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Pressemitteilung Nr. 65 | 19. Oktober 2007
Zweite Runde in der Exzellenzinitiative entschieden

Mehr als eine Milliarde Euro für die universitäre Spitzenforschung

Die Förderentscheidungen in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative sind gefallen. Nach Begutachtung und Beratung von insgesamt 92 Anträgen für die drei Förderlinien in international besetzten Prüfungsgremien und in der Gemeinsamen Kommission von Wissenschaftsrat und Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der Bewilligungsausschuss für die Exzellenzinitiative heute die Finanzierung von 21 Graduiertenschulen, 20 Exzellenzclustern und sechs Zukunftskonzepten beschlossen. Die Entscheidungen wurden durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, sowie auf Länderseite durch den Berliner Wissenschaftssenator Professor Jürgen E. Zöllner und den Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Professor Jan-Hendrik Olbertz, in Bonn bekannt gegeben. Der Präsident der DFG, Professor Matthias Kleiner, und der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider, erläuterten die Ergebnisse und das Verfahren. Für die Förderung der an insgesamt 28 Hochschulen angesiedelten Initiativen ist in dieser zweiten Runde gut eine Milliarde Euro bewilligt worden.

Die Bewilligungen in den Förderlinien (Universitäten in alphabetischer Reihenfolge) im Einzelnen:

Förderlinie "Graduiertenschulen"
Universität: Name der Graduiertenschule

  • Universität Bayreuth: Bayreuth International Graduate School of African Studies
  • Freie Universität Berlin: Muslim Cultures and Societies: Unity and Diversity
  • Freie Universität Berlin: Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies
  • Humboldt-Universität Berlin: Berlin-Brandenburg School for Regenerative Therapies
  • Humboldt-Universität Berlin: Berlin Graduate School of Social Sciences
  • Universität Bielefeld: Bielefeld Graduate School in History and Sociology
  • Universität Bonn: Bonn-Cologne Graduate School of Physics and Astronomy
  • Universität Bremen: Bremen International Graduate School of Social Sciences
  • Technische Universität Darmstadt: Graduate School of Computational Engineering "Beyond Traditional Sciences"
  • Universität Göttingen: Göttingen Graduate School for Neurosciences and Molecular Biosciences
  • Universität Heidelberg: Heidelberg Graduate School of Mathematical and Computational Methods for the Sciences
  • Universität Heidelberg: The Hartmut Hoffmann-Berling International Graduate School of Molecular and Cellular Biology
  • Universität Jena: Jena School for Microbial Communication
  • Universität Kiel: Graduate School for Integrated Studies of Human Development in Landscapes
  • Universität Konstanz: Konstanz Research School "Chemical Biology"
  • Universität Leipzig: Building with Molecules and Nano-Objects
  • Universität zu Lübeck: Graduate School for Computing in Medicine and Life Sciences
  • Universität Mainz: Materials Science in Mainz
  • Universität des Saarlandes: Saarbrücken Graduate School of Computer Science
  • Universität Stuttgart: Graduate School for Advanced Manufacturing Engineering
  • Universität Ulm: International Graduate School in Molecular Medicine Ulm

Förderlinie "Exzellenzcluster"
Universität: Name des Exzellenzclusters

  • RWTH Aachen: Tailor-Made Fuels from Biomass
  • Freie Universität Berlin: Topoi. The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations
  • Freie Universität Berlin: Languages of Emotion
  • Humboldt-Universität Berlin: NeuroCure: Towards a Better Outcome of Neurological Disorders
  • Technische Universität Berlin: Unifying Concepts in Catalysis
  • Universität Bielefeld: Cognitive Interaction Technology
  • Universität Bremen: The Ocean in the Earth System
  • Technische Universität Darmstadt: Smart Interfaces: Understanding and Designing Fluid Boundaries
  • Universität Erlangen-Nürnberg: Engineering of Advanced Materials - Hierarchical Structure Formation for Functional Devices
  • Universität Frankfurt/Main: Formation of Normative Orders
  • Universität Freiburg: Centre for Biological Signalling Studies - From Analysis to Synthesis
  • Universität Hamburg: Integrated Climate System Analysis and Prediction
  • Universität Hannover: Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research
  • Universität Heidelberg: Asia and Europe in a Global Context: Shifting Asymmetries in Cultural Flows
  • Universität Kiel: Inflammation at Interfaces
  • Universität zu Köln: Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases
  • Universität Münster: Religion and Politics in Pre-Modern and Modern Cultures
  • Universität des Saarlandes: Multimodal Computing and Interaction
  • Universität Stuttgart: Simulation Technology
  • Universität Tübingen: CIN - Centre for Integrative Neuroscience

