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Pressemitteilung Nr. 10 | 21. März 2018
Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft

DFG-Senat verabschiedet neues Positionspapier / Weitere Ausrichtung der Förderung im Bereich der Wissenschaftlichen Literaturversorgungs- und Informationssysteme / Hohe Veränderungsdynamik im Blick

Zur künftigen Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen im Zeichen von Digitalisierung, Open-Access-Transformation und Forschungsdatenmanagement hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein neues Positionspapier verabschiedet. Der Senat von Deutschlands größter Forschungsförderorganisation stimmte dem Papier „Förderung von Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft“ in seiner Sitzung am 15. März 2018 zu. Dieses analysiert angesichts eines umfassenden digitalen Wandels in den Disziplinen und einer unverändert hohen Veränderungsdynamik die Ausgangslage, definiert Herausforderungen und prioritäre Handlungsfelder und bietet eine Leitschnur für das Förderhandeln im Bereich der Wissenschaftlichen Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS) der DFG für die nächsten Jahre.

„Als Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft und nationale Forschungsförderorganisation gestaltet die Deutsche Forschungsgemeinschaft den digitalen Wandel in den Wissenschaften aktiv mit“, unterstreicht DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider. Das vom Ausschuss für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme (AWBI) vorbereitete Strategiepapier umschreibt die aktuellen Anforderungen im Umfeld einer datenintensiven und vernetzten Wissenschaft sowie die wachsenden Anforderungen an Abstimmung und Kooperation auf mehreren Ebenen, das heißt innerhalb der wissenschaftlichen Communities, zwischen den Infrastruktureinrichtungen und zwischen Infrastruktur und Wissenschaft.

Vor diesem Hintergrund misst die DFG Prozessen der Selbstorganisation in der Wissenschaft eine hohe Bedeutung zu und erkennt zugleich eine besondere Herausforderung darin, solche Prozesse sowohl in wissenschaftlichen Fachdisziplinen als auch für Infrastruktureinrichtungen, insbesondere aber auch zwischen Infrastruktureinrichtungen als Anbietern und der Wissenschaft als Nutzerin von Dienstleistungen zu unterstützen. Bezogen auf die Finanzierung von Informationsinfrastrukturen ist aus Sicht der DFG wissenschaftspolitische Anstrengung erforderlich, um für überregional relevante Infrastrukturen eine dauerhaft tragfähige Perspektive zu entwickeln.

Auf einer fachlichen Ebene setzt sich das Papier vorrangig mit drei Förderbereichen auseinander: der Erschließung und Digitalisierung von Informationsressourcen, der Open-Access-Transformation und dem Bereich Forschungsdaten. Im Förderbereich Erschließung und Digitalisierung soll die bisherige Eingrenzung auf gedrucktes und handschriftliches Material aufgegeben und die Förderung auf alle wissenschaftlich potenziell interessanten Objekte erweitert werden. Neben Fragen zur Finanzierung stehen im Förderbereich Open-Access-Transformation die Etablierung von Monitoring-Mechanismen im Vordergrund sowie eine Fortschreibung der Open-Access-Policy in dem Sinne, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu aufgefordert werden, im Open Access zu publizieren. Im Bereich Forschungsdaten wird die gezielte Ausarbeitung fachspezifischer Policies und Regelwerke unterstützt. Ein übergreifendes Ziel bleibt, die Kompetenz für Forschungsdatenmanagement zu stärken sowie die Vernetzung bestehender Forschungsdateninfrastrukturen weiter voranzutreiben.

„Das Positionspapier ist ein wichtiges Element in der Strategie der DFG, die ubiquitären Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Wissenschaften systematisch zu begleiten, die damit verbundenen Chancen und Risiken zu bewerten und auf dieser Grundlage das Handeln der DFG zielgerichtet und passgenau auf die Belange von Wissenschaft und Hochschulen auszurichten“, betont Strohschneider.

Weiterführende Informationen

Das Positionspapier „Förderung von Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft“ ist zu finden unter:

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