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Pressemitteilung Nr. 58 | 22. Dezember 1999
DFG veröffentlicht Denkschrift zur Toxikologie

Wissenschaftliche Grundlagen für die Risikoabschätzung

"Alle Dinge sind Gift - allein die Dosis macht's", wußte bereits Paracelsus. Die wissenschaftlich gesicherte Analyse der gesundheitlichen Risiken, die mit der Exposition von Chemikalien einhergeht, ist heute Aufgabe der Toxikologie. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nun eine Denkschrift vorgelegt, in der sie die aktuelle Situation dieser wissenschaftlichen Disziplin beschreibt und Forderungen formuliert, wie das Fach weiterentwickelt werden kann. Weil die Toxikologie die Grundlage für eine sachliche Diskussion über die Gesundheitsgefahr von Chemikalien schafft, ist sie für eine moderne Industriegesellschaft unverzichtbar geworden.

Eindringlich macht die DFG auf einen dramatischen Schwund toxikologischer Forschungseinrichtungen aufmerksam: die Zahl der Universitätsinstitute in diesem Bereich habe sich in den letzten Jahren von 20 auf 10 halbiert, und bevorstehende Emeritierungen von Institutsleitern ließen befürchten, daß in den nächsten Jahren noch weitere Institute geschlossen oder umgewidmet werden.

Die DFG betont, daß die Toxikologie an den Universitäten die Aufgabe hat, die wissenschaftlichen Grundlagen in diesem interdisziplinären Fach in nationaler und internationaler Kooperation zu erarbeiten. Daß sie ihre Sachkompetenz Behörden, Öffentlichkeit, Industrie und internationalen Gremien zur Verfügung stellen soll, empfiehlt die DFG eindringlich.

Das Fach Toxikologie nehme in der Mediziner-Ausbildung eine so zentrale Rolle ein, daß es an keiner medizinischen Fakultät fehlen dürfe, heißt es in der Denkschrift. Außerdem sei das Fach auch für die Forschung und Lehre in anderen Bio- sowie den Natur- und Ingenieurwissenschaften zunehmend von Bedeutung. Da der Schutz der menschlichen Gesundheit in der Disziplin im Vordergrund stehe, solle die Toxikologie im Regelfall als medizinisches Fach den medizinischen Fakultäten zugeordnet sein und mit ausreichend Personal und Mitteln ausgestattet werden. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sei dabei von besonders großer Bedeutung.

Durchaus selbstkritisch wird in der Denkschrift auch das Fach selbst als Ursache für die derzeitige Situation an den Universitäten verantwortlich gemacht.

Gemeinsame Anstrengungen der Toxikologen, der medizinischen Fakultäten, der Universitäten und der zuständigen Ministerien sind erforderlich, damit die Toxikologie in Deutschland und international auch weiterhin in Forschung und Beratung eine mitbestimmende Rolle spielen wird.

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Denkschrift Toxikologie
Wiley-VCH Verlag, Weinheim 1999,
36 Seiten, 28,-- DM
ISBN 3-527-27214-3

Weiterführende Informationen

Hinweis für Redaktionen:
Die Denkschrift Toxikologie kann im Pressereferat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Kennedyallee 40, 53175 Bonn, Telefon: 0228/885-2210, Telefax: 0228/885-2180, angefordert werden.

Zusatzinformationen

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