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Pressemitteilung Nr. 23 | 5. Juli 2017
Drei Milliarden Euro Fördermittel, 31 000 geförderte Projekte

DFG stellt „Jahresbericht 2016“ vor / „Beste erkenntnisgeleitete Forschung – getragen von breitem politischen und gesellschaftlichen Vertrauen“ / Jahresversammlung in Halle beendet

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2016 mehr als 31 000 Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von gut drei Milliarden Euro gefördert. Davon wurden rund 7900 Projekte neu bewilligt und mit insgesamt gut zwei Milliarden Euro gefördert. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der geförderten Projekte damit um mehr als drei Prozent und die dafür insgesamt bewilligte Summe sogar um mehr als sechs Prozent an. Diese Zahlen gehen aus dem „Jahresbericht 2016“ hervor, den die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland am Mittwoch, dem 5. Juli 2017, in ihrer Mitgliederversammlung im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Halle (Saale) vorstellte.

DFG-Förderhandeln 2016 – die wichtigsten Zahlen und Fakten

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 31 485 Projekte von der DFG gefördert. Für sie wurden insgesamt 3,033 Milliarden Euro bewilligt, die zu mehr als 67 Prozent vom Bund und gut 32 Prozent von den Ländern kamen. Die Gesamtbewilligungssumme lag damit 2016 um fast 193 Millionen Euro höher als 2015, die Zahl der geförderten Projekte um 1014. Die Zahl der neu bewilligten Projekte blieb mit 7933 gegenüber 7920 nahezu gleich, jedoch stiegen auch bei ihnen die bewilligten Mittel an – von 1,93 Milliarden Euro 2015 auf nunmehr rund 2,05 Milliarden Euro.

Auch 2016 war mehr als die Hälfte aller geförderten Projekte – 15 902 – in der Einzelförderung angesiedelt; für sie wurden insgesamt rund 1 Milliarde Euro Fördermittel bewilligt – über 110 Millionen Euro mehr als 2015. In den Graduiertenkollegs, Sonderforschungsbereichen und anderen Koordinierten Programmen wurden 816 Verbünde mit gut 13 300 Teilprojekten und einer Gesamtbewilligungssumme von rund 1,25 Milliarden Euro gefördert. In die insgesamt 99 im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderten Einrichtungen flossen rund 533 Millionen Euro.

Aufgeteilt nach den großen Wissenschaftsbereichen erhielten auch 2016 die Lebenswissenschaften mit rund 1 Milliarde Euro die meisten Fördermittel (34,7 Prozent der Gesamtbewilligungssumme), gefolgt von den Naturwissenschaften mit rund 665 Millionen Euro (21,9 Prozent), den Ingenieurwissenschaften mit rund 585 Millionen Euro (19,3 Prozent) und den Geistes- und Sozialwissenschaften mit 468 Millionen Euro (15,4 Prozent); fachübergreifende Projekte wurden mit 263 Millionen Euro (8,7 Prozent) gefördert.

Der auch in Buchform veröffentlichte Jahresbericht enthält neben diesen und weiteren Zahlen, Statistiken und Grafiken auch eine Darstellung ausgewählter Förderprojekte und der inhaltlichen Akzente des Förderhandelns sowie des DFG-Engagements in Fragen von Wissenschaftssystem und Wissenschaftspolitik. Wie in den Vorjahren waren dabei auch 2016 die „Exzellenzinitiative“ und ihre Weiterentwicklung zur „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“ sowie deren Anfangsphase ein wichtiger Schwerpunkt – jedoch bei Weitem nicht der einzige, wie DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider und Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek in ihrem Vorwort zum Jahresbericht unterstreichen: „Die Förderung bester erkenntnisgeleiteter Forschung in den zahlreichen anderen Förderangeboten und die damit verbundenen täglichen Begutachtungs-, Bewertungs-, Entscheidungs- und Administrierungsarbeiten bestimmten, aufs Ganze gesehen, auch dieses Jahr noch stärker.“

Strohschneider und Dzwonnek gehen in ihrem Vorwort auch auf die aktuelle Situation von Wissenschaft und Forschung in Deutschland und in der Welt ein. Die Arbeit der DFG wie der Wissenschaft in Deutschland insgesamt sei auch 2016 „von breitem gesellschaftlichen und politischen Vertrauen“ getragen gewesen. „Dies unterscheidet sich denkbar positiv von jenen autoritären oder populistischen Angriffen auf die Wissenschaften und ihre Freiheit, die wir mit großer Sorge in der Welt zunehmen sehen. Umso mehr müssen wir die Weltoffenheit und den Pluralismus unseres Wissenschaftssystems zu schätzen wissen und wissen sie zu schätzen.“

Themen und Ergebnisse der Jahresversammlung in Halle (Saale)

Mit der Vorstellung des „Jahresberichts 2016“ und seiner Annahme in der Mitgliederversammlung endete am Mittwoch die dreitägige Jahresversammlung der DFG, die auf Einladung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle (Saale) stattfand. Seit Montag hatten alle zentralen Gremien der DFG getagt – vom Präsidium über Senat und Hauptausschuss bis zur Mitgliederversammlung.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt waren dabei weitere Maßnahmen der DFG zur Verbesserung der Gleichstellung in der Wissenschaft. Hierzu fassten die Gremien einen mehrteiligen Beschluss, der zum einen die Fortführung der bereits seit 2008 in den DFG-Mitgliedseinrichtungen implementierten „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ vorsieht. Zum anderen soll Gleichstellung im Förderhandeln der DFG künftig eine noch wichtigere Rolle spielen.

