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Prof. Dr. Franz Pfeiffer - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2011

Röntgenphysik, Technische Universität München

Prof. Dr. Franz Pfeiffer
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Prof. Dr. Franz Pfeiffer

© DFG / David Ausserhofer

Franz Pfeiffer ist bereits mit 38 Jahren eine internationale Kapazität in der Röntgenforschung und verbindet hohe wissenschaftliche Begabung mit ausgeprägtem Gespür für spitzentechnologische Innovation. Seine Arbeiten haben der Röntgenforschung neue Wege zur Visualisierung von Gewebe eröffnet. Dabei ging er von dem Phänomen der Phasenverschiebung aus, die beim Röntgen während der Gewebe-Durchquerung auftritt und durch das Wechselspiel von konstruktiver und destruktiver Interferenz einen deutlichen Kontrast entstehen lässt. Vor Pfeiffers bahnbrechenden Arbeiten war eine derartige Phasenkontrast-Röntgenbildgebung nur durch die Synchrotron-Röntgenquellen von Großforschungsanlagen erreichbar. Pfeiffer erfand ein völlig neuartiges Visualisierungsverfahren, das auf breitbandigen röntgenoptischen Transmissionsgittern beruht, und kombinierte es mit den Methoden der Computertomographie. So wurden bis dahin unerreicht klare dreidimensionale Einblicke in biomedizinische Objekte möglich. Ein zweiter Durchbruch gelang Pfeiffer, indem er die Dunkelfeldbildgebung für Labor-Röntgenquellen nutzbar machte. Über die biophysikalische Grundlagenforschung hinaus haben diese Forschungen ein immenses Potenzial für die Anwendung in der medizinischen Bildgebung und Diagnostik und werden etwa die Möglichkeiten der Mammographie und Computertomographie deutlich verändern.

Nach dem Physik-Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München experimentierte Franz Pfeiffer bereits für seine Dissertation an der Universität des Saarlandes in Großforschungsanlagen wie dem DESY in Hamburg. Als Postdoktorand forschte er an der Universität von Illinois, anschließend am renommierten Paul Scherrer Institut in der Schweiz. 2007 wurde er Assistenzprofessor an der ETH Lausanne, 2009 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Angewandte Biophysik der TU München, wo er ein Labor für biomedizinische Röntgenbildgebung aufbaut.