Förderatlas 2015 - page 101

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4.2 Fachbezogene Kennzahlen im Überblick
Am Beispiel der von der DFG eingesetzten
Fachkollegien wird die Fachorientierung des
DFG-Förderhandelns besonders augenfällig.
Bei den Fachkollegien handelt es sich um
Gremien, denen im Prozess der Bearbeitung
und Begutachtung von DFG-Anträgen eine
wichtige Schlüsselrolle zukommt. Sie bewer-
ten die vorgelegten Anträge auf Basis der
hierzu erstellten Gutachten und priorisieren
sie gegebenenfalls in Abhängigkeit vom zur
Verfügung stehenden Budget. Eine wichtige
Funktion ist aber auch die Qualitätssiche-
rung der Begutachtung und der Gutachter-
auswahl – mit der Konsequenz, dass Fach-
kollegiatinnen und -kollegiaten im Zweifel
Anträge bis zum Vorliegen weiterer Gutach-
ten zurückstellen, weil die vorliegenden Un-
terlagen den erforderlichen Ansprüchen
nicht genügten oder der Verdacht einer Be-
fangenheit vorliegt
1
.
Bei allen in diesem Kapitel vorgestellten
Analysen nach fachlich-thematischen Ge-
sichtspunkten wird die DFG-Fachsystematik
als strukturierendes Element herangezogen.
In Abhängigkeit von der Datenlage und dort,
wo es die Fragestellung nahelegt, folgen ein-
zelne Kennzahlen ausschließlich der Ebene
von Wissenschaftsbereichen. Wo möglich,
geht der Bericht im Detail auch auf die zweite
Ebene der Systematik ein (14 Fachgebiete be-
ziehungsweise die vergleichbare Ebene der
Systematik der anderen betrachteten Förde-
rer). Bei den Förderprofilen der DFG wird zu-
sätzlich eine Auswertung auf der dritten Ebe-
ne der 48 Forschungsfelder vorgenommen.
Die drei oberen Ebenen der Systematik weist
Tabelle 4-1 aus, im Anhang findet sich Tabelle
A-1, die auch die vierte Ebene der 209 Fächer
dokumentiert
2
.
1
In 48 Kollegien arbeiten insgesamt 609 von der
Scientific Community im 4-Jahresrhythmus ge-
wählte Fachkollegiatinnen und -kollegiaten –
jeweils mit Fokus auf eines von 209 Fächern, die
diesen Kollegien hierarchisch zugeordnet sind.
Weitere Informationen zur Funktion, Wahl und Zu-
sammensetzung der Fachkollegien und ihrer Fächer
finden sich unter
2
Siehe auch das Methodenglossar im Anhang unter
dem Stichwort „DFG-Fachsystematik“.
4.2 Fachbezogene Kennzahlen
im Überblick
Die Unterteilung des Kapitels nach Wissen-
schaftsbereichen und Fachgebieten trägt dem
Umstand Rechnung, dass sich die Aussage-
kraft von Forschungskennzahlen in aller Re-
gel von Fachgebiet zu Fachgebiet stark unter-
scheidet. Leicht verdeutlichen lässt sich das
an der (im Förderatlas nicht betrachteten)
Kennzahl „eingereichte/genehmigte Patente“,
die für geistes- und sozialwissenschaftliche
Forschungsprojekte sicher einen deutlich ge-
ringeren Stellenwert besitzt als in eher tech-
nisch ausgerichteten Disziplinen. Gerade im
Kontext dieses DFG-Förderatlas ist zu beto-
nen, dass auch die Kennzahl „Drittmittelein-
werbungen“ fachspezifisch ein unterschied-
liches Gewicht hat. Bereits in früheren Aus-
gaben wurde die große Spannweite der je
Fachgebiet üblichen Pro-Kopf-Einwerbungen
von Drittmitteln aufgezeigt. Auch in diesem
Förderatlas finden sich entsprechende Tabel-
len – einmal bezogen auf Drittmitteleinnah-
men insgesamt (gemäß DESTATIS) und ein-
mal auf DFG-Bewilligungen – im Online-An-
gebot zum Förderatlas (vgl. Tabelle Web-33
und Web-34 unter
Um die große Spannweite zu verdeutli-
chen, führt Abbildung 4-1 die in den eben ge-
nannten Tabellen ausgewiesenen Pro-Kopf-
Zahlen für die Professorenschaft zu den Dritt-
mitteleinnahmen der Universitäten 2012 und
die entsprechenden Pro-Kopf-Bewilligungen
der DFG (2011 bis 2013) in einem Streudia-
gramm zusammen.
In Kapitel 2.2 wurde bereits dargestellt,
dass der Anteil der DFG an den Drittmitteln
im Hochschulsystem im Jahr 2012 etwa 33
Prozent beträgt. Das Erhebungsverfahren des
Statistischen Bundesamts (DESTATIS) lässt
leider keine Aussagen darüber zu, wie sich
die Beträge der einzelnen Förderer auf Fächer
verteilen. Die Abbildung stellt daher die DFG-
intern erhobenen Daten zu DFG-Bewilligun-
gen und die von DESTATIS zusammenge-
führten Daten zu Drittmitteleinnahmen von
Universitäten insgesamt je Fachgebiet gegen-
über.
Der Vergleich bestätigt zunächst die
Größenordnung des eben berichteten DFG-
Anteils. Aufseiten der DFG wird für drei Be-
willigungsjahre knapp der gleiche Betrag be-
willigt, der aufseiten DESTATIS für ein Jahr
als Durchschnittswert der Pro-Kopf-Einnah-
men in der Professorenschaft verbucht ist
(254.000 Euro gegenüber 266.000 Euro).
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