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Pressemitteilung Nr. 17 | 18. Mai 2018
DFG fördert 14 neue Sonderforschungsbereiche

Themen reichen von der Lebensentstehung über Nukleinsäure-Immunität bis zur Hörakustik / 164 Millionen Euro Fördermittel für zunächst vier Jahre

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen 14 neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Dies beschloss der zuständige Bewilligungsausschuss auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn. Die neuen SFB werden ab dem 1. Juli 2018 zunächst vier Jahre lang mit insgesamt rund 164 Millionen Euro gefördert. Darin enthalten ist eine 22-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Projekten. Sechs der neuen Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die sich auf mehrere antragstellende Hochschulen verteilen. Zusätzlich zu den 14 Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss für die Verlängerung von 21 SFB für je eine weitere Förderperiode. Die Verbünde decken von ihren Themen und Fragestellungen wie von ihrem Zuschnitt und Finanzierungsbedarf ein breites Spektrum ab.

Sonderforschungsbereiche ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben im Verbund und sollen damit der Schwerpunkt- und Strukturbildung an den antragstellenden Hochschulen dienen. Mit den aktuellen Entscheidungen wird die Zahl von eintausend jemals geförderten Sonderforschungsbereichen überschritten. Dieses Ereignis fällt zusammen mit dem 50-jährigen Jubiläum des 1968 begonnenen Förderprogramms. Ab Juli 2018 fördert die DFG insgesamt 274 SFB.

Die 14 neuen Sonderforschungsbereiche im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschulen und unter Nennung der weiteren antragstellenden Hochschulen):

Alle Körpergewebe reagieren auf Entzündung, Verletzung oder Tumorinvasion mit einer Veränderung der sogenannten lokalen Extrazellulärmatrix (EZM). Sie bietet sich daher für Ansätze der In-vivo-Bildgebung an und damit zur bildgebenden Erkennung, Charakterisierung, Verlaufsbeurteilung und Therapiekontrolle von Erkrankungen. Ziel des SFB „In-vivo-Visualisierung der pathologisch veränderten Extrazellulärmatrix ‚Matrix in Vision‘“ ist die bildgebende Charakterisierung der Änderungen der Extrazellulärmatrix im erkrankten Gewebe, um neue Möglichkeiten zur Frühdiagnostik und für die Überprüfung von Therapieerfolgen zu eröffnen. (Charité Berlin – FU Berlin und HU Berlin, Sprecher: Prof. Dr. Bernd Hamm)

Auf dem Feld der Gedächtnisforschung untersucht der SFB „Mechanismen und Störungen der Gedächtnis-Konsolidierung: Von Synapsen zur Systemebene“. Der SFB will eine übergreifende Theorie zur Gedächtnis-Konsolidierung entwickeln, indem er verschiedene Hirnregionen betrachtet und auch verschiedene Spezies – Fruchtfliegen, Zebrafinken, Nager und Menschen – vergleicht. (HU Berlin, Sprecher: Prof. Dr. Matthew E. Larkum)

Der SFB/TRR „Nukleinsäure-Immunität“ erforscht die molekularen Grundlagen des Nukleinsäure-Abwehrsystems, um dessen Mechanismen besser zu verstehen. Damit will er dazu beitragen, die Krankheitsprozesse bei chronischen Virusinfektionen, bei entzündlichen Veränderungen und Autoimmunität genauer zu definieren. (Universität Bonn, Sprecher: Prof. Dr. Gunther Hartmann; ebenfalls antragstellend: TU Dresden, LMU München)

Der in der Katalyseforschung angesiedelte SFB/TRR widmet sich der „Heterogene(n) Oxidationskatalyse in der Flüssigphase – Materialien und Mechanismen in der thermischen, Elektro- und Photokatalyse“. Im Zentrum der Forschung stehen grundlegende katalytische Mechanismen, die mit modernen experimentellen und theorie- wie computergestützten Techniken untersucht werden. (Universität Duisburg-Essen, Sprecher: Prof. Dr. Malte Behrens; ebenfalls antragstellend: Universität Bochum)

Der SFB/TRR „Immun-Epitheliale Signalwege bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“ will ein besseres Verständnis der Wechselwirkung zwischen Darmbarriere und mukosalen Immunzellen in der Pathophysiologie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen erreichen und damit zur Entwicklung neuer therapeutischer Strategien beitragen. (Universität Erlangen-Nürnberg, Sprecher: Prof. Dr. Christoph Becker; ebenfalls antragstellend: Charité Berlin – FU Berlin und HU Berlin)