Förderlinie "Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung"

  • RWTH Aachen
  • Freie Universität Berlin
  • Universität Freiburg
  • Universität Göttingen
  • Universität Heidelberg
  • Universität Konstanz


Die Vorbereitung der Entscheidung

In der zweiten Ausschreibungsrunde der Exzellenzinitiative waren im vergangenen Herbst in den drei Förderlinien insgesamt 305 Antragsskizzen eingereicht worden, darunter 278 in den Förderlinien Graduiertenschulen und Exzellenzcluster und 27 in der Förderlinie Zukunftskonzepte. Nach einer Vorauswahl im Januar 2007 waren dann 44 Vollanträge für Graduiertenschulen, 40 Vollanträge für Exzellenzcluster und acht Vollanträge für Zukunftskonzepte eingegangen.

Die insgesamt 84 Anträge für Graduiertenschulen und Exzellenzcluster wurden in 29 fachliche Panels gruppiert, durch international besetzte Prüfungsgruppen begutachtet und in der von der DFG eingesetzten Fachkommission beraten. Von den rund 320 Gutachterinnen und Gutachtern kamen etwa 80 Prozent aus dem Ausland und etwa 20 Prozent aus Deutschland. Die Begutachtung erfolgte nach den Kriterien der wissenschaftlichen Qualität, des interdisziplinären Ansatzes, der internationalen Sichtbarkeit sowie der Zusammenführung regionaler Forschungskapazitäten.

Zuständig für die acht Anträge zur Förderlinie Zukunftskonzepte war die vom Wissenschaftsrat eingesetzte Strategiekommission. Zunächst wurden hier die Anträge von international besetzten Gutachtergruppen vor Ort geprüft. Voraussetzung für die Förderung von Zukunftskonzepten war die Bewilligung mindestens eines Exzellenzclusters und einer Graduiertenschule an der jeweiligen Universität.

Fach- und Strategiekommission bildeten die Gemeinsame Kommission, in deren Sitzung die Anträge und die Ergebnisse der Begutachtungen beraten wurden. Auf der Basis der Förderempfehlungen der Gemeinsamen Kommission hat der Bewilligungsausschuss die heutigen Entscheidungen gefällt.

Die damit bewilligten Graduiertenschulen und Exzellenzcluster verteilen sich in etwa gleichmäßig auf alle Fächer. Besonders erfreulich ist, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften stark vertreten sind.

Die Exzellenzinitiative

Die Exzellenzinitiative zur Stärkung der universitären Spitzenforschung in Deutschland wurde im Juni 2005 von den Regierungschefs des Bundes und der Länder eingerichtet. Das Programm ist auf eine Dauer von fünf Jahren angelegt. Insgesamt sind für die Förderung von Spitzenforschung im Rahmen der Exzellenzinitiative (2006 bis 2011) 1,9 Mrd. Euro vorgesehen. Nach einer Vereinbarung von Bund und Ländern über Richtgrößen für die einzelnen Förderlinien stehen bis zu einer Million Euro pro Jahr für jede bewilligte Graduiertenschule und bis zu 6,5 Mio. Euro für jedes bewilligte Exzellenzcluster zur Verfügung. In der dritten Förderlinie gibt es für jedes bewilligte Zukunftskonzept pro Jahr bis zu rund 13 Mio. Euro. Dabei handelt es sich aber nicht um Normwerte, wie die erneut sehr differenzierte Entscheidung zeigt.

Mit den heutigen Entscheidungen endet die zweite Runde der Exzellenzinitiative. In der ersten Wettbewerbsrunde waren im vergangenen Oktober 18 Graduiertenschulen, 17 Exzellenz-cluster und drei Zukunftskonzepte mit einem Fördervolumen von insgesamt 873 Mio. Euro bewilligt worden.

Die Exzellenzinitiative ist auch der Einstieg in die sogenannte Vollkostenfinanzierung der Forschung. Damit werden zu jedem bewilligten Projekt 20 Prozent der Bewilligungssumme zusätzlich bewilligt. Mit ihnen können indirekte Kosten der Forschung wie Gerätebeschaffung, Raummieten und ähnliches finanziert werden.

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen zur Exzellenzinitiative und zu den heutigen Entscheidungen sind abrufbar unter

  • www.dfg.de und
  • www.wissenschaftsrat.de.

Am Dienstag, 23. Oktober 2007, 16.30 bis 17.30 Uhr, wird DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner live in einem Internet-Chat bei tagesschau.de Fragen zur Exzellenzinitiative beant-worten. Details sind abrufbar unter

  • www.tagesschau.de.