Förderatlas 2015 - page 168

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5 Interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Exzellenzinitiative
5.2.2 Grad der fachgebietsüber-
greifenden Zusammenarbeit
Eine Antwort auf die Frage, in welcher Breite
in Graduiertenschulen und Exzellenzclustern
fachübergreifend geforscht wird, bieten die in
Abbildung 5-2 und Abbildung 5-3 vorgestell-
ten Befunde. Abgebildet ist die Zahl der Fach-
gebiete
FR
, die von den Fachrichtungen eines
Verbunds im Durchschnitt abgedeckt werden.
Unterschieden werden dabei die Verteilungen
insgesamt sowie je Wissenschaftsbereich
Vb
.
Ein Beispiel dient zur Erläuterung: Eine
Graduiertenschule wurde von Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeitern der DFG-Geschäfts-
stelle primär dem Fachgebiet Physik und
damit dem Wissenschaftsbereich Naturwis-
senschaften zugeordnet. Abbildung 5-2 weist
dann für diese und alle weiteren naturwis-
senschaftlichen Graduiertenschulen aus, auf
wie viele Fachgebiete
FR
sich die in der Befra-
gung von Sprecherinnen und Sprechern ge-
nannten Fachrichtungen jeweils verteilen.
Gehören alle Fachrichtungen zur Physik,
wäre es ein Fachgebiet
FR
, wären auch Fach-
richtungen der Chemie beteiligt, wären es
zwei usw.
Mit Blick auf die Gesamtverteilung zeigt
sich, dass eine Abdeckung von allein einem
Fachgebiet
FR
für Graduiertenschulen die gro-
ße Ausnahme darstellt. In lediglich fünf von
49 Schulen (12 Prozent) ist eine solche Kon-
zentration festzustellen. Etwa jede vierte
Graduiertenschule deckt genau zwei Fachge-
biete
FR
ab, bei jeder achten Schule sind es drei
Fachgebiete
FR
. Klar das Gesamtbild prägend
sind schließlich Graduiertenschulen mit einer
Fächerabdeckung, die sich über vier und
mehr unterschiedliche Fachgebiete
FR
erstreckt
– knapp jede zweite Schule lässt sich dieser
„Interdisziplinaritäts-Klasse“ zuordnen.
Auffallend sind die Unterschiede zwischen
den Wissenschaftsbereichen. Den Spitzenwert
fachgebietsübergreifender Zusammenarbeit
erreichen Graduiertenschulen in den Ingeni-
eurwissenschaften. Von den insgesamt sieben
Graduiertenschulen dieses Wissenschaftsbe-
reichs zählen sechs zu der Rubrik mit vier und
mehr abgedeckten Fachgebieten
FR
. Dies ent-
spricht einem Anteil von fast 86 Prozent. Al-
lein eine Graduiertenschule deckt hier genau
zwei Fachgebiete
FR
ab. Für die Lebens- und
die Naturwissenschaften ergibt sich ein recht
ähnliches Bild, wobei auch hier der Schwer-
Abbildung 5-1:
Zahl der je Förderlinie spezifizierten, standardisierten Fachrichtungen je Wissenschaftsbereich im Vergleich
für Graduiertenschulen
1)
, Exzellenzcluster und Koordinierte Programme
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Koordinierte Programme
Exzellenzcluster
Graduiertenschulen
167
114
84
58
81
143
124
75
1.503
3.135
1.839
1.390
Geistes- und Sozialwissenschaften
Lebenswissenschaften
Naturwissenschaften
Ingenieurwissenschaften
1)
Ohne GSC 81 (TU München) und GSC 98 (U Bochum), die als fakultäts- beziehungsweise einrichtungsübergreifende Graduiertenschulen ohne fachliche
Fokussierung konzipiert sind.
Datenbasis und Quelle:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Jährliche Befragung von Sprecherinnen und Sprechern neu eingerichteter Verbünde zu deren Fachrichtungen.
Berechnungen der DFG.
1...,158,159,160,161,162,163,164,165,166,167 169,170,171,172,173,174,175,176,177,178,...199
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