Prof. Dr. Christoph Klein - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2010
Kinderheilkunde/Pädiatrische Onkologie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Christoph Klein verbindet medizinische Grundlagenforschung und klinische Praxis auf höchstem Niveau, was in Deutschland immer noch eher selten ist. Auf der Grundlage genetischer Analysen hat Klein verschiedene Gendefekte identifiziert, die schwere und oft tödliche Erkrankungen des Immunsystems auslösen. Dabei beschränkt sich Klein nicht auf die Beschreibung des jeweiligen Gendefekts und Krankheitsbildes, sondern sucht stets auch die molekularen Ursachen zu entschlüsseln. Besonders bedeutsam ist seine Entdeckung, dass ein Defekt in der Glucose-6-phosphatase dazu führt, dass von Geburt an zu wenig oder gar keine der zu den weißen Blutkörperchen gehörenden neutrophilen Granulozyten im Blut zu finden sind. Vor allem Kinder, die an dieser Erbkrankheit leiden, haben bislang kaum Überlebenschancen. Kleins Arbeiten eröffnen hier neue Therapieaussichten, nicht zuletzt durch die somatische Gentherapie.
Ulm, Harvard und München waren die Stationen von Christoph Kleins akademischer Ausbildung, wobei er neben Medizin auch Philosophie erfolgreich studierte. Seine Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde führte ihn nach Paris und Freiburg wiederum an die Harvard Medical School. Seit 2000 ist Klein an der MHH tätig, zunächst als Oberarzt, Sektionsleiter und Leiter einer DFG-geförderten Klinischen Forschergruppe, heute als Lehrstuhlinhaber und Ärztlicher Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie/Onkologie.