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Pressemitteilung Nr. 25 | 4. Juli 2018
Fünf neue Forschungs- und zwei neue Kolleg-Forschungsgruppen

Themen von Quantenthermodynamik über Nachhaltigkeit bis zur Pruritusforschung / Insgesamt rund 26 Millionen Euro für erste Förderperiode

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet fünf neue Forschungsgruppen und zwei neue Kolleg-Forschungsgruppen ein. Dies beschloss der Senat der DFG in seiner Sommersitzung im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Bonn. Forschungsgruppen ermöglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Kolleg-Forschungsgruppen sind speziell auf geisteswissenschaftliche Arbeitsformen zugeschnitten.

Die maximale Förderdauer von Forschungsgruppen beträgt zweimal drei Jahre; Kolleg-Forschungsgruppen können zweimal vier Jahre gefördert werden. In der ersten Förderperiode erhalten die sieben neuen Verbünde insgesamt rund 26 Millionen Euro inklusive einer 22-prozentigen Programmpauschale für indirekte Kosten der Projekte. Im Ganzen fördert die DFG damit aktuell 192 Forschungsgruppen.

Die neuen Forschungsgruppen im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulen der Sprecherinnen und Sprecher)

Können Quantenmaschinen tatsächlich leistungsfähiger sein als traditionelle Maschinen? Die gemeinsam mit dem österreichischen FWF geförderte Forschungsgruppe „Thermische Maschinen in der Quantenwelt“ will die konzeptionellen Grenzen der Quantenthermodynamik ausloten und verschiedene Plattformen realisieren, die Quanteneigenschaften tatsächlich ausnutzen können. Gelingt der experimentelle Nachweis, dass die theoretisch vorhergesagten Effekte auch in der Praxis eintreten, könnte dies einen Beitrag zur Entwicklung neuer Kühltechniken leisten.
(Sprecher: Prof. Dr. Jens Eisert, Freie Universität Berlin)

Die Kolleg-Forschungsgruppe „Religion und Urbanität: Wechselseitige Formierungen (UrbRel)“ will die wechselseitigen Veränderungen von religiösen Praktiken und städtischem Raum untersuchen: Welche Rolle spielen religiöse Akteure bei der Entwicklung von Städten und „Urbanität“? Welche Funktion nehmen umgekehrt städtische Akteure bei der Entstehung von religiösen Gruppen und „Religion“ ein? Diese Fragen sollen aus historischer Perspektive für Europa, den Mittelmeerraum und Südasien bis zurück ins erste Jahrtausend vor Christus beantwortet werden.
(Sprecherin: Prof. Dr. Susanne Rau, Universität Erfurt)

Weltweit beziehen sich Staaten, Organisationen, Unternehmen und soziale Bewegungen auf den Begriff „Nachhaltigkeit“ als Handlungsprinzip. Unter dem Titel „Zukünfte der Nachhaltigkeit: Modernisierung, Transformation, Kontrolle“ analysiert eine neue Kolleg-Forschungsgruppe die unterschiedlichen Ziele und Zukunftsvorstellungen, die sich mit dem Begriff verbinden. Die Forscherinnen und Forscher wollen herausfinden, wie sich moderne Gesellschaften verändern, wenn sie sich von verschiedenen Sichtweisen auf Nachhaltigkeit leiten lassen.
(Sprecher: Prof. Dr. Sighard Neckel, Universität Hamburg)

Die Forschungsgruppe „Receiving and Translating Signals via the gamma-delta T Cell Receptor” will erforschen, wie sogenannte γδ-T-Zellen in der Reaktion des Immunsystems gegen Infektionen und Krebs eine Rolle spielen, wie der γδ-T-Zell-Rezeptor dabei genau aktiviert wird und welche Konsequenzen eine solche Aktivierung hat. Die Forscherinnen und Forscher befassen sich dabei mit biochemischer und zellbiologischer Grundlagenforschung, In-vitro- und In-vivo-Modellsystemen, aber auch mit translationalen und klinisch relevanten Studien.
(Sprecher: Prof. Dr. Immo Prinz, Medizinische Hochschule Hannover)

Chronischer Juckreiz oder Pruritus schränkt die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen und Patienten massiv ein und ist bis heute schwer zu behandeln. Die Forschungsgruppe „Translationale Pruritusforschung“ versammelt deshalb Expertinnen und Experten der Dermatologie, Neurologie und Anästhesie, um grundlegende Mechanismen des Juckreizes aufzudecken. Dies kann zukünftig zu wirksameren Therapien führen.
(Sprecher: Prof. Dr. Martin Schmelz, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)

Die extrazelluläre Matrix (EZM) überträgt Kräfte zwischen den Geweben des Bewegungsapparats wie Muskeln, Knorpeln, Knochen und Sehnen und schützt diese vor mechanischen Schäden. Veränderungen der EZM können Reaktionen des muskuloskelettalen Gewebes hervorrufen und so chronische Erkrankungen auslösen. Wie diese muskuloskelettalen Erkrankungen genau entstehen, will die Forschungsgruppe „Neue molekulare Determinanten der Homöostase der muskuloskelettalen extrazellulären Matrix – ein systematischer Ansatz“ untersuchen.
(Sprecher: Prof. Dr. Bent Brachvogel, Universität zu Köln)

Über die Dynamik ökologischer Lebensgemeinschaften und lokale Interaktionen wie Nahrungsbeziehungen existieren verschiedene ökologische Theorien, doch nicht alle sind durch empirische Daten belegt. Hier setzt die Forschungsgruppe „Räumliche Ökologie von Lebensgemeinschaften in hochdynamischen Landschaften: von der Inselbiogeographie zu Meta-Ökosystemen [DynaCom]“ an und will mithilfe von experimentellen ökologischen Studien im Wattenmeer die dynamische Entwicklung von Biodiversitätsmustern und Nahrungsnetzstrukturen besser verstehen.
(Sprecher: Prof. Dr. Helmut Hillebrand, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

Ausführliche Informationen erteilen auch die Sprecherinnen und Sprecher der eingerichteten Verbünde.

Zu den Forschungsgruppen und Kolleg-Forschungsgruppen der DFG:

Diese Pressemitteilung und die weiteren Pressemitteilungen zur DFG-Jahresversammlung 2018 finden sich auch unter: