Prof. Dr. Frank Neese - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2010
Theoretische Chemie, Universität Bonn
Mit Frank Neese erhält einer der weltweit führenden theoretischen Chemiker den Leibniz-Preis. Neese verbindet in seinen Forschungen vor allem die Bioanorganische Chemie und die Theoretische Chemie und bearbeitet insbesondere Themen, die zu den komplexesten Problemen der bioanorganischen Chemie gehören. An erster Stelle ist die Beschreibung der Elektronenzustände großer, biologisch relevanter und äußerst komplex aufgebauter Metalloproteine zu nennen. Für diese hat Neese ein quantenchemisches Programm entwickelt, mit dem Molekülberechnungen hundertmal schneller als zuvor erfolgen können. Zudem ermöglicht das Programm eine Interpretation von Spektren, die bis vor kurzem noch als undenkbar galt. Das von Neese entwickelte Programm hat sich schnell weltweit durchgesetzt und wird bereits von Tausenden von Anwendern in der Chemie, Biologie, Pharmazie und den Materialwissenschaften genutzt.
In Konstanz studierte und promovierte Frank Neese zunächst in Biologie, als Postdoktorand forschte er in Stanford, bevor er sich 2001 mit knapp 33 Jahren wiederum in Konstanz für Bioanorganische Chemie und Theoretische Chemie habilitierte und anschließend Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Bioanorganische Chemie in Mülheim/Ruhr wurde. 2006 übernahm Neese den Bonner Lehrstuhl für Theoretische Chemie, den zuvor die Leibniz-Preisträgerin Sigrid Peyerimhoff innehatte. Neese ist international bereits mehrfach ausgezeichnet und gilt auch als hervorragender akademischer Mentor, der immer wieder für sein Fach zu begeistern weiß.