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Prof. Dr. Lutz Raphael - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2013

Neuere und Neueste Geschichte, Universität Trier

Prof. Dr. Lutz Raphael
Prof. Dr. Lutz Raphael

Mit Lutz Raphael erhält ein Historiker den Leibniz-Preis, der mit seinen Arbeiten und seinen wissenschaftssoziologischen Denkanstößen den Blick auf die jüngste Zeitgeschichte Europas und deren unterschiedliche Deutungen maßgeblich verändert hat. Zeitgeschichte fasst Raphael dabei von Beginn seiner wissenschaftlichen Arbeit nicht als Nationalgeschichte, sondern als europäische Geschichte auf. Als besonders fruchtbar erwies sich dabei für ihn selbst wie für sein Fach der Austausch mit der französischen Historikerschule um die Zeitschrift „Annàles“ und mit den philosophischen, soziologischen und anthropologischen Methoden seines Lehrers Pierre Bourdieu, die er mit eigenen, dem Konzept der „longe durée“ verpflichteten Studien weiterentwickelte. Anfangs mikrohistorisch fokussiert, bezieht Raphael in jüngeren Studien zunehmend transnationale und globalhistorische Ansätze mit ein. Ebenso einflussreich – auch über Deutschland hinaus – sind seine Analysen zur modernen Expertenkultur, insbesondere derjenigen der Historiker und Soziologen. Schließlich hat sich Raphael auch als Historiograf der modernen Historiografie einen Namen gemacht, zuletzt mit seiner Monografie „Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme“; hier ist er einer der führenden Repräsentanten einer neuen Generation von Geschichtswissenschaftlern, die eine kritische methodologische Selbstreflexion ihres Fachs vorantreiben.

1955 geboren, studierte Lutz Raphael in Münster und Paris Geschichte. Nach der Promotion in Münster war er als Assistent in Darmstadt tätig, bevor er 1996 seine jetzige Professur für Neuere und Neueste Geschichte in Trier übernahm, die er mehrfach mit Gastprofessuren in Paris verband. Raphael war beziehungsweise ist Mitglied und zeitweise Sprecher zweier geschichtswissenschaftlicher Sonderforschungsbereiche der DFG sowie Fellow renommierter geisteswissenschaftlicher Kollegs im In- und Ausland. Als Mitglied im Wissenschaftsrat und in zahlreichen Kommissionen wie dem Arbeitskreis für Moderne Sozialgeschichte und der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften engagiert er sich nicht zuletzt für die kritische Selbstbetrachtung und Erneuerung akademischer Diskurse.


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