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Pressemitteilung Nr. 10 | 20. März 2015
18 neue Schwerpunktprogramme

Themen von turbulenten Strömungen und angeborenen lymphoiden Zellen bis zum Meeresspiegelanstieg und „Vergessen“ in Organisationen / Rund 105 Millionen Euro für drei Jahre

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet 18 neue Schwerpunktprogramme (SPP) ein. In ihnen sollen in den kommenden Jahren grundlegende wissenschaftliche Fragestellungen in besonders aktuellen oder sich gerade bildenden Forschungsgebieten untersucht werden.

Die neuen SPP wurden jetzt vom Senat der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungsorganisation für die Wissenschaft in Deutschland aus insgesamt 87 Konzepten ausgewählt, die zuvor bei der DFG eingereicht worden waren; dies waren noch einmal 15 Initiativen mehr als im vergangenen Jahr, was ein ausgesprochen hohes Interesse am Förderinstrument der Schwerpunktprogramme belegt.

Die nun eingerichteten Programme decken die gesamte fachliche Breite von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Lebenswissenschaften und Naturwissenschaften bis zu den Ingenieurwissenschaften ab. Ihr Themenspektrum reicht von der Erforschung turbulenter Strömungen, der Physik der sogenannten Rydberg-Atome mit ihren vielfältigen wissenschaftlichen und technologischen Einsatzmöglichkeiten oder der neu definierten Klasse der angeborenen lymphoiden Zellen über die Entschlüsselung des für alle Zell-Lebewesen lebenswichtigen mRNP-Code bis zur Frage, ob und wie sich auch Organisationen durch Vergessen an die immer größere Informationsflut in ihrer Umwelt anpassen können. Weitere der neuen Einrichtungen wollen die wissenschaftlichen Grundlagen für die Entwicklung und Etablierung neuartiger, cyber-physikalischer Systemnetze in der Kommunikations- und Informationstechnologie schaffen, die Schwingungsanfälligkeit von Leichtbaustrukturen minimieren oder den Anstieg des Meeresspiegels auf lokaler und regionaler Ebene exakter mess- und modellierbar machen.

Alle Programme sind stark interdisziplinär ausgerichtet und zeichnen sich durch den Einsatz innovativer Methoden aus. In allen Einrichtungen ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein zentrales Element – sie ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Einrichtung eines neuen Schwerpunktprogramms. Darüber hinaus weisen alle Einrichtungen auch ein Gleichstellungskonzept auf.

Die nun angenommenen Konzepte beschreiben jeweils das Oberthema des Schwerpunktprogramms. Alle 18 SPP werden in den kommenden Monaten von der DFG einzeln ausgeschrieben, die daraufhin eingehenden Förderanträge in einem strengen Begutachtungsverfahren auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Hauptthema geprüft.

Für die 18 neuen SPP stehen in einer ersten Förderperiode in den kommenden drei Jahren insgesamt rund 105 Millionen Euro zur Verfügung. In der Regel werden die Schwerpunktprogramme sechs Jahre gefördert. Derzeit sind insgesamt 91 SPP in der Förderung. Die 18 neuen Programme nehmen 2016 ihre Arbeit auf.

Die neuen Schwerpunktprogramme, geordnet nach den Wissenschaftsbereichen, sind:

Geistes- und Sozialwissenschaften

  • „Intentional Forgetting“ in Organisationen – Mechanismen des Vergessens als Anpassungsleistungen von Organisationen an eine Umwelt stetig wachsender Informationsmengen
    (Koordinatorin: Prof. Dr. Annette Kluge, Universität Bochum)

Lebenswissenschaften

  • Nucleotide Second Messenger Signalling in Bacteria
    (Koordinatorin: Prof. Dr. Regine Hengge, Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Next Generation Optogenetics: Tool Development and Application
    (Koordinator: Prof. Dr. Alexander Gottschalk, Universität Frankfurt/Main)
  • Innate Sensing and Restriction of Retroviruses
    (Koordinator: Prof. Dr. Oliver Till Fackler, Universitätsklinikum Heidelberg)
  • Innate Lymphoid Cells
    (Koordinator: Prof. Dr. Andreas Diefenbach, Universität Mainz)
  • Iron-Sulfur for Life
    (Koordinatorin: Prof. Dr. Silke Leimkühler, Universität Potsdam)
  • Deciphering the mRNP code: RNA-bound Determinants of Post-transcriptional Gene Regulation
    (Koordinatoren: Prof. Dr. Utz Fischer, Universität Würzburg; PD Dr. Niels H. Gehring, Universität zu Köln)

Naturwissenschaften

  • Nichtglatte Systeme und Komplementaritätsprobleme mit verteilten Parametern: Simulation und mehrstufige Optimierung
    (Koordinator: Prof. Dr. Michael Hintermüller, Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Koordinationsnetzwerke als Bausteine für Funktionssysteme (COORNETs)
    (Koordinator: Prof. Dr. Roland A. Fischer, Universität Bochum)
  • Volunteered Geographic Information: Interpretation, Visualisierung und Social Computing
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Dirk Burghardt, TU Dresden)
  • Regional Sea Level Change and Society (SeaLevel)
    (Koordinator: Prof. Dr. Detlef Stammer, Universität Hamburg)
  • Giant Interactions in Rydberg Systems (GiRyd)
    (Koordinator: Prof. Dr. Tilman Pfau, Universität Stuttgart)

Ingenieurwissenschaften

  • Dispersitäts-, Struktur- und Phasenänderungen von Proteinen und biologischen Agglomeraten in biotechnologischen Prozessen
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Arno Kwade, TU Braunschweig)
  • Polymorphe Unschärfemodellierungen für den numerischen Entwurf von Strukturen
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Michael Kaliske, TU Dresden)
  • Turbulent Superstructures
    (Koordinatoren: Prof. Dr. Bruno Eckhardt, Universität Marburg; Prof. Dr. Jörg Schumacher, TU Ilmenau)
  • Cyber-Physical Networking (CPN)
    (Koordinatoren: Prof. Dr.-Ing. Sandra Hirche, TU München; Prof. Dr.-Ing. Klaus Wehrle, RWTH Aachen)
  • Calm, Smooth and Smart
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Peter Eberhard, Universität Stuttgart)
  • Manipulation of Matter Controlled by Electric and Magnetic Fields: Towards Novel Synthesis and Processing Routes of Inorganic Materials
    (Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Olivier Guillon, Forschungszentrum Jülich)

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG,
    Tel. +49 228 885-2443,
    presse@dfg.de

Informationen erteilen auch die Koordinatorinnen und Koordinatoren der neuen Schwerpunktprogramme.

Zu DFG-Schwerpunktprogrammen siehe auch:

Zusatzinformationen

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