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Pressemitteilung Nr. 41 | 8. Oktober 2014
DFG gratuliert Stefan W. Hell zum Nobelpreis für Chemie

Leibniz-Preisträger 2008 und Sprecher eines DFG-Exzellenzclusters gemeinsam mit zwei amerikanischen Kollegen ausgezeichnet

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gratuliert Professor Stefan W. Hell, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg, zum Nobelpreis für Chemie 2014. DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider sagte am Rande des Treffens der Sprecherinnen und Sprecher der in der Exzellenzinitiative geförderten Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte in Bad Honnef: „Die DFG gratuliert Professor Stefan W. Hell, den sie bereits 2008 mit ihrem Leibniz-Preis als herausragende Forscherpersönlichkeit gewürdigt hat und der in einem der DFG-Forschungszentren tätig ist, das inzwischen als Exzellenzcluster im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert wird. Die Auszeichnung für ihn ist nicht zuletzt eine großartige Bestätigung dafür, wie die Organisationen für die Förderung der universitären und außeruniversitären Spitzenforschung gemeinsam ein fruchtbares System schaffen, in dem solche hervorragenden erkenntnisgeleiteten Forschungen gedeihen können.“ Heute gab die Königliche Schwedische Akademie die Preisträger in der Chemie bekannt: Neben Hell erhalten seine amerikanischen Kollegen Eric Betzig und William E. Moerner den Nobelpreis „für die Entwicklung der hochauflösenden Fluoreszenz-Mikroskopie“.

Professor Stefan W. Hell ist der siebte Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises der DFG, der danach den Nobelpreis erhielt – nach Hartmut Michel (Chemie, 1988), Erwin Neher und Bert Sakmann (Medizin, 1991), Christiane Nüsslein-Volhard (Medizin, 1995), Theodor Hänsch (Physik, 2005) sowie Gerhard Ertl (Chemie, 2007). Hell ist außerdem einer der Sprecher des DFG-geförderten Exzellenzclusters „Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns“. Er ist außerdem beteiligter Wissenschaftler an der ebenfalls in der Exzellenzinitiative geförderten „Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und Molekulare Biowissenschaften“ sowie Teilprojektleiter in den Sonderforschungsbereichen „Photonische Abbildungen auf der Nanometerskala“ und „Modulatorische Einheiten bei Herzinsuffizienz“ in Göttingen.

Schon beim Leibniz-Preis würdigte die Jury vor allem die Entwicklung der STED-Mikroskopie, mit der Hell die über ein Jahrhundert lang für unumstößlich gehaltenen Auflösungsgrenzen der besten Mikroskope überwand. Die Grundlage war eine wahrhaft grundlegende Überlegung zur Auflösung des konventionellen Laserscan-Mikroskops: Darin wird ein Laserstrahl auf das Untersuchungsobjekt fokussiert und die dabei im Fokus ausgelöste Fluoreszenz gemessen. Hells bahnbrechende Weiterentwicklung ging davon aus, dass die Auflösung wesentlich besser sein kann, wenn die Fluoreszenzanregung in der Peripherie des Fokus ausgeschaltet werden kann, bevor die angeregten Farbstoffmoleküle Fluoreszenz abgeben. Dies lässt sich durch eine stimulierte Anregungslöschung (STED – Stimulated Emission Depletion) erreichen. Mit diesem Ansatz gelang Hell bereits eine drei- bis viermal bessere Auflösung als mit den besten konventionellen Mikroskopen, und er konnte bei biologischen Anwendungen zum Beispiel erstmals die Fusion einzelner synaptischer Vesikel mit der Nervenendigung lichtmikroskopisch nachweisen. Die Bedeutung dieser Erfindung für die moderne Biologie, aber auch etwa für die Halbleiterindustrie ist kaum zu überschätzen, hieß es schon 2008.

Der wissenschaftliche Werdegang von Stefan W. Hell begann mit einem Physik-Studium und der Promotion in Heidelberg. Danach bezeichnete er sich zunächst als „freier Erfinder“, schlug dann aber als Postdoktorand am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) die wissenschaftliche Karriere ein. Als Leiter der Laser Microscopy Group der Universität Turku, Finnland, legte er die Grundlagen für die STED-Mikroskopie, die er ab 1996 als Nachwuchsgruppenleiter und ab 2002 als Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen weiterentwickelte.

Der heute zuerkannte Preis wird wie in jedem Jahr am 10. Dezember in Stockholm verliehen.

Weitere Informationen

Medienkontakt:

Mehr zur DFG-Förderung von Professor Stefan W. Hell unter:

Weitere Informationen zum Gottfried Wilhelm-Leibniz-Preis für Stefan W. Hell:

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