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Pressemitteilung Nr. 2 | 14. Januar 2015
Neujahrsempfang mit wissenschaftspolitischen Impulsen

DFG stellt Überlegungen zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der universitären Spitzenforschung vor / 200 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist mit zwei konkreten Vorschlägen zur Weiterentwicklung und Stärkung des deutschen Wissenschaftssystems in das neue Jahr gestartet. DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider stellte am Dienstagabend, 13. Januar 2015, in Berlin auf dem Neujahrsempfang der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungsorganisation für die Wissenschaft in Deutschland Überlegungen vor, die die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses verbessern und die Leistungsfähigkeit der Spitzenforschung an den Universitäten weiter erhöhen sollen. Sie knüpfen an die beiden ersten Förderlinien der seit 2006 laufenden Exzellenzinitiative an, die nach dem Willen des Bundes und der Länder auch nach dem Ende der zweiten Förderphase 2017 fortgeführt und weiterentwickelt werden soll.

Der Grundsatzbeschluss der Regierungschefs des Bundes und der Länder zur Exzellenzinitiative von Ende des vergangenen Jahres sowie die gleichzeitigen Beschlüsse zur Fortsetzung des Paktes für Forschung und Innovation und des Hochschulpaktes mitsamt einer Aufstockung der Programmpauschale seien ein „bemerkenswerter Erfolg der Wissenschaftspolitik“, hob Strohschneider vor den mehr als 200 Gästen des Neujahrsempfangs aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft im Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hervor. Umso wichtiger sei es nun, „bei der Ausgestaltung dieser verbesserten Rahmenbedingungen jene Problemfelder tatkräftig und zügig anzugehen, die die Wissenschaft in Deutschland gleichwohl schwächen“.

So sei es bedenklich, dass die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses „in eben dem Jahrzehnt, in dem die Wissenschaft in bis dato ungekanntem Maße politische Aufmerksamkeit und Finanzierung genoss, keineswegs besser, sondern aufs Ganze gesehen eher schlechter geworden ist“, kritisierte Strohschneider. Für die jungen promovierenden und promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauche es vor allem „mehr dritte Wege zwischen dem Aufstieg auf eine Professur und dem kompletten Ausstieg aus dem Wissenschaftssystem“, forderte der DFG-Präsident. Die Schaffung von differenzierteren Personalstrukturen, Dauerstellen für Daueraufgaben und auch mehr Professuren gehöre zwar ausdrücklich nicht in die Zuständigkeiten von Förderorganisationen wie der DFG. Wohl aber lasse sich hier „mit den Mitteln der Projektförderung unterstützend eingreifen“, sagte Strohschneider und schlug vor, die bisherige erste Förderlinie der Exzellenzinitiative zu einem „Nachwuchspaket“ weiterzuentwickeln.

„Ein solches Nachwuchspaket würde eine Ausweitung der strukturierten Nachwuchsförderung mit einer Stärkung der Forschungsorientierung in Graduiertenkollegs sowie mit erweiterten Fördermöglichkeiten für promovierte Forschende verbinden“, unterstrich Strohschneider.

Als zweites Problemfeld, dem bei der Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems besondere Aufmerksamkeit gelten müsse, nannte der DFG-Präsident die strukturelle Position der Universitäten im Wissenschaftssystem. Sie sei durch die Exzellenzinitiative eindrucksvoll gestärkt worden. Mit der zweiten Förderlinie, den Exzellenzclustern, seien „faszinierende Verdichtungsräume der Spitzenforschung entstanden“. Die so eingeleiteten Prozesse der wissenschaftlichen Schwerpunktbildung und der intensivierten Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg müssten fortgesetzt und weiterentwickelt werden.

Hierfür schlägt die DFG ein Konzept vor, das konkret die Förderfunktionen der zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative weiterentwickelt. Dabei, so Strohschneider, gehe es „um ein Förderangebot für Maßnahmen, mit denen eine Universität sich auf den Weg zum Gravitationszentrum eines lokalen oder regionalen Forschungsraums mit internationaler Strahlkraft macht“. Dazu wiederum müsse die Initiativ- und Kooperationsfähigkeit der Universitäten strukturell und finanziell weiter verbessert werden, sagte der DFG-Präsident und fügte hinzu: „Das erfordert auch womöglich längere Förderzeiträume, als sie bisher in der Projektfinanzierung üblich sind, und die Überwindung jener etwas künstlichen Trennung von Forschung und forschungsbezogener Lehre, zu der man in der Exzellenzinitiative bisher aus verfassungsrechtlichen Gründen gezwungen war.“ Ein solches Förderinstrument, das bislang den Arbeitstitel „Exzellenzzentrum“ habe, liege „genau in jener Perspektive, in der die Exzellenzinitiative auch bisher schon angelegt gewesen war: der Förderung speziell der erkenntnisgeleiteten Spitzenforschung an Universitäten“.

Weitere Informationen

Der vollständige Text der Rede von DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider auf dem Neujahrsempfang am 13. Januar 2015 findet sich im Internetangebot der DFG unter:

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