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Prof. Dr. Stefan W. Hell - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2008

Biophysik, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen (2,5 Mio. Euro)

Prof. Dr. Stefan W. Hell
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Der Name und die Person von Stefan Hell sind untrennbar mit der STED-Mikroskopie verbunden. Mit dieser Entwicklung konnte Hell die über ein Jahrhundert lang für unumstößlich gehaltenen Auflösungsgrenzen der besten Mikroskope überwinden. Dies gelang ihm durch eine wahrhaft grundlegende Überlegung zur Auflösung des konventionellen Laserscan-Mikroskops. In diesem wird ein Laserstrahl auf das Untersuchungsobjekt fokussiert und die dabei im Fokus ausgelöste Fluoreszenz gemessen. Hells bahnbrechende Weiterentwicklung ging davon aus, dass die Auflösung wesentlich verbessert werden kann, wenn die Fluoreszenzanregung in der Peripherie des Fokus ausgeschaltet werden kann, bevor die angeregten Farbstoffmoleküle Fluoreszenz abgeben. Dies lässt sich durch eine stimulierte Anregungslöschung (STED - Stimulated Emission Depletion) erreichen. Mit diesem Ansatz gelang Hell bereits eine drei- bis viermal bessere Auflösung als mit den besten konventionellen Mikroskopen, und er konnte bei biologischen Anwendungen zum Beispiel erstmals die Fusion einzelner synaptischer Vesikel mit der Nervenendigung lichtmikroskopisch nachweisen. Die Bedeutung dieser Erfindung für die moderne Biologie, aber auch etwa für die Halbleiterindustrie ist kaum zu überschätzen.

Stefan Hell verfolgte nach dem Physik-Studium und der Promotion in Heidelberg seine Ideen zunächst als "freier Erfinder", schlug dann aber als Postdoktorand am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) die wissenschaftliche Karriere ein. Als Leiter der Laser Microscopy Group der Universität Turku, Finnland, legte er die Grundlagen für die STED-Mikroskopie, die er ab 1996 als Nachwuchsgruppenleiter und ab 2002 als Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen weiterentwickelte. Für seine Arbeiten wurde Hell bereits mehrfach national und international ausgezeichnet, zuletzt 2006 mit dem "Deutschen Zukunftspreis".


Foto-Clip - Prof. Dr. Stefan W. Hell

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