Förderatlas 2015 - page 14

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Vorwort
Mit dem „Förderatlas 2015“ schreibt die
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die
Reihe ihrer detaillierten Berichterstattung
zu „Kennzahlen zur öffentlich finanzierten
Forschung in Deutschland“ fort. Die vorlie-
gende Ausgabe ist die insgesamt siebte der
1996 gestarteten Reihe. Während die erste
Ausgabe noch ganz auf solche Kennzahlen
ausgerichtet war, die die Beteiligung von
Hochschulen an den DFG-Förderprogram-
men bilanzierten, wurde das Spektrum der
Kennzahlen seither deutlich ausgeweitet
und in seiner Akzentuierung weiterent-
wickelt. Längst steht dabei nicht mehr die
Frage nach den besonderen monetären
Drittmittelerfolgen der im Einzelnen be-
trachteten Hochschulen im Vordergrund
(wie es die für einige Zeit gewählte Bezeich-
nung „Förder-Ranking“ nahelegte). Und
noch stärker akzentuiert ist die Frage, ob
und wie sich unter Zugriff auf eine breite Ba-
sis an Kennzahlen statistisch fundierte Aus-
sagen zu den fachlichen und forschungsfeld-
spezifischen Schwerpunktsetzungen von
Hochschulen und außeruniversitären For-
schungseinrichtungen sowie von „For-
schungsregionen“ treffen lassen. Solche
Aussagen sind sowohl für die wissenschaft-
lichen Einrichtungen selbst als auch für die
Planungs- und Entscheidungszwecke der mit
den Rahmenbedingungen von Wissenschaft
und Forschung befassten Politik von hohem
Wert. Darüber hinaus decken sie ein mit der
wachsenden Bedeutung von Wissenschaft
und Forschung für die Gesellschaft einherge-
hendes steigendes Informationsinteresse in
den Medien und der Öffentlichkeit ab.
Für die Gewinnung der Kennzahlen wer-
den auch im diesjährigen Förderatlas insbe-
sondere Daten von öffentlichen Drittmittel-
gebern herangezogen und ausgewertet. Dies
ist deren besonderer Aussagekraft geschul-
det: Drittmittel werden im Wettbewerb ein-
geworben, die Mittelvergabe stützt sich auf
das Urteil von Peers, die als Expertinnen und
Experten des jeweiligen Forschungsfelds an-
erkannt sind. Wenn eine Einrichtung auf ei-
nem bestimmten Gebiet in größerem Um-
fang Drittmittel einwirbt oder aus entspre-
chenden Programmen finanzierte Gastwis-
senschaftlerinnen und -wissenschaftler für
sich gewinnen kann, dann ist damit auch ein
Qualitätsurteil dieser Peers verbunden.
Die Aussagekraft der Kennzahlen profi-
tiert dabei auch von der inhaltlichen Tiefe
der zugrunde gelegten Daten. Die am Atlas
beteiligten Fördereinrichtungen erschließen
ihre Aktivitäten systematisch – entweder
(wie neben der DFG auch bei der Alexander
von Humboldt-Stiftung und beim Deutschen
Akademischen Austauschdienst) nach den
Fächern, die von den jeweiligen Förderinst-
rumenten profitieren, oder (wie beim Bund
und bei der EU) nach den
thematisch
ausge-
richteten Fördergebieten, für die sie Mittel
vergeben. Im Förderatlas wird jede dieser
Quellen separat ausgewertet, was es erlaubt,
die so ermittelten Befunde vergleichend ge-
genüberzustellen. So entsteht ein facetten-
reiches Bild, das Raum für übergreifende
Profile bietet, aber auch fördererspezifische
Akzentuierungen einzelner Einrichtungen
und Regionen erkennen lässt.
Auch die Reihe „Förderatlas“ selbst setzt
Akzente, in der letzten Ausgabe 2012 etwa
mit Statistiken zur Gleichstellung in Wissen-
schaft und Forschung. Einen Themen-
schwerpunkt im Förderatlas 2015 bildet die
Exzellenzinitiative des Bundes und der Län-
der. Der Bericht leistet so also auch einen
Beitrag zu einer Art Zwischenbilanz dieses
für die deutsche Wissenschaft so wichtigen
Programms.
Gerade im Zusammenhang mit der Exzel-
lenzinitiative wird häufig der Beitrag von
Förderprogrammen zur erfolgreichen Profil-
bildung von Forschungseinrichtungen be-
tont. Als Kehrseite wird vereinzelt aber auch
auf Gefahren verwiesen, etwa für kleine
Hochschulen oder kleine Fächer. Beide, so
die These, drohten an den Rand gedrängt zu
werden. Zwei in diesem Förderatlas präsen-
1...,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13 15,16,17,18,19,20,21,22,23,24,...199
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