
bieten einen Überblick zu regionalen und
überregionalen Kooperationen und Vernet-
zungen, insbesondere zwischen Hochschulen
und außeruniversitären Forschungseinrich-
tungen. Diese Netzwerke ergeben sich aus der
Beteiligung an Koordinierten Programmen
der DFG (zum Beispiel Forschergruppen) so-
wie aus der Beteiligung an Graduiertenschu-
len und Exzellenzclustern.
Chancengleichheits-Monitoring
ausgeweitet
Frauen sind in der Wissenschaft immer noch
unterrepräsentiert. Mit dem Förderatlas 2012
hat die DFG ihr Angebot an genderspezifi-
schen Auswertungen im Vergleich zu den
vorherigen Ausgaben deutlich ausgeweitet.
Sie lieferte damit wichtige Daten für politi-
sche Entscheidungsfindungsprozesse auf dem
Weg zu mehr Chancengerechtigkeit. Die im
elektronischen Tabellenanhang enthaltenen
Übersichten sind auch in dieser Ausgabe
überall dort, wo es die Datenlage erlaubt,
nach Geschlecht differenziert. Der Vergleich
mit den in der letzten Ausgabe präsentierten
Zahlen macht es möglich, der Frage nach Ent-
wicklungen auf den Grund zu gehen.
Im Förderatlas 2012 wurde für die 40 per-
sonalstärksten Hochschulen betrachtet, mit
welchem Anteil Frauen Professuren und Stel-
len für wissenschaftliches Personal inneha-
ben – in Gegenüberstellung zu dem Wert, der
in Abhängigkeit vom fachlichen Profil dieser
Hochschulen rein statistisch jeweils zu erwar-
ten wäre (DFG, 2012: 94ff.).
Wegen des besonderen Interesses an dieser
Kompaktdarstellung wurde sie im letzten
Jahr in das „Chancengleichheits-Monitoring“
der DFG überführt und auf alle Mitglieds-
hochschulen der DFG ausgeweitet. Das 2008
eingeführte und 2014 noch einmal deutlich
ausgeweitete Berichtssystem ist Teil eines grö-
ßeren Pakets an Maßnahmen, mit denen die
DFG das Thema Chancengleichheit in der
Forschung befördern möchte. Hierzu zählen
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