Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

Pressemitteilung Nr. 35 | 1. August 2018
DFG gratuliert Peter Scholze zur Fields-Medaille

Leibniz-Preisträger des Jahres 2016 erhält wichtigste mathematische Auszeichnung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gratuliert Prof. Dr. Peter Scholze, Lehrstuhlinhaber am Mathematischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn, zur Fields-Medaille 2018. DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider sagte: „Wir freuen uns sehr mit Peter Scholze, den wir bereits 2016 mit dem Leibniz-Preis als herausragende Forscherpersönlichkeit gewürdigt haben und der in einem in der Exzellenzinitiative geförderten Exzellenzcluster tätig ist. Die Auszeichnung für ihn ist nicht zuletzt eine großartige Bestätigung dafür, dass die universitäre Forschungslandschaft in Deutschland weiterhin hervorragende Möglichkeiten bietet, Talente zu fördern, und Raum gibt, neuen Ideen nachzugehen.“ Heute übergab die Internationale Mathematische Union (IMU) auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Rio de Janeiro die Auszeichnung an Scholze für „seine fundamentalen Beiträge zur arithmetischen algebraischen Geometrie“.

Peter Scholze erhielt 2016 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG und ist Wissenschaftler an dem DFG-geförderten Bonner Exzellenzcluster „Hausdorff Center for Mathematics“ sowie Teilprojektleiter des Sonderforschungsbereichs/Transregio „Perioden, Modulräume und Arithmetik algebraischer Varietäten“ in Mainz, Bonn und Duisburg-Essen. Er ist der zweite deutsche Träger der Fields-Medaille – nach Gerd Faltings, der ebenfalls mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet wurde. Alle vier Jahre werden anlässlich des Internationalen Mathematikerkongresses bis zu vier Fields-Medaillen für herausragende Leistungen in der Mathematik verliehen. Die Medaillen sollen zugleich Ansporn für weitere mathematische Spitzenforschung sein.

Mit 27 Jahren war Peter Scholze der jüngste Wissenschaftler in der mehr als 30-jährigen Geschichte des Leibniz-Preises, dem der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland zuerkannt wurde. Scholze galt schon zu diesem Zeitpunkt als einer der weltweit führenden Mathematiker überhaupt und als ein Ausnahmetalent, wie es sie lediglich alle paar Jahrzehnte gibt. So würdigte der Auswahlausschuss, dass er bereits in jüngsten Jahren fundamentale Fragen in der arithmetischen algebraischen Geometrie beantwortet hat, die zuvor jahrzehntelang ungelöst waren. Dies gilt vor allem für seinen Beweis der sogenannten Langlands-Vermutung für p-adische lokale Körper. Mit seiner Theorie der sogenannten perfektoiden Räume hat er das Methodenspektrum der Mathematik in ungeahnter Weise erweitert, hieß es 2016.

Peter Scholze studierte Mathematik in Bonn und wurde dort 2012 auch promoviert, mit 24 Jahren. Noch im selben Jahr berief die Bonner Universität Scholze auf einen der fünf Lehrstühle an ihrem international anerkannten Hausdorff Center for Mathematics. Damit war Scholze der jüngste W3-Professor in ganz Deutschland. Scholze wurde mit zahlreichen wichtigen Mathematik-Preisen ausgezeichnet und ist Mitglied mehrerer deutscher Wissenschaftsakademien. Seit Juli 2018 ist er Direktor am Bonner Max-Planck-Institut für Mathematik.

Neben der Fields-Medaille für Peter Scholze wurden in Rio de Janeiro drei weitere Fields-Medaillen an Caucher Birkar, University of Cambridge, Alessio Figalli, ETH Zürich, und Akshay Venkatesh, Stanford University, vergeben.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

Mehr zur DFG-Förderung von Prof. Dr. Peter Scholze unter:

Weitere Informationen zum Gottfried Wilhelm-Leibniz-Preis 2016 für Peter Scholze, inklusive Filmporträt und Laudatio unter: