Förderatlas 2015 - page 105

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4.3 Fachliche und fördergebietsspezifische Profile von Hochschulen in der Gesamtbetrachtung
4.3 Fachliche und fördergebiets-
spezifische Profile von
Hochschulen in der
Gesamtbetrachtung
Bereits seit der 2006 erschienenen Ausgabe
arbeitet die Berichtsreihe mit Analysen, die
die fachlichen und fördergebietsspezifischen
Profile von Hochschulen und außeruniversi-
tären Forschungseinrichtungen ausweisen,
die bei DFG, Bund oder EU in größerem Um-
fang drittmittelaktiv sind. Mit diesem Ansatz
wird verdeutlicht, welche besonderen Fächer-
strukturen diese Hochschulen jeweils aufwei-
sen. Dabei richtet sich das Augenmerk wie
bisher und jenseits der bekannten Allianzen
von Universitäten mit hochschulmedizini-
schen Einrichtungen und/oder von Techni-
schen Hochschulen auch auf die Frage, wel-
che Hochschulen ein ähnliches Profil zeigen:
Eine solche Ähnlichkeit ist Voraussetzung für
einen inhaltlich belastbaren Kennzahlenver-
gleich innerhalb spezifischer Untergruppen
von Universitäten.
4.3.1 Fachliche Förderprofile von
Hochschulen bei der DFG
Die Abbildungen 4-2 und 4-3 visualisieren
zunächst mit Blick auf DFG-Bewilligungen
2011 bis 2013 die fachlichen Profile der 80 be-
willigungsaktivsten DFG-Hochschulen in der
Unterscheidung nach den 14 Fachgebieten
der DFG-Fachsystematik. Die in einem algo-
rithmischen Verfahren erzeugte Visualisie-
rung wurde am Max-Planck-Institut für Ge-
sellschaftsforschung in Köln entwickelt. Sie
erlaubt, über die Darstellung der prozentua-
len fachgebietsspezifischen Bewilligungen
das fachliche Profil dieser Hochschulen unter-
einander zu vergleichen und mit grafischer
Unterstützung die jeweiligen Akzentuierun-
gen und Ähnlichkeiten herauszuarbeiten.
Dazu werden zum einen die Fachgebiete
durch Kreissymbole dargestellt, zum anderen
die mittelempfangenden Hochschulen in
Form von Kreisdiagrammen. Dabei variiert
die Größe der Kreissymbole mit der Höhe des
Fördervolumens je Fachgebiet. Die Höhe der
fächerübergreifenden Fördersumme je Hoch-
schule wird entsprechend durch die Größe
der hochschulspezifischen Kreisdiagramme
veranschaulicht.
Die Positionierung dieser Fächersymbole
und Kreisdiagramme in der Fläche wird in
mehreren Iterationen so optimiert, dass Ähn-
lichkeitsstrukturen in den Schwerpunkten
zwischen den Hochschulen sichtbar werden.
Die Nähe einer Hochschule zu einem Förder-
gebiet korreliert mit einer Schwerpunktset-
zung in diesem Fördergebiet. Je näher zwei
Hochschulen nebeneinanderliegen, desto
ähnlicher sind sie sich in ihrer fachlichen
Ausrichtung und/oder in einer spezifischen
Akzentuierung. Sind zwei Hochschulen in der
Abbildung weit entfernt zueinander angeord-
net, unterscheiden sie sich in der Regel auch
sehr deutlich in ihren fachlichen Profilen
4
.
Abbildung 4-2 vergleicht so zunächst die
fachlichen Profile der 40 bei der DFG bewilli-
gungsaktivsten Hochschulen. Das Volumen
der DFG-Bewilligungssumme erstreckt sich
dabei über eine Spannweite von rund 63 Mil-
lionen Euro
(U Halle-Wittenberg)
bis 228
Millionen Euro
(LMU München).
Im Vergleich zu den Vorjahren profitiert
die Darstellung von einer Modifikation der
Analysebasis. Zum einen konnten die fachlich
ausgerichteten Förderlinien der Exzellenz-
initiative (Graduiertenschulen und Exzel-
lenzcluster) unter Zugriff auf statistische Nä-
herungsverfahren präziser abgebildet wer-
den
5
, zum anderen wird hier erstmals das
ganze Spektrum der 14 von der DFG unter-
schiedenen Fachgebiete ausgeschöpft
6
. Auch
diese Neuerungen tragen dazu bei, dass die
folgenden Abbildungen im Vergleich zur Ver-
sion des Förderatlas 2012 einige kleine, wenn
auch markante Veränderungen aufweisen
(DFG, 2012: 86f.).
Der für diese Analyse eingesetzte Algorith-
mus ordnet die 40 bewilligungsaktivsten Uni-
versitäten bei der DFG entsprechend ihren
fachlichen Akzentsetzungen an. Oben finden
sich Hochschulen mit universitätsmedizini-
schen Schwerpunkten und unten eher tech-
nisch orientierte Hochschulen. Gemäß ihrer
Ausrichtung auf beide Felder findet sich etwa
die
TU München
in der Mitte zwischen die-
sen beiden Polen, die oben durch die
LMU
München,
mit einem besonders hohen Medi-
zinanteil, und unten durch die
TH Aachen,
mit einem besonders starken Schwerpunkt in
4
Siehe auch das Methodenglossar im Anhang unter
dem Stichwort „Profilanalysen“.
5
Siehe auch das Methodenglossar im Anhang unter
dem Stichwort „Exzellenzinitiative“.
6
Im vorherigen Förderatlas waren aus datentechni-
schen Gründen drei von fünf ingenieurwissenschaft-
lichen Fachgebieten zu einem Gebiet Maschinenbau
zusammengefasst.
1...,95,96,97,98,99,100,101,102,103,104 106,107,108,109,110,111,112,113,114,115,...199
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