Adeninnukleotide sind im ganzen Körper verbreitete Moleküle, die grundlegende zelluläre Prozesse regulieren. Ziel des SFB „Adeninnukleotide in Immunität und Entzündung“ ist ein tieferes Verständnis der regulatorischen Funktionen dieser Moleküle sowie ihrer Bildung und ihres Stoffwechsels im Kontext entzündlicher Erkrankungen. (Universität Hamburg, Sprecher: Prof. Dr. Andreas H. Guse)

Ziel des SFB/TRR „Lebensentstehung: Erkundung von Mechanismen mit interdisziplinären Experimenten“ ist es, unterschiedliche Hypothesen über die Entstehung des Lebens im Labor zu testen. Ermöglicht wird dies durch die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Astronomie, Biologie, Chemie, Geowissenschaften und Physik. (LMU München, Sprecher: Prof. Dr. Dieter Braun; ebenfalls antragstellend: TU München)

Der SFB „Chemische Biologie epigenetischer Modifikationen“ erforscht die chemischen Modifikationen an Nukleinsäuren und Proteinen sowie die Entwicklung neuartiger Moleküle. Mit der Analyse der biologischen Grundlagen der Regulierung der Modifikationsprozesse will der SFB zu deren besserem Verständnis beitragen. (LMU München, Sprecher: Prof. Dr. Thomas Carell)

Der SFB „Aberrante Immunsignale bei Krebserkrankungen“ analysiert Signale im Immunsystem, die die Krebsentstehung begünstigen oder die Tumorabwehr unterdrücken. So will er neue Erkenntnisse zum molekularen Verständnis pathogener Immunsignale bei Tumorerkrankungen liefern und neue Strategien für deren gezielte Manipulation zur Krebstherapie aufzeigen. (TU München, Sprecher: Prof. Dr. Jürgen Ruland)

Der SFB „Modellierung und Targeting des Pankreaskarzinoms“ untersucht die biologischen Eigenschaften des hochaggressiven und weitgehend therapieresistenten Bauchspeicheldrüsenkrebses. Die Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass nur ein umfassendes mechanistisches Verständnis des Pankreaskarzinoms mit seinen einzigartigen Eigenschaften zu einer nachhaltigen Verbesserung der Prognose der betroffenen Patienten führen wird. (TU München, Sprecher: Prof. Dr. Roland M. Schmid)

Übergreifendes Ziel des SFB „Hörakustik: Perzeptive Prinzipien, Algorithmen und Anwendungen“ ist ein verbessertes Hören in schwierigen Umgebungen durch elektroakustische Hörhilfen. Dazu wird das menschliche Hören untersucht, Algorithmen zur Unterstützung werden entwickelt und die Ergebnisse für Anwendungen in Hörgeräten und Unterhaltungselektronik getestet. (Universität Oldenburg, Sprecher: Prof. Dr. Volker Hohmann)

Der SFB „Molekulare Heterogenkatalyse in definierten, dirigierenden Geometrien“ erforscht katalytische Reaktionen in den Poren unterschiedlicher Trägermaterialien. So will er neue, heterogene metallorganische Katalysatorsysteme höherer Selektivität entwickeln und somit unter anderem zu einem effizienteren Umgang mit Rohstoffen beitragen. (Universität Stuttgart, Sprecher: Prof. Dr. Michael R. Buchmeiser)

Inspiriert durch die Struktur- und Funktionsprinzipien der Fotosynthese in grünen Pflanzen widmet sich der chemiewissenschaftliche SFB/TRR „Lichtgetriebene molekulare Katalysatoren in hierarchisch strukturierten Materialien: Synthese und mechanistische Studien“ grundlegenden Herausforderungen in der Entwicklung fotokatalytisch aktiver Materialien für die Nutzung von Sonnenenergie. (Universität Ulm, Sprecher: Prof. Dr. Sven Rau; ebenfalls antragstellend: Universität Jena)

Jüngere Studien haben gezeigt, dass Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, weitgehend unbeschriebene Funktionen innehaben, die weit über bekannte Vorgänge wie die Blutgerinnung hinausgehen. Der SFB/TRR „Thrombozyten – molekulare, zelluläre und systemische Funktionen unter physiologischen und pathologischen Bedingungen“ analysiert die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen dieser verschiedenen, bislang nur wenig verstandenen Prozesse im Körper. (Universität Würzburg, Sprecher: Prof. Dr. Bernhard Nieswandt; ebenfalls antragstellend: Universität Tübingen)

Die 21 für eine weitere Förderperiode verlängerten SFB
(in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschulen, unter Nennung der weiteren antragstellenden Hochschulen und mit Verweisen auf die Projektbeschreibungen in der DFG-Internetdatenbank GEPRIS zur laufenden Förderung):

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

Weitere Informationen erteilen auch die Sprecherinnen und Sprecher der Sonderforschungsbereiche.

Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:

Ausführliche Informationen zum Förderprogramm und zu den geförderten Sonderforschungsbereichen unter:

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