Förderatlas 2015 - page 129

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4.5 Förderprofile in den Lebenswissenschaften
4.5 Förderprofile in den
Lebenswissenschaften
Die Lebenswissenschaften machen mit
knapp 2,6 Milliarden Euro fast genau ein
Drittel der gesamten DFG-Bewilligungen der
Jahre 2011 bis 2013 aus und bilden so in der
monetären Betrachtung vor allem mit den
Fachgebieten Medizin und Biologie einen
Schwerpunkt der DFG-Förderung. Auch die
in Kapitel 4.2 vorgestellten Zahlen des Sta-
tistischen Bundesamts (DESTATIS) haben
gezeigt, dass dieser Wissenschaftsbereich
über die DFG hinaus in großem Umfang zu
den Drittmitteleinnahmen der Hochschulen
beiträgt. Im Jahr 2012 belief sich der Anteil
auf etwa 37 Prozent. Auch personell ist der
Wissenschaftsbereich an Hochschulen stark
vertreten. Sein Anteil am wissenschaftlichen
Personal beträgt 34 Prozent, darunter macht
allein das Fachgebiet Medizin 27 Prozent aus
(vgl. Tabelle Web-4 unter
.
Der Förderatlas 2012 widmete den Bewil-
ligungen an universitätsmedizinischen Ein-
richtungen ein Sonderkapitel (DFG, 2012:
165ff.). In Zusammenarbeit mit dem Medizi-
nischen Fakultätentag
14
wurden dort DFG-
Bewilligungen mit Zahlen zum wissenschaft-
lichen Personal an diesen Einrichtungen in
Beziehung gesetzt. Entsprechend aktuali-
sierte Analysen werden mit diesem Förder-
atlas unter
bereit-
gestellt.
4.5.1 Überblick
Wie in allen Wissenschaftsbereichen wird
auch in den Lebenswissenschaften der Groß-
teil der DFG-Mittel an Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler an Hochschulen verge-
ben. Mit 14 Prozent der Bewilligungen nimmt
hier aber auch die außeruniversitäre For-
schung eine vergleichsweise starke Stellung
ein (vgl. Tabelle 4-9) – leicht übertroffen nur
in den Naturwissenschaften mit einem Anteil
von knapp 15 Prozent (vgl. Tabelle 4-15). Ge-
genüber dem im vorherigen Förderatlas be-
trachteten Zeitraum 2008 bis 2010 stieg das
Bewilligungsvolumen in den Lebenswissen-
schaften um fast 300 Millionen Euro (13 Pro-
zent).
14
Vgl.
und
.
Die direkte Projektförderung des Bundes
umfasst in den Lebenswissenschaften die
Fördergebiete Bioökonomie, Gesundheits-
forschung und Gesundheitswirtschaft sowie
Ernährung, Landwirtschaft und Verbrau-
cherschutz. Auch hier ist ein Zuwachs zu
verzeichnen, in diesem Fall um fast 18 Pro-
zent.
Vergleichsweise stabil ist dagegen das Bud-
get für lebenswissenschaftliche Forschungs-
projekte, das in den einschlägigen EU-Pro-
grammen an Forscherinnen und Forscher
vergeben wurde (326 gegenüber 305 Millio-
nen Euro) (DFG, 2012: 123).
Der große Anteil, den die außeruniversitä-
ren Einrichtungen bei der Einwerbung von
DFG-Drittmitteln in den Lebenswissenschaf-
ten ausmachen, ist vor allem auf die Institute
der MPG sowie die Einrichtungen der HGF
und der WGL zurückzuführen. Dazu gehö-
ren zum Beispiel das
Deutsche Krebsfor-
schungszentrum (DKFZ)
in Heidelberg,
das
Max-Delbrück-Centrum für Moleku-
lare Medizin (MDC)
in Berlin, aber auch
das
Max-Planck-Institut für Biochemie
(MPIB)
in München, das
Max-Planck-
Institut für biophysikalische Chemie
(MPIBPC)
in Göttingen oder das
Leibniz-
Institut für Molekulare Pharmakologie
(FMP)
in Berlin.
Die außeruniversitären Forschungsein-
richtungen werben in den Lebenswissen-
schaften vor allem Mittel im Rahmen der di-
rekten Projektförderung des Bundes ein und
machen bei diesem Förderer 30 Prozent der
Gesamtbewilligungen aus. Gerade die Ein-
richtungen der FhG sind hier sehr aktiv. So
hat das
Fraunhofer-Institut für Toxikolo-
gie und experimentelle Medizin (ITEM)
in Hannover fast 15 Millionen Euro im Rah-
men der direkten Projektförderung des Bun-
des eingeworben.
Unter den Einrichtungen der HGF ist wie-
derum das
Deutsche Krebsforschungs-
zentrum (DKFZ)
in Heidelberg mit über 30
Millionen Euro sehr stark vertreten. Aus der
WGL nimmt das
Leibniz-Institut für
Pflanzengenetik und Kulturpflanzen-
forschung (IPK)
in Gatersleben eine pro-
minente Rolle in den Lebenswissenschaften
ein.
Eine Übersicht der bei DFG, Bund und EU
in den Lebenswissenschaften aktiven Hoch-
schulen und außeruniversitären Forschungs-
einrichtungen bieten Tabelle Web-9, Web-19,
Web-23, Web-24, Web-26 und Web-28 unter
1...,119,120,121,122,123,124,125,126,127,128 130,131,132,133,134,135,136,137,138,139,...199
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