Im Mittelpunkt der Förderentscheidungen stand die Einrichtung von sieben Forschergruppen und einer Klinischen Forschergruppe; darüber hinaus beschloss der Senat eine Förderinitiative für Hochdurchsatzsequenzierung, mit der erstmals Mittel zur gezielten Förderung von Sequenzierprojekten an Hochschulen bereitgestellt werden.

In der Mitgliederversammlung wurde die Bauhaus-Universität Weimar als neues und damit 96. Mitglied in die DFG aufgenommen. Zudem wählten die Repräsentanten der Mitgliedseinrichtungen drei Mitglieder des DFG-Präsidiums – die beiden Vizepräsidentinnen Prof. Dr. Katja Becker und Prof. Dr. Marlis Hochbruck sowie Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Schön – für eine weitere Amtszeit von vier Jahren. Im Senat wurden sieben neue Mitglieder – vier Wissenschaftlerinnen und drei Wissenschaftler – neu gewählt und sechs für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

An der Festveranstaltung im Rahmen der Jahresversammlung am Dienstagabend nahmen als Gäste aus der Politik der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und die Bremer Wissenschaftssenatorin und Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, teil. Auch hier war die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation der Wissenschaft Thema, zumal in der Rede von DFG-Präsident Strohschneider über die Wissenschaften in Zeiten des Populismus.

Zu Beginn der Festveranstaltung hatte die Karlsruher Materialwissenschaftlerin Prof. Dr. Britta Nestler nachträglich den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2017 erhalten. Der Preis war Nestler bereits im Dezember 2016 zuerkannt worden, seine Verleihung war im März jedoch ausgesetzt worden, weil der DFG unmittelbar vor der Preisverleihung anonyme Hinweise im Zusammenhang mit den Forschungsarbeiten Nestlers bekannt gemacht worden waren, die zunächst überprüft werden mussten. Bei dieser Prüfung hatten sich indes keine Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten ergeben, sodass Nestler der Leibniz-Preis nun in festlichem Rahmen in Halle übergeben werden konnte.

Bereits am Montag, dem 3. Juli, hatten die DFG und der Stifterverband den diesjährigen Communicator-Preis verliehen. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung ging an den Kölner Geologen und Klimaforscher Dr. Stefan Kröpelin für die langjährige und wirkungsvolle öffentliche und mediale Vermittlung seiner Forschungsarbeiten über die Sahara, die nicht zuletzt zur Anerkennung verschiedener Regionen als UNESCO-Weltnaturerbe beigetragen haben.

Die nächste Jahresversammlung der DFG findet vom 2. bis 4. Juli 2018 in Bonn statt.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

Hinweis für Redaktionen:

Zusätzlich zu dieser zusammenfassenden Pressemitteilung zur Jahresversammlung 2017 veröffentlicht die DFG nachfolgend Pressemitteilungen zu diesen Themen und Ergebnissen:

  • Gleichstellung in der Wissenschaft: DFG setzt neue Akzente – DFG-Pressemitteilung Nr. 24
  • DFG nimmt Bauhaus-Universität Weimar auf – DFG-Pressemitteilung Nr. 25
  • Drei Mitglieder im DFG-Präsidium bestätigt – DFG-Pressemitteilung Nr. 26
  • Sieben neue Mitglieder im DFG-Senat – DFG-Pressemitteilung Nr. 27
  • DFG fördert moderne Forschungsinfrastrukturen in den Lebenswissenschaften – DFG-Pressemitteilung Nr. 28 (Veröffentlichung am Do., 6.7.)
  • Schriftliche Rüge wegen Plagiats – DFG-Pressemitteilung Nr. 29 (Veröffentlichung am Do., 6.7.)
  • Eugen und Ilse Seibold-Preis 2017 – DFG-Pressemitteilung Nr. 30 (Veröffentlichung am Fr., 7.7.)

Bereits veröffentlicht sind die folgenden Pressemitteilungen:

  • Kein wissenschaftliches Fehlverhalten von Britta Nestler: Materialwissenschaftlerin erhält Leibniz-Preis nachträglich – DFG-Pressemitteilung Nr. 21 (veröffentlicht am 4.7.)
  • DFG bewilligt sieben neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe – DFG-Pressemitteilung Nr. 22 (veröffentlicht am 4.7.)

Alle Pressemitteilungen finden sich auch im Internetangebot der DFG unter:

DFG-Jahresbericht 2016:

Der „Jahresbericht 2016“ steht online zur Verfügung unter:

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