Förderatlas 2015 - page 127

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4.4 Förderprofile in den Geistes- und Sozialwissenschaften
Mittel verbuchen. Graduiertenschulen und
Exzellenzcluster tragen zu diesem Erfolg bei,
etwa in Gestalt des in diesem Forschungsfeld
angesiedelten Exzellenzclusters
„Languages of
Emotion“
, der neben der genannten Universi-
tät eine Reihe weiterer Forschungseinrich-
tungen am Standort einbindet.
Die
U Heidelberg
profiliert sich mit DFG-
Mitteln insbesondere im Forschungsfeld Au-
ßereuropäische Sprachen und Kulturen, So-
zial- und Kulturanthropologie sowie Judais-
tik und Religionswissenschaft, das mit insge-
samt rund 13 Millionen Euro zu den
DFG-Mitteln im hier betrachteten Fachgebiet
beiträgt.
Die Geschichtswissenschaften sind ein
Schwerpunkt vieler Hochschulen, und so ist
die Gesamtbewilligungssumme von 133 Mil-
lionen Euro auf 69 Hochschulen mit vielen
diesen Bereich akzentuierenden Standorten
verteilt.
Einige Hochschulen spezialisieren sich sehr
dezidiert. So werben die
U Potsdam
und die
U Düsseldorf
von ihren Gesamtbewilligun-
gen von 11 beziehungsweise 9 Millionen
Euro in den Geisteswissenschaften circa zwei
Drittel in den Sprachwissenschaften ein, in
denen sie – gemeinsam mit der
U Tübingen
– die größten DFG-Mittelempfänger sind. Die
große Bedeutung der Sprachwissenschaften
für die genannten Universitäten wurde be-
reits in Abbildung 4-9 deutlich, die die fach-
lichen DFG-Profile von Hochschulen in den
Geistes- und Sozialwissenschaften miteinan-
der vergleicht.
Vor allem in Berlin werben außer-
universitäre Forschungseinrichtungen
bei der DFG erfolgreich Mittel ein
Bei den außeruniversitären Forschungsein-
richtungen ist in den Geisteswissenschaften
bei der DFG vor allem das
Deutsche Ar-
chäologische Institut (DAI)
mit rund 11
Millionen Euro erfolgreich. Aber auch die
Geisteswissenschaftlichen Zentren Ber-
lin (GWZ)
und die
Stiftung Preußischer
Kulturbesitz (SPK)
in Berlin haben jeweils
mehr als 4 Millionen Euro von der DFG im
Zeitraum 2011 bis 2013 eingeworben.
Übersichten der bei der DFG insgesamt
aktiven Hochschulen und außeruniversitä-
ren Forschungseinrichtungen in den Geis-
teswissenschaften gehen aus Tabelle Web-8
und Web-19 unte
hervor.
4.4.3 Sozial- und
Verhaltenswissenschaften
Sozial- und verhaltenswissenschaftliche For-
schung wird an 107 Hochschulen mit DFG-
Mitteln finanziert. Tabelle 4-8 zeigt die abso-
luten DFG-Bewilligungen 2011 bis 2013 für
dieses Fachgebiet für die 20 bewilligungs-
aktivsten Hochschulen an. Diese vereinen rund
62 Prozent der gesamten Mittel auf sich
(262 von 416 Millionen Euro). Die weiteren
Bewilligungen in Höhe von 154 Millionen
Euro werden an 87 weitere Hochschulen ver-
geben.
In der Erziehungswissenschaft werden ins-
gesamt mit 42 Millionen Euro in drei Jahren
vergleichsweise wenig DFG-Drittmittel einge-
worben. Die Streuung ist zudem breit, die je
Standort bewilligten Beträge belaufen sich in
der Regel auf Beträge unter 2 Millionen Euro.
Ein Zentrum findet sich an der
U Bamberg
(rund 5 Millionen Euro), das auch durch sei-
ne Beteiligung am deutschlandweit vernetz-
ten Schwerpunktprogramm
„Kompetenzmodel-
le zur Erfassung individueller Lernergebnisse und
zur Bilanzierung von Bildungsprozessen“
sowie
mit der Forschergruppe
„Bildungsprozesse,
Kompetenzentwicklung und Formation von Selek-
tionsentscheidungen im Vor- und Grundschulalter
(BiKS)“
in größerem Umfang Mittel bei der
DFG eingeworben hat. Wie die Analysen in
Kapitel 3.7 zeigen, partizipieren Wissenschaft-
lerinnen und Wissenschaftler der
U Bam-
berg
auch an der direkten Projektförderung
des Bundes in großem Umfang am Förderge-
biet
„Innovationen in der Bildung“
.
Auch Wissenschaftlerinnen und Wissen-
schaftler aus den Rechtswissenschaften sind
vergleichsweise selten bei der DFG antragsak-
tiv. Insgesamt wurden hier im Zeitraum von
drei Jahren 34 Millionen Euro für rechtswis-
senschaftliche Projekte an Hochschulen ver-
geben. Die Universitäten mit den höchsten
Bewilligungsvolumina waren dabei die
U Münster,
die
HU Berlin
und die
U Kons-
tanz.
Die stärkste Drittmittelorientierung im
hier betrachteten Fachgebiet weisen die Sozi-
alwissenschaften auf, die sich im Kern auf
die Fächer Soziologie sowie Kommunika-
tions- und Politikwissenschaften konzentrie-
ren. Auf 20 Hochschulen entfallen hier fast
100 Millionen Euro. Dies entspricht einem
Anteil von etwa 70 Prozent an den insgesamt
von der DFG für die Sozial- und Verhaltens-
wissenschaften an diesen Hochschulen be-
reitgestellten Mitteln. Hohe DFG-Aktivität
1...,117,118,119,120,121,122,123,124,125,126 128,129,130,131,132,133,134,135,136,137,...199
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