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Pressemitteilung Nr. 3 | 3. Februar 2011
Zwei neue Mitglieder im „Ombudsman für die Wissenschaft“

DFG-Senat wählt Zoologin Brigitte Jockusch und Chemikerin Katharina Al-Shamery in Gremium zur Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis / Jurist Wolfgang Löwer übernimmt Sprecheramt

Der „Ombudsman für die Wissenschaft“ wird künftig in neuer personeller Zusammensetzung zur Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis beitragen. Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wählte jetzt die Braunschweiger Zoologin und Zellbiologin Professor Brigitte Jockusch und die Oldenburger Chemikerin Professor Katharina Al-Shamery für zunächst drei Jahre in das dreiköpfige Gremium, an das sich alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland in Fragen guter wissenschaftlicher Praxis und deren Verletzung durch wissenschaftliche Unredlichkeit wenden können. Brigitte Jockusch übernimmt Ende Februar die Nachfolge der Biochemikerin und Molekularbiologin Professor Ulrike Beisiegel, die wegen ihres Amtsantritts als Präsidentin der Universität Göttingen zum Jahresbeginn vorzeitig aus dem Ombudsman-Gremium ausscheidet. Katharina Al-Shamery folgt im Mai auf den Heidelberger Physiker Professor Siegfried Hunklinger, dessen zweite Amtszeit im Ombudsman dann endet. Neuer Sprecher des Gremiums und in dieser Funktion Nachfolger von Beisiegel wird der Bonner Rechtswissenschaftler Professor Wolfgang Löwer, der vom DFG-Senat vorzeitig für eine dritte Amtszeit wiedergewählt wurde.

„Wir freuen uns sehr, mit Brigitte Jockusch und Katharina Al-Shamery zwei ebenso ausgewiesene wie angesehene Wissenschaftlerinnen für das Ombudsman-Gremium gewonnen zu haben“, sagte DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek nach dem Senatsvotum. „Beide sind aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen in breitem fachlichen Kontext und vor allem als Ratgeberinnen auch gegenüber dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine besonders gute Wahl.“ Dzwonnek dankte auch im Namen von DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner insbesondere Ulrike Beisiegel, die dem Ombudsman seit 2005 angehört hatte und seitdem seine Sprecherin war. Beisiegel und auch Siegfried Hunklinger hätten entscheidend zur Etablierung der Ombudsarbeit und zur stärkeren Verbreitung der Grundprinzipien guter wissenschaftlicher Praxis im deutschen Wissenschaftssystem beigetragen, so die DFG-Generalsekretärin.

Die neuen Mitglieder im „Ombudsman für die Wissenschaft“ kommen wie ihre Vorgänger aus den Lebens- beziehungsweise Naturwissenschaften. Brigitte Jockusch war bis 2004 Leiterin des Zoologischen Instituts der Technischen Universität Braunschweig und ist auch nach ihrer Emeritierung wissenschaftlich vielfältig aktiv. Ihre Forschungen befassen sich vor allem mit den Proteinen des Zellskeletts, die an der Ausbildung von Zellkontakten beteiligt sind und sowohl bei der Entstehung vielzelliger Organismen und der Embryonalentwicklung als auch bei Wundheilungsprozessen und der Krebsentstehung eine zentrale Rolle spielen. Brigitte Jockusch wurde für ihre Forschungen mehrfach ausgezeichnet und ist seit 2000 gewähltes Mitglied der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften. Wissenschaftspolitisch engagierte sie sich intensiv für die deutsch-israelische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung sowie im Wissenschaftsrat, dem sie von 1997 bis 2004 angehörte. Seit 2002 sitzt Jockusch im Kuratorium der Volkswagen-Stiftung. Besonderes Interesse bringt sie seit jeher auch der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses entgegen, unter anderem als Initiatorin und Sprecherin eines Internationalen Graduiertenkollegs des Landes Niedersachsen.

Katharina Al-Shamery ist Vizepräsidentin für Forschung der Universität Oldenburg, an der sie 1999 nach Stationen in Zürich, Oxford, Bochum, Berlin und Ulm eine Professur für Physikalische Chemie übernahm. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich nanostrukturierter Oberflächen, zeitaufgelöster Nanophotonik und Oberflächenphotochemie. Al-Shamery setzt sich besonders dafür ein, Forschung, Lehre und Graduiertenausbildung noch stärker zusammenzuführen; der möglichst frühen Gewinnung wissenschaftlichen Nachwuchses gilt auch das von ihr 2006 initiierte Frühstudium für besonders begabte Schülerinnen und Schüler in Oldenburg.

Zusammen mit den beiden nun gewählten Wissenschaftlerinnen gehört als drittes Mitglied der Rechtswissenschaftler Professor Wolfgang Löwer, Institut für Öffentliches Recht/Abteilung Wissenschaftsrecht der Universität Bonn, dem Ombudsman an. Er wurde bereits vorzeitig für eine dritte Amtszeit wiedergewählt und übernimmt zugleich das Sprecheramt.

Der „Ombudsman für die Wissenschaft“ wurde 1999 vom Senat der DFG unter dem Namen „Ombudsman der DFG“ als unabhängiges Gremium eingerichtet. Damit wurde eine der zentralen Empfehlungen der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ umgesetzt, die von der DFG nach dem bislang gravierendsten Fall von wissenschaftlichem Fehlverhalten in Deutschland („Fall Herrmann/Brach“) eingesetzt worden war. Der Ombudsman steht allen in der Wissenschaft in Deutschland tätigen Personen unmittelbar und unabhängig von einem Bezug zur DFG zur Beratung und Unterstützung in Fragen guter wissenschaftlicher Praxis zur Verfügung und fühlt sich besonders dem wissenschaftlichen Nachwuchs verpflichtet. Seit seiner Einrichtung ist das Gremium bereits in mehr als 400 Fällen tätig geworden. Um seine Arbeit klarer von der des DFG-Ausschusses zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens abzugrenzen und dies für Ratsuchende und Beteiligte noch transparenter zu machen, wurde der „Ombudsman der DFG“ im Mai 2010 auf eigenen Vorschlag vom DFG-Senat in „Ombudsman für die Wissenschaft“ umbenannt.

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zum „Ombudsman für die Wissenschaft“ finden sich unter:

sowie auf der eigenen Website des Ombudsman-Gremiums unter:

Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle: