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Pressemitteilung Nr. 9 | 3. April 2017
DFG richtet 17 neue Schwerpunktprogramme ein

Themen von Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit bis zu Funktionen des CRISPR-Cas-Systems / Rund 100 Millionen Euro für drei Jahre

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet 17 neue Schwerpunktprogramme (SPP) für das Jahr 2018 ein. In den SPP sollen wissenschaftliche Grundlagen besonders aktueller oder sich gerade bildender Forschungsgebiete untersucht werden. Vom Senat der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungsorganisation für die Wissenschaft in Deutschland wurden die neuen Schwerpunktprogramme aus insgesamt 66 zuvor bei der DFG eingereichten Initiativen ausgewählt.

Die nun bewilligten Programme decken die gesamte fachliche Breite in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften ab. Ihr Themenspektrum reicht von den innerafrikanischen Beziehungen zwischen Regenwald und Mittelmeer über Licht-kontrollierte Reaktivität von Metallkomplexen, die Kolonisierung und Interaktion von Tumorzellen innerhalb des Knochenmilieus bis hin zur Dekonstruktion und Rekonstruktion der pflanzlichen Mikrobiota und zu neuen Materialien für die laserbasierte additive Fertigung.

Alle Programme sind stark interdisziplinär ausgerichtet und zeichnen sich durch den Einsatz innovativer Methoden aus. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein zentrales Element und eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Einrichtung eines neuen Schwerpunktprogramms. Darüber hinaus weisen alle Initiativen auch ein Gleichstellungskonzept auf.

Die nun angenommenen Programme beschreiben jeweils das Oberthema des Schwerpunktprogramms. In den kommenden Monaten werden die SPP einzeln von der DFG ausgeschrieben, die die daraufhin eingehenden Förderanträge in einem strengen Begutachtungsverfahren auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Hauptthema prüfen wird. Für die 17 neuen SPP stehen in einer ersten Förderperiode in den kommenden drei Jahren insgesamt rund 100 Millionen Euro zur Verfügung. In der Regel werden die Schwerpunktprogramme für eine Dauer von sechs Jahren gefördert. Die 17 neuen Initiativen nehmen 2018 ihre Arbeit auf. Dann sind insgesamt 97 SPP in der Förderung.

Die neuen Schwerpunktprogramme, geordnet nach den Wissenschaftsbereichen, sind:

Geistes- und Sozialwissenschaften

  • Entangled Africa: Innerafrikanische Beziehungen zwischen Regenwald und Mittelmeer (circa 6000 bis 500 Jahre vor heute)
    (Koordinator: Privatdozent Dr. Jörg Linstädter, Deutsches Archäologisches Institut (DAI), Bonn)
  • Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit
    (Koordinatorin: Prof. Dr. Regina Toepfer, Technische Universität Braunschweig)
  • Das handelnde Selbst
    (Koordinator: Prof. Dr. Bernhard Hommel, University of Leiden, Niederlande)

Naturwissenschaften

  • Synergie von Polarimetrischen Radarbeobachtungen und Atmosphärenmodellierung (PROM) – Verschmelzung von Radarpolarimetrie und numerischer Atmosphärenmodellierung für ein verbessertes Verständnis von Wolken- und Niederschlagsprozessen
    (Koordinatorin: Dr. Silke Trömel, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
  • Licht-kontrollierte Reaktivität von Metallkomplexen
    (Koordinatorin: Prof. Dr. Katja Heinze, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
  • Skyrmionics: Topologische Spin-Phänomene im Realraum für Anwendungen
    (Koordinator: Prof. Dr. Christian Pfleiderer, Technische Universität München, Garching)
  • Katalysatoren und Reaktoren unter dynamischen Betriebsbedingungen für die Energiespeicherung und -wandlung
    (Koordinator: Prof. Dr. Jan-Dierk Grunwaldt, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe)

Lebenswissenschaften

  • µBONE: Kolonisierung und Interaktionen von Tumorzellen innerhalb des Knochenmilieus
    (Koordinator: Prof. Dr. Lorenz Hofbauer, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden)
  • Gen- und zellbasierte Therapien für die Behandlung neuroretinaler Degeneration
    (Koordinator: Prof. Dr. Dr. Knut Stieger, Justus-Liebig-Universität Gießen)
  • Räumlich-zeitliche Organisation der Rhizosphäre – der Schlüssel zum Verständnis von Rhizosphärenfunktionen
    (Koordinatorin: Prof. Dr. Doris Vetterlein, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Halle/Saale)
  • Dekonstruktion und Rekonstruktion der pflanzlichen Mikrobiota (DECRyPT)
    (Koordinatorin: Prof. Dr. Alga Zuccaro, Universität zu Köln)
  • Weitaus mehr als nur Verteidigung: die vielen verschiedenen Funktionen des CRISPR-Cas-Systems
    (Koordinatorin: Prof. Dr. Anita Marchfelder, Universität Ulm)

Ingenieurwissenschaften

  • Neue Materialien für die laserbasierte additive Fertigung
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Stephan Barcikowski, Universität Duisburg-Essen, Essen)
  • Soft Material Robotic Systems
    (Koordinatorin: Prof. Dr.-Ing. Annika Raatz, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Garbsen)
  • Fluidfreie Schmiersysteme mit hoher mechanischer Belastung
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Bernd Sauer, Technische Universität Kaiserslautern)
  • Oberflächenkonditionierung in Zerspanungsprozessen
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Volker Schulze, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe)
  • Integrierte Elektronisch-Photonische Systeme für die Ultrabreitbandige Signalverarbeitung
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Christoph Scheytt, Universität Paderborn)

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG,
    Tel. +49 228 885-2109,
    presse@dfg.de

Informationen erteilen auch die Koordinatorinnen und Koordinatoren der neuen Schwerpunktprogramme.

Zu DFG-Schwerpunktprogrammen siehe auch:

Zusatzinformationen

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