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Pressemitteilung Nr. 31 | 7. Juli 2010
Peter Funke ist neuer Vizepräsident der DFG

Münsteraner Althistoriker folgt auf Frankfurter Frühneuzeithistorikerin Luise Schorn-Schütte / Samwer, Scholz-Reiter, Schüth und Wagner für zweite Amtszeit im Leitungsgremium bestätigt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen neuen Vizepräsidenten: Der Münstera-ner Althistoriker Professor Peter Funke wurde am Mittwoch, dem 7. Juli 2010, von der Mitgliederversammlung der DFG in Berlin in das Leitungsgremium von Deutschlands zentraler Forschungsförderorganisation gewählt. Dort übernimmt er im Bereich Geisteswissenschaften das Vizepräsidentenamt von der Frankfurter Frühneuzeithistorikerin Professor Luise Schorn-Schütte, die nach sechsjähriger Amtszeit turnusgemäß ausscheidet.

In seinem neuen Amt will sich Funke vor allem in die Diskussion um die „Zukunft der Geistes- und Sozialwissenschaften, ihre Positionierung in der Forschungslandschaft und ihre Stärkung vor allem auch im Bereich der Grundlagenforschung“ einbringen. „Auch „Internationalität“ ist dem neuen Vizepräsidenten ein besonderes Anliegen, was die „Vielsprachigkeit der Geistes- und Sozialwissenschaften“ ebenso einschließt wie die so genannten „Kleinen Fächer“, die in ihrer Eigenständigkeit zunehmend unter hochschulpolitischen Druck geraten und deren international führende Stellung damit verloren zu gehen droht.

DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner begrüßte den neuen Vizepräsidenten als „ausgewiesenen Wissenschaftler und hervorragenden Kenner der DFG“. Funke habe sich in verschiedensten Funktionen als Verfechter der Selbstverwaltung der Wissenschaft einen Namen gemacht. „Aber auch außerhalb der Fachkreise hat Peter Funke viel zur Rolle und Verantwortung der Wissenschaft und besonders der Geisteswissenschaften zu sagen“, unterstrich Kleiner. „Wir freuen uns, dass wir diese erfahrene und angesehene Persönlichkeit für das Präsidium gewinnen konnten.“

Peter Funke ist Professor für Alte Geschichte und Direktor des Seminars für Alte Geschichte und des Instituts für Epigraphik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo er auch die Forschungsstelle „Historische Landeskunde des antiken Griechenlands“ leitet. Geboren 1950 in Rheine, studierte Funke von 1969 bis 1974 Geschichte und Germanistik in Münster. Von dort wechselte er an die Universität zu Köln, wo er 1978 promovierte und sich 1985 auch habilitierte. Seine erste Professur hatte der Althistoriker danach an der Universi-tät/Gesamthochschule Siegen inne, bevor er 1988 nach Münster berufen wurde.

In seinen Forschungen befasst sich Funke vor allem mit der Geschichte der griechischen Staatenwelt von der mykenischen bis zur römischen Zeit sowie mit der historischen Geografie und Landeskunde der antiken Welt. Auch der antiken Verfassungsgeschichte und dem Verhältnis von Religion und Herrschaft in der Antike gilt sein Augenmerk. Zu Letzterem untersucht Funke etwa in dem in der Exzellenzinitiative geförderten Münsteraner Exzellenzcluster „Religion und Politik“ die Rolle von Kulten und Heiligtümern in antiken Staatsverträgen.

Parallel zu seiner Forschungstätigkeit engagiert sich Peter Funke seit langem in der wissenschaftlichen Selbstverwaltung sowie in der Forschungs- und Studienförderung. Unter anderem war er Prorektor für Lehre und studentische Angelegenheiten an der Universität Münster sowie Vorsitzender der „Gemeinsamen Studienreformkommission des Landes Nordrhein-Westfalen“ und der Arbeitsgruppe „Neue Medien in der Hochschullehre“ der Hochschulrektorenkonferenz. Seit 1993 ist Funke Vertrauensdozent des Cusanus-Werkes, dessen Beirat er auch leitet. Von 2004 bis 2008 stand er an der Spitze des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, der auf den Historikertagen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft immer wieder eng zusammenbringt.

In der DFG war Funke von 1996 bis 2004 Fachgutachter für Alte Geschichte und stellvertreten-der Vorsitzender des Fachausschusses Altertumswissenschaften, 2004–2005 dann Sprecher des Fachkollegiums „Alte Kulturen“. Engen Kontakt zu Wissenschaftlern aller Disziplinen hält er seit 1995 auch als DFG-Vertrauensdozent an der Universität Münster. Seit 2005 gehörte er schließlich dem Senat und Hauptausschuss sowie dem Senatsausschuss „Perspektiven der For-schung“ an.

Im Präsidium der DFG folgt Funke auf Luise Schorn-Schütte, die in Berlin verabschiedet wurde. DFG-Präsident Kleiner würdigte die nach sechs Jahren aus dem Amt scheidende Frühneuzeithistorikerin, die der DFG seit ihrem eigenen Habilitationsstipendium mehr als 20 Jahre lang eng verbunden ist und sich in vielfältigen Funktionen in ihr engagierte. „Sie haben die Geschicke der DFG mit geprägt“, sagte Kleiner und hob die „Klarheit und Deutlichkeit des Denkens, die Liebe zur begrifflichen Schärfe und die Sensibilität für sprachliche Korrektheit“ Schorn-Schüttes hervor. Damit habe sie in- und außerhalb der DFG so wichtige Debatten wie um „Deutsch als Wissenschaftssprache“ oder um die adäquaten Förderformen für die Geistes- und Sozialwissenschaften im Zeichen der Exzellenzinitiative vorangetrieben und bereichert.

Neben der Wahl des neuen Vizepräsidenten Funke wurden in Berlin vier Mitglieder des zehnköpfigen DFG-Präsidiums für eine zweite Amtsperiode von drei Jahren wiedergewählt: der Physiker Professor Konrad Samwer, der sich in seiner ersten Amtszeit vor allem mit dem Thema „Europa“ und den Senatskommissionen der DFG befasst hat; der Ingenieurwissenschaftler Professor Bernd Scholz-Reiter, der seit 2007 den Senatsausschuss „Perspektiven der Forschung“ geleitet hat; der Chemiker Professor Ferdi Schüth, der vor allem als Leiter der Arbeitsgruppe zur Formulierung und Umsetzung der viel beachteten „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ der DFG Akzente gesetzt hat; und die Informatikerin Professor Dorothea Wagner, die sich besonders der Themen „Wissenschaftlicher Nachwuchs“ und „Erkenntnistransfer“ angenommen hat.

Zusammen mit dem im vergangenen Jahr für eine zweite Amtszeit bis 2012 wiedergewählten Präsidenten Matthias Kleiner, dem neuen Vizepräsidenten Peter Funke und den vier wiederge-wählten Vizepräsidenten gehören als weitere Vizepräsidenten die Entwicklungsgenetikerin Professor Elisabeth Knust, der Mediziner Professor Jürgen Schölmerich sowie die Rechtswissenschaftlerin Professor Christine Windbichler dem Präsidium an. Der Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Dr. Arend Oetker, ist ständiger Gast. Das Präsidium ist verantwortlich für die Führung der laufenden Geschäfte, die von der Geschäftsstelle der DFG unter der Leitung von Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek erledigt werden.

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zu den Mitgliedern des DFG-Präsidiums und druckfähige Fotos finden sich unter:

Zusatzinformationen

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