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Prof. Dr. Roderich Moessner & Prof. Dr. Achim Rosch - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2013

Theoretische Festkörperphysik, Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme, Dresden / Theoretische Festkörperphysik, Universität zu Köln

Roderich Moessner und Achim Rosch haben beide herausragende Beiträge zur Erforschung von stark wechselwirkenden Quantensystemen erbracht und erhalten dafür den Leibniz-Preis. Ihr Forschungsfeld ist sowohl in der Grundlagenforschung als auch für zukünftige Anwendungen eines der spannendsten Gebiete der modernen Festkörperphysik und stellt besonders für die Theoretische Physik eine enorme Herausforderung dar.

Prof. Dr. Roderich Moessner
Prof. Dr. Roderich Moessner
© DFG / David Ausserhofer

Roderich Moessner hat diese Herausforderung vor allem auf dem Gebiet der frustrierten Quantenspinsysteme angenommen, auf dem er zu den weltweit führenden Wissenschaftlern zählt. Er konnte als erster die über 70 Jahre alte Hypothese von der Existenz magnetischer Monopole operationalisieren. Moessner sagte voraus, dass im Spineis magnetische Dipole in magnetische Monopole zerfallen und identifizierte zugleich ein System, in dem dieser Effekt beobachtet werden sollte. Tatsächlich konnte dies nur ein Jahr später von anderen Wissenschaftlern experimentell nachgewiesen werden. Auch Moessners Arbeiten zur Resonating Valence Bond-Phase im Quanten-Dimermodell in magnetisch frustrierten Systemen waren wegweisend. Den Grundstein für diese Erfolge legte Moessner bereits während des Studiums und seiner Promotion in Oxford, wo er sich ebenso wie später als Postdoc in Princeton und beim CNRS in Paris an den internationalen Koryphäen seines Faches orientierte. Nach erneuter Lecture-Tätigkeit in Oxford wurde Moessner 2007 mit nur 36 Jahren Direktor am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden.

Prof. Dr. Achim Rosch
Prof. Dr. Achim Rosch
© DFG / David Ausserhofer
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Achim Rosch befasst sich höchst erfolgreich mit einem breiten Spektrum physikalischer Fragestellungen auf dem Gebiet der Theorie der kondensierten Materie. Neben grundlegenden theoretischen Arbeiten kooperiert er immer wieder mit experimentell arbeitenden Gruppen. Hieraus ist etwa die vielbeachtete Theorie der quantenkritischen Punkte in antiferromagnetischen Metallen hervorgegangen. Spektakulär ist auch die experimentelle Identifikation eines Skyrmion-Gitters in Helimagneten auf Grundlage von Roschs theoretischer Analyse. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeiten sind ultrakalte Atome. Zusammen mit Leibniz-Preisträger Immanuel Bloch konnte erstmals das fermionische Hubbard-Modell mit ultrakalten Gasen in optischen Gittern experimentell realisiert werden. Große Aufmerksamkeit erregte schließlich Roschs Vorhersage von Zuständen mit negativer absoluter Temperatur. Achim Rosch studierte Physik in Karlsruhe, wo er auch 1997 promovierte. Seine Postdoc-Zeit verbrachte er an der Rutgers University in New Jersey, bevor er wiederum in Karlsruhe Leiter einer DFG-geförderten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe wurde. Bereits 2004 wurde er Professor an der Universität Köln, wo er seit 2006 auch Sprecher eines Sonderforschungsbereichs ist.


Foto-Clip - Prof. Dr. Roderich Moessner

Foto-Clip - Prof. Dr. Achim Rosch

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