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Pressemitteilung Nr. 58 | 25. September 2007
Aufbruchstimmung in San Francisco

GAIN-Jahrestagung motiviert Nachwuchswissenschaftler zur Rückkehr nach Deutschland

"Noch nie waren die Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland so gut wie heute." Diese und ähnlich formulierte Aussagen wurden schnell zu einer Art Leitmotiv bei der diesjährigen Jahrestagung von GAIN (German Academic International Network), zu der sich rund 230 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Wochenende in San Francisco versammelt hatten. Schon zum siebten Mal hatte GAIN, die Gemeinschaftsinitiative der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), deutsche Nachwuchswissenschaftler, die derzeit in den USA und Kanada arbeiten, zu dem dreitägigen Treffen zusammengerufen.

Angereist waren hochrangige Vertreter aus Politik und Wissenschaft, darunter Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, Professor Jürgen Zöllner, der Berliner Wissenschaftssenator und diesjährige Präsident der Kultusministerkonferenz, Professor Matthias Kleiner, der Präsident der DFG, und Frau Professor Margret Wintermantel, die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz. Sie alle hatten dasselbe Ziel: die jungen Wissenschaftler zur Rückkehr in die Heimat zu bewegen. Der Kampf um die besten Köpfe - bei dem beeindruckenden Parcours von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wurde er augenfällig. Die jungen Wissenschaftler, überwiegend in der Post-Doc-Phase, durften sich zu Recht umworben fühlen.

Wissenschaft und Politik hatten schwergewichtige Angebote im Gepäck, nicht zuletzt bis zu 10 000 neue Stellen in Deutschland. 3000 bis 5000 werden allein durch die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern zur Stärkung der Spitzenforschung an den deutschen Universitäten geschaffen. Der Hochschulpakt 2020 sorgt ebenfalls für neue Arbeitsmöglichkeiten in der Wissenschaft, und schließlich bringt auch der European Research Council (ERC) weitere Stellen für den Forschernachwuchs nach Deutschland. Dazu kommt der bevorstehende Generationenwechsel. Ganz konkret brachte es der Rektor der Universität Jena, Professor Klaus Dicke, auf den Punkt: "Bis 2015 sind an unserer Universität 125 Professorenstellen neu zu besetzen."

Abgerundet werden die besseren Perspektiven der jungen Forscherinnen und Forscher durch zusätzliche Betreuungsprogramme für ihre Kinder, "dual career"-Programme, die auch für den Partner oder die Partnerin sorgen, sowie durch flexiblere Fördermodelle bei allen Organisationen.

Wenn in den vergangenen Jahren die Klagen der deutschen Nachwuchswissenschaftler in den USA über mangelnde Möglichkeiten in Deutschland, schlechte Bezahlung, geringe Selbstständigkeit und unnötige Bürokratie im Vordergrund standen, so war die Stimmung bei dieser Tagung deutlich differenzierter und optimistischer. "Die Aufbruchstimmung überträgt sich", so eine junge Ingenieurwissenschaftlerin aus Portland, Oregon. Grundsätzliche Bedenken, nach Deutschland zurückzukehren, waren kaum noch zu hören, allenfalls bei den Geisteswissenschaftlern, die das höhere Lehrdeputat in Deutschland dem in den USA entgegenhielten. Ansonsten waren eher Wünsche nach dem Aufbau von tragfähigen Netzwerken, der besseren Besoldung von Juniorprofessuren und mehr Interdisziplinarität zu vernehmen.

So konnte DFG-Präsident Matthias Kleiner in seinem Schluss-Statement eine doppelte Aufbruchstimmung konstatieren - nicht nur in Deutschland, wo die Bereitschaft, auf die Wissenschaft zuzugehen, noch nie so groß gewesen sei, sondern auch im Auditorium. Die GAIN-Jahrestagung, so Kleiners Prognose, werde sich wandeln und von einer Rekrutierungsveranstaltung zum Spiegel für das Wissenschaftssystem in Deutschland werden. Dies ist nicht zuletzt das Verdienst der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.

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