Der „erbgesunde Bauer“
als „Blutsquell des Volkes“
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Reichsbauernführer und Landwirtschaftsminister Richard Walther
Darré (2. v. l.) besuchte 1939 mit Heinrich Himmler (1. v.
l.) die „Grüne Woche“. |
Nicht zuletzt um für die „neuen Ostgebiete“ Siedler
zu bekommen, planten die Nationalsozialisten eine radikale Veränderung
der Besitzverhältnisse des landwirtschaftlichen Raumes. So sollten
unter anderem kleinere Bauernhöfe in Südwestdeutschland zu mittelgroßen
„hof- und hufenbäuerlichen“ Einheiten zusammengefasst
werden. Die dabei „freigesetzten“ Bauernfamilien galten als
„Siedlerreserve“ für den Osten. Solche Konzepte gingen
auf agrarsoziologische Studien zurück, die von der DFG großzügig
gefördert wurden.
Die als „Blutsquell des Volkes“ geltenden Hofbauern schienen
aufgrund ihrer „Überlieferungstreue“ und ihres „rassischen
Wertes“ geeignet, der Landflucht, das heißt der Abwanderung
junger Menschen in die Industriegebiete, ein Ende zu bereiten.
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Über Bodenordnung als „Nationalsozialistischen Ordnungswillen“
äußerte sich Konrad Meyer 1940. |
Das 1935 erlassene Erbhofgesetz, in dem die Eignung jedes einzelnen Vollbauern
von seiner „Erbgesundheit“ abhängig gemacht wurde, unterstützte
dieses Vorhaben. Während des Krieges empfahl Konrad Meyer, im eroberten
Osteuropa nicht nur mittlere Höfe, sondern auch Großbetriebe
zu schaffen, die den „arbeitstechnischen Erfordernissen des 20.
Jahrhunderts“ gerecht werden sollten. Bei seinen Planungen wurde
Meyer von bekannten Agrarwissenschaftlern unterstützt.
"Die Wiederverwurzelung des die deutsche Erde bebauenden
Menschen in dem heiligen Boden und dem artreinen Blut, dazu in unserer
artgemäßen weltanschaulichen Willensrichtung, das bedeutet
Schaffung eines neuen deutschen Bauerntums."
Wilhelm Kinkelin, 1936/37
Mitarbeiter des Reichsnährstandes
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