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Pressemitteilung Nr. 42 | 5. Oktober 2017
DFG fördert Elektronenmikroskope für universitäre Forschung

Insgesamt 67 Millionen Euro für 24 Mikroskope / Mittelaufstockung im Programm Forschungsgroßgeräte ein voller Erfolg / „Universitäre Forschung nun besser gerüstet für die Zukunft“

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in seiner Herbstsitzung die Finanzierung von 17 Hochleistungs-Elektronenmikroskopen mit einer Summe von insgesamt 43 Millionen Euro beschlossen. Bereits im Frühjahr waren sieben Mikroskope mit einem Wert von 24 Millionen Euro bewilligt worden. Mithilfe der Mikroskope können Hochschulen lebenswissenschaftliche wie materialwissenschaftlich-physikalische Forschungsvorhaben nun mit modernster Technik angehen. Die hohe Zahl an Anträgen für Elektronenmikroskope in diesem Jahr resultiert aus einem im Sommer 2016 von der DFG veröffentlichten Aufruf zur Antragstellung im Bereich der Hochleistungs-Elektronenmikroskopie.

„Wir sind erfreut, dass die Hochschulen die Chancen dieses Aufrufs so zahlreich genutzt haben. Die DFG sieht die universitäre Forschung sowohl in den Lebenswissenschaften als auch in den Natur- und Materialwissenschaften nun besser gerüstet für die Zukunft und die Ansprüche, die exzellente Grundlagenforschung an fortschrittlichste Analysemethoden im Bereich der Elektronenmikroskopie stellt“, sagte der Präsident der DFG, Prof. Dr. Peter Strohschneider. „Wegen der sich auch in diesem Bereich beschleunigenden Technologiezyklen werden allerdings zeitnahe Updates und das Vorhalten personeller Expertisen auch in Zukunft hohe Investitionen erfordern, um die internationale Konkurrenzfähigkeit deutscher Hochschulen langfristig zu erhalten“, so Strohschneider.

Antragsmöglichkeiten im Bereich Forschungsgroßgeräte existieren bereits seit 2007, als Bund und Länder ein Programm einrichteten, mit dessen Hilfe entsprechende Investitionen an Hochschulen finanziert werden können. Die DFG erhält hierfür vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jährlich Mittel in Höhe von 85 Millionen Euro und vergibt diese in Kofinanzierung mit dem jeweiligen Sitzland in einem offenen, wissenschaftsgeleiteten Antragsverfahren. Auf diese Weise flossen in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 1,7 Milliarden Euro in die Finanzierung forschungsorientierter Geräte aus allen Technologie- und Fachbereichen.

Erstmals seit Bestehen des Forschungsgroßgeräte-Programms hat die DFG in Abstimmung mit dem BMBF im Sommer 2016 zu gezielten Anträgen für eine bestimmte Technologie aufgerufen. Dieser Aufruf erfolgte zum einen aufgrund der rasanten technologischen Entwicklungen im Bereich der Detektortechnologie – die neuen Geräte versprechen eine Auflösung bis in den atomaren Bereich. Zum anderen gab es in einzelnen wissenschaftlichen Communitys, insbesondere in den Lebenswissenschaften, dringende Bedarfsanmeldungen für die neue Technik. Das BMBF erhöhte die Mittel für Forschungsgroßgeräte substanziell, sodass auch die Anschaffung einer größeren Anzahl Elektronenmikroskope ohne Abstriche bei anderen im Programm finanzierten Großgeräten möglich ist.

Ein Hauptaugenmerk des Aufrufs lag auf der Verwendung von Kryo-Elektronenmikroskopie im Bereich der Strukturbiologie – einer Technik für deren Entwicklung nun auch drei Forschern der diesjährige Chemie-Nobelpreis zuerkannt worden ist. Dabei handelt es sich um ein Spezialverfahren, bei dem gefrorene Proben oder Einzelpartikel so detailliert dargestellt werden können, dass einzigartige Einblicke in die dreidimensionale Struktur von Proteinen gewonnen werden. Bisher war dies in dieser Detailtiefe nur durch die sehr aufwendige Herstellung und Analyse von Proteinkristallen möglich. Insgesamt entstehen zum jetzigen Zeitpunkt durch die DFG-Förderung an acht Hochschulen Schwerpunkte in Hochleistungs-Kryo-Elektronenmikroskopie, und zwar in Berlin (FU und Charité), Hamburg (UHH), Heidelberg, Köln, München (LMU), Regensburg und Würzburg. Die Investitionssummen, die allein auf diesen Sektor entfallen, addieren sich auf insgesamt 48 Millionen Euro. Die DFG wird über die Förderung der Geräte hinaus auch deren Nutzung und methodische Weiterentwicklung eng begleiten.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

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Ausführliche Informationen zum Forschungsgroßgeräteprogramm finden sich unter:

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