Förderatlas 2015 - page 104

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4 Fachliche Förderprofile von Forschungseinrichtungen
zwischen 1 und 5 Prozent ausmachen, lie-
gen bei der DFG bei fast 15 Prozent. Mit ei-
nem Anteil von knapp 34 Prozent bilden
bei der DFG die Lebenswissenschaften ei-
nen deutlichen Schwerpunkt, der vor allem
auf die Medizin zurückzuführen ist (vgl. Ta-
als auch die Förderung im Rahmen des
7. EU-Forschungsrahmenprogramms legen
mit jeweils 46 Prozent einen deutlichen
Fokus auf die Ingenieurwissenschaften. Die
in der Tabelle als „Ohne fachliche Zuord-
nung“ gekennzeichneten Summen lassen
sich aus unterschiedlichen Gründen nicht
eindeutig einem bestimmten Wissenschafts-
bereich zuordnen. Für die DFG sind dies
beispielsweise die Infrastrukturförderung
und die hochschulweiten Zukunftskonzep-
te im Rahmen der Exzellenzinitiative (vgl.
Tabelle 2-5).
Bei der FuE-Projektförderung des Bun-
des (vgl. Tabelle 2-9) handelt es sich eben-
falls zum Teil um Infrastrukturprogramme
sowie um interdisziplinäre Programme. Die
Förderung der EU im 7. Forschungsrahmen-
programm lässt sich nur (vgl. Tabelle 2-7)
im Spezifischen Programm
Zusammenarbeit
fachlich zuordnen. Daher ist nur dieses in
Tabelle 4-2 ausgewiesen. Alle weiteren Spe-
zifischen Programme lassen diese Untertei-
lung nicht zu. Aber auch im Spezifischen
Programm
Zusammenarbeit
gibt es mit der
Sicherheitsforschung und den Querschnitt-
saktivitäten Bereiche, die sich nicht fach-
lich klassifizieren lassen.
Auch bezogen auf die Kennzahlen für in-
ternationale Attraktivität ergeben sich mit
Blick auf Tabelle 4-3 markante Unterschiede.
Die Förderung längerer Forschungsaufent-
halte durch die AvH konzentriert sich insbe-
sondere auf Wissenschaftlerinnen und Wis-
senschaftler aus den Naturwissenschaften
(44 Prozent) und den Geistes- und Sozialwis-
senschaften (30 Prozent).
Der ERC fördert in Deutschland in beson-
derem Umfang Personen aus den Lebenswis-
senschaften (41 Prozent) und weist als wei-
teren Schwerpunkt die Naturwissenschaften
auf (29 Prozent).
An den DAAD-Programmen partizipie-
ren hingegen insbesondere Gastwissen-
schaftlerinnen und -wissenschaftler aus
dem geistes- und sozialwissenschaftlichen
Fächerspektrum (42 Prozent), mit Abstand
gefolgt von den Naturwissenschaften (24
Prozent).
Im Vergleich zu den drittmittelbasierten
Kennzahlen weisen Bund und EU einen
klar erkennbaren Schwerpunkt auf die
Ingenieurwissenschaften auf. Auch die
Kennzahlen für internationale Attraktivität
bilden eigene Dimensionen ab. Sowohl ge-
nerell als auch im Vergleich der einzelnen
Instrumente bestätigt sich hier noch einmal
die von oben bekannte Aussage: Jede
Kennzahl misst Spezifisches und ist sowohl
von Wissenschaftsbereich zu Wissen-
schaftsbereich wie (wenn auch im Detail
nicht für jede Kennzahl darstellbar) von
Fach zu Fach von unterschiedlicher Aussa-
gekraft.
Tabelle 4-3:
Anzahl der AvH-, DAAD- und ERC-Geförderten nach Wissenschaftsbereichen
Wissenschaftsbereich
AvH-Geförderte
DAAD-Geförderte
ERC-Geförderte
1)
N
%
N
%
N
%
Geistes- und Sozialwissenschaften
1 776
29,7
2 156
41,5
74
11,4
Lebenswissenschaften
895
15,0
1 018
19,6
264
40,7
Naturwissenschaften
2 636
44,1
1 268
24,4
189
29,1
Ingenieurwissenschaften
673
11,3
747
14,4
122
18,8
Insgesamt
5.980
100,0
5.190
2)
100,0
649
100,0
1)
Ausgewiesen sind ERC-Geförderte in Deutschland
2)
Inklusive DAAD-Geförderte ohne Angabe des Wissenschaftsbereichs
Datenbasis und Quellen:
Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH): Aufenthalte von AvH-Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern 2009 bis 2013
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD): Geförderte ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 2009 bis 2013
EU-Büro des BMBF: ERC-Förderung im 7 EU-Forschungsrahmenprogramm (Laufzeit: 2007 bis 2013, Projektdaten mit Stand 21 02 2014) Zahlen beinhalten
Starting Grants (inklusive 2014), Advanced Grants und Consolidator Grants
Berechnungen der DFG
1...,94,95,96,97,98,99,100,101,102,103 105,106,107,108,109,110,111,112,113,114,...199